In diesem Jahr fahre ich wieder zur „Tour de France“. Mein Ziel sind die Vogesen im Bereich des Grand Ballon am Col du Haag. Es ist die 14. Etappe der „Tour“ am 18.07.2026 von Mulhouse nach Le Markstein. Und dieses Mal werde ich wirklich zum ersten Mal alleine unterwegs sein.
Bei der Fahrt vom 09.07. bis 19.07.2026 hab ich in Wissembourg und Munster auf den jeweiligen Stellplätzen übernachtet. Ansonsten stand ich dort, wo es erlaubt war. Insgesamt habe ich bei der Fahrt 869 km zurückgelegt.
Donnerstag, 09.07.2026
Ich komme früh weg von Limburg. Doch zwingt mich nach wenigen Kilometern eine Baustelle mit Totalsperrung auf der B417 auf den Umweg über die A3 zum Autobahnkreuz Mainz-Süd. In Edenkoben (Pfalz) tanke ich noch einmal für EUR 1,919.
Trotz der Hindernisse erreiche ich, am „Deutschen Weintor“ vorbei, kurz nach 12.00 Uhr Wissembourg. Ich weiß, dass ich mich nun wegen unserer Fahrten nach Wissembourg wiederhole. Ja, mein erster Weg führt mich zum „Royal Wok“. Diesmal zum billigeren Mittagsbüfett (EUR 16,50).
Danach erledige ich den LIDL-Einkauf wichtiger Dinge: Cidre, Cremant, Pastis, Wein, Wasser und noch ein paar Lebensmittel. Auf dem kostenlosen Stellplatz mit V+E an der Rue des Messageries, der in dem öffentlichen Parkplatz integriert ist, bin ich diesmal fast alleine.
Bei dem Spaziergang in den Ort begrüßen mich die Störche von dem nahegelegenen Nest. Ansonsten ist es in Wissembourg sehr ruhig. Ohne ein Fest gehören die Straßen und Geschäfte den Einheimischen.
Am Nachmittag schaue ich die „Tour de France“, jetzt noch im TV.
Gegen Abend mache ich noch einen kleinen Spaziergang in das gemütliche elsässische Grenzstädtchen und genehmige mir im „Au Cerf“ eine Tarte flambée gratine und ein Rothaus-Weißbier.
Der Abend gehört der Fußball-WM und Frankreich besiegt Marokko.
Tagesstrecke: 213 km
Freitag, 10.07.2026
Der erste Weg führt mich heute Morgen zur nahen Bäckerei und ich hole mir ein Baguette und ein Croissant.
Ein herrliches Frühstück an einem sonnigen Morgen ist Gold wert. Nach Ver- und Entsorgung fahre ich zum nächsten Übernachtungsplatz an den Rhein, an einen Lieblingsplatz von mir. Dort ist es so schön. Ich sitze nur da und schaue Schiffchen.
Zwischendurch gibt es bei mir ganz einfach Fischli mit Baguette zu essen und dazu einen Rosé.
Und am Abend kommen noch mehr Schiffe.
Tagesstrecke: 121 km
Samstag, 11.07.2026
Am frühen Morgen begleitet mich das Motorenbrummen der flussaufwärts fahrenden Schiffe in den letzten Minuten des Schlafes. Es war die Nacht sehr warm, deshalb habe ich auch Fenster und Dachluken auf.
Heute fahre ich auf kleinen Straßen zuerst am Rhein entlang, und dann über Colmar nach Munster. Außer mir sind noch andere Besucher unterwegs.
Beim Passieren der kleinen Ortschaften kann ich mich kaum satt sehen an den bunt angestrichenen Wohnhäusern. In den Außenbezirken von Colmar, schon in Richtung Munster, tanke ich nochmals voll für EUR 1,919. Seit einigen Kilometern macht sich beim Abbremsen auf den letzten 2-3 Metern ein Schrabben bemerkbar.
Munster, im Département Haut-Rhin, ist für mich das Einfahrtstor zu den Vogesen, und verdankt seine Entstehung den Benediktiner-Mönchen, die hier 600 n. Chr. ein Kloster gründeten. Die Gemeinde hat heute nicht ganz 5.000 Einwohner. Die fehlenden Einwohner zur aufgerundeten Summe werden aber mit Störchen aufgefüllt. Es gibt kaum ein Dach, welches nicht mit einem Storchennest bestückt ist. Und da Munster an der RN417 liegt, die zum Col de la Schlucht und auf der anderen Seite weiter nach Gerardmer führt, lebt der Ort sehr stark vom Tourismus. Andenkenläden, Bars und Restaurants gibt es Haus an Haus am Place du Marché, der Grand Rue und der Rue Saint-Grégoire.
Zunächst fahre ich zum Wohnmobil-Stellplatz mit V+E (Gebühr EUR 16,00 incl. Strom) hinterm Bahnhof. Bei der Einfahrt auf den SP wird mein Nummernschild gescannt. Bezahlt wird erst bei der Ausfahrt mit der Eingabe meines Kennzeichens.
Nach einer erfolgreichen Platzsuche mache ich mich auf den Weg in die Gemeinde. Ich finde es hier ganz einfach schön und gemütlich. Der Tourismus stört nicht. Es ist alles so natürlich und malerisch.
Heute am Samstag ist großer Wochenmarkt. Außer den Ständen mit Lebensmittel und fertigen Mahlzeiten …
… finden sich in einer angrenzenden Straße Auslagen von Bekleidung, Schmuck und Matratzen.
Das laute Klappern der Störche begleitet mich auf dem ganzen Spaziergang.
Wieder am Platz halte ich erst einmal eine ausgiebige Siesta im Schatten des Wohnmobils und lese danach ein „gutes“ Buch: „Monas Augen“ von Thomas Schlesser, Roman von einer Reise zu den schönsten Kunstwerken unserer Zeit. Eingebettet in einen Familienroman werden 52 berühmte Gemälde und Sculpturen ab dem 15. Jhdt. bis heute aus dem Louvre, dem Centre Pompidou und dem Musée d’Orsay in einer Bildbeschreibung vorgestellt und besprochen. Es ist ergreifend und wissensbildend zugleich.
Selbst auf halber Höhe der Vogesen ist es heiß und ich habe Hunger. Ich mache mir eine Gulaschsuppe und esse Baguette dazu.
Der Abend gestaltet sich genau so ruhig wie der Nachmittag.
Tagesstrecke: 62 km
Sonntag, 12.07.2026
Ich weiß nicht, ob es eine gute Idee ist, an einem Sonntagmorgen zum Col de la Schlucht und dann entlang der Route de Crète zu fahren. Ein Baguette ist besorgt. Das Ver- und Entsorgen ist auch schnell erledigt. Also kann es losgehen.
Dann geht es bei der Auffahrt zum Col de Schlucht (1.189 m) doch sehr ruhig zu. Nur manchmal fühle ich mich als Bremsklotz für den nachfolgenden Verkehr, besonders bei den Motorrädern.
Mir macht das aber nichts aus. Ich erfreue mich an der Landschaft. Am Col de la Schlucht sind mittlerweile alle Parkplätze für Wohnmobile gesperrt. Nur ein kleines Eckchen dient noch als kostenloser Parkplatz für Wohnmobile, was aber voll war. Deshalb gibt es von dort keine Bilder.
Bei der Auberge de Breizhousen ist auf dem Parkplatz noch Platz. Ich will aber weiter, auch wenn es sehr schade ist, und mache schnell noch ein paar Bilder von der herrlichen Aussicht.
Tja, in dem kommenden Etappenort „Le Markstein“ sind alle Parkplätze ab Freitag gesperrt, damit der gesamte Wagenpark der Tour sich dort hinstellen kann. Aber es ist ja nicht weit bis zum Col du Haag, wo ich mir die „Tour“ ansehen will.
Die kleine Auberge am Col du Haag ist richtig knuffig. Ich bin ja früh und wähle mir einen schönen Stellplatz aus. Da ich ordentlich bin, gehe ich zur Chefin ins Haus, und erhalte auf meine Anfrage eine Absage. Das ganze Gelände ist bereits vergeben. Jetzt heißt es umplanen. Also fahre ich notgedrungen weiter zum Grand Ballon. Seit Le Markstein muss ich mir die Straße mit Radfahrern einer Jedermann-Tour teilen. Es herrscht Chaos.
Am Grand Ballon habe ich die Auswahl von zwei Parkplätzen: links oder rechts. Rechts ist es sowas von schräg und außerdem voll mit PKW. Links könnte ich da stehen, wo schon alles mit Wohnmobilen voll ist. Der Rest ist Parkplatz fürs Restaurant „La Vue des Alpes“. Ich finde aber zum Glück hinter dem Restaurant noch einen Platz fürs Wohnmobil auf einer kleinen Lichtung, die von Bäumen und Sträuchern eingerahmt ist.
Von dort hab ich auch eine schöne Aussicht auf den Gipfel des Grand Ballon und auf das ehemalige (?) Hotel.
Nachdem das mit dem Platz geklärt ist, besuche ich die Terrasse des Restaurants und genieße die Aussicht, wenn es schon „La Vue des Alpes“ heißt, …
… bei Hirsch-Bier und Blaubeerkuchen. Als Kunde des Restaurants kann ich auch die Toilette benutzen. Damit habe ich für die Zeit meines Aufenthalts mein Stammlokal gefunden.
Etwas abgefahren war die Aussicht auf eine ganz besondere Dame. Ich konnte mir das Fotografieren des Outfits und die Gedanken an das bekannte Geschirr „Bayerisch Blau“ nicht verkneifen.
Es ist unheimlich heiß. Ich fahre beim Wohnmobil die Markise raus, damit ich etwas Schatten habe. Danach merke ich etwas die Kühle auf der Passhöhe von 1.325 m.
Am Spätnachmittag gibt es bei mir geröstetes Baguette mit Bärlauchpesto und Oliven.
Mittlerweile sind französische Wochenendausflügler weggefahren und ich habe mein Wohnmobil umquartiert. Nun hab ich eine tolle Aussicht auf voller Breitseite. Auch auf dem vorderen Parkplatz hat es eine Umschichtung gegeben. Vorherige Parker sind weg, Neue sind gekommen. Ich gehe um 17.00 Uhr noch einmal nach vorne und genehmige mir ein Weizenbier der Hirsch-Brauerei. Um 18.00 Uhr wird das Restaurant zugesperrt. Merken für die zweite Entleerungsmöglichkeit des Tages!!!
Ich stehe jetzt auf einem wunderbaren Platz mit tollem Blick auf den Sonnenuntergang. Obwohl es hier oben einige Grad kühler ist als in der Rheinebene, ist es in der Sonne um so heißer.
Wohnmobilisten sind so etwas von ruhig. Es ist vollkommene Stille, aber heiß. Ich hab die Fenster und Luken wieder auf.
Obwohl es hier oben einige Grad kühler ist als in der Rheinebene, das merkt man im Schatten, ist es in der Sonne um so heißer.
Tagesstrecke: 123 km
Montag, 13.07.2026
Blauer Himmel und Wärme ziehen schon am Morgen ins Wohnmobil hinein.
Hier stehe ich mitten in der Natur. Die Gatter für die Schafe sind zwar leer, aber die Flora ist ganz nah.
Immer wieder quälen sich Radfahrer die Straße hinauf. Am Samstag fahren die Profis in die entgegengesetzte Richtung hinunter.
Ich beginne heute mit einem neuen Tagesrhythmus: Erst der Toilettengang im „La Vue des Alpes“, dann einen „Grand café noir“ auf der Terrasse. Danach kann der normale Tag beginnen.
Ich habe jetzt einen herrlichen Platz. Links hinten steht mein neuer Bekannter, Joachim. Rechts hat sich ein französisches Ehepaar eingerichtet.
Mein Bauernfrühstück mit Bratkartoffeln, Speck, Ei und Gürkchen ist schnell gemacht.
Jetzt wird im Schatten gechillt.
Irgendwann sitzt Joachim vor seinem Wohnmobil und begleitet seinen Gesang auf der Gitarre. Das hört sich richtig gut an. Ich komme in den Genuss von einigen Bob Dylan-Songs.
Es ist ruhig und warm, alles ist gut.
Tagesstrecke: 0 km
Dienstag, 14.07.2026
Das neue Tagesritual wirkt sich sehr positiv auf den Füllstand meiner Toilettenkassette aus (Ich hab ja sicherheitshalber noch eine zweite Kassette dabei.). Nach dem Frühstück fasse ich den Entschluss, das heute nicht nur gefaulenzt wird. Ich mache einen Spaziergang auf den Grand Ballon (1.424 m).
Schon zu Beginn führt der schmale Weg steil bergauf.
Dort unten befindet sich die Auberge am Col du Haag, wo ich eigentlich hin wollte. Die Rennfahrer werden am Samstag von links auf einem supersteilen Radweg hinauf kommen und dann auf die Straße in Richtung Norden nach Le Markstein abbiegen.
Die Flora entlang des Weges ist dermaßen abwechslungsreich. Leider kann ich nur einge Pflanzen bestimmen.
Bei der Rückkehr zum Restaurant habe ich gerade Lust auf Würstchen mit Pommes und einem Kaltgetränk. Ich hätte es eigentlich wissen müssen, dass mir die Pommes anschließend schwer im Magen liegen.
Am Spätnachmittag treffen wir uns zu Viert auf unserem „Dorfplatz“, denn die Wohnmobile stehen drum herum, zum Boules spielen. Es ist ja so was von staubig, aber es ist schön in Gemeinschaft zu spielen.
Danach gehen wir um 17.00 Uhr zur Weißbiertime beim „La Vue“. Anschließend gibt uns Joachim noch einen Einblick seines Könnens. Man merkt ihm sein Hobby als Straßenmusiker an. Mittlerweile finden sich immer mehr Zuhörer ein.
Tagesstrecke: 0 km
Mittwoch, 15.07.2026
Mittlerweile ist wieder ein Teil der französischen Wohnmobilisten, die noch ein paar freie Tage um den französischen Nationalfeiertag nutzen wollten, nach Hause gefahren. Dafür sind jetzt die echten „Tourfreaks“ da. Es wird hier oben am Pass immer voller. Auf unserem idyllischem Fleckchen stehen nun Franzosen, Österreicher, Belgier, Schweizer, Deutsche und Bayern.
Der Tag steht wieder unter dem Motto: chillen, schauen, lesen! Und gegen den großen Hunger gibt es Rindergulasch mit Bandnudeln.
Joachim verwöhnt uns wieder mit seinem abendlichen Auftritt auf dem „Dorfplatz“. Leider wird das Konzert durch das Aufkommen eines Gewitters zum Abbruch gebracht. Mit dem Gewitter erreicht uns ein richtiger Starkregen. So etwas kenne ich schon gar nicht mehr.
Nachts werde ich von einem aufkommenden Sturm geweckt. Ich versuche noch die Markise ganz rein zu machen. Das gelingt aber nicht, da ich zu diesem Zweck die Stützen der Markise vom Wohnmobil lösen müsste, dafür ist der Wind zu stark. Ich drehe die Markise aber so weit heran wie es geht.
Tagesstrecke: 0 km
Donnerstag, 16.07.2026
Heute Morgen ist es bedeckt. Es gibt keine Sonne die mich aus dem Bett bringen will. Nach dem Frühstück schaue ich mir mal den Betrieb auf der Straße an.
Der Col de Grand Ballon füllt sich immer mehr. Von den Mitarbeitern der ASO (Organisator der Tour de France) werden im Aufstieg schon Absperrseile entlang der Straße angebracht.
Gegen Mittag gehe ich ins „La Vue“ und bestelle mir einen Flammkuchen mit Munsterkäse und einen gemischten Salat mit einer Senf-Vinaigrette. Es hat toll geschmeckt.
Wie man es nicht übersehen kann, trägt unser Bayer immer seine Lederhose und seinen Hut bei wechselndem T-Shirt. Mir kommt er irgendwie bekannt vor. Bei einem ausgiebigen Gespräch über die Fahrten zu den jeweiligen Tour-Etappen, schwärmen wir beide von unseren Besuchen am Mont Ventoux. Er erzählt mir von seinen Mitfahrern, einer Blaskapelle, und was sie eine Gaudi an ihrem Platz kurz hinter der Kurve nach dem Chalet Renard gehabt hätten. Jetzt wird es mir klar, wir standen nämlich auf dem großen Plateau kurz unterhalb von ihnen. Schon am frühen Morgen wurden wir von einem zünftigen Blaskonzert geweckt.
Es ist erstaunlich, wie sich abseits der Heimat, zusammen mit vielen Fremden, ein bleibender Tagesrhythmus einstellt. Auch heute geht es zum Weißbier-Treff und anschließend gibt es ein Platzkonzert. Seit gestern will auch die Natur mitmachen und schickt pünktlich, wie gestern, ein Gewitter mit Regen.
Trotzdem haben wir danach wieder einen tollen Sonnenuntergang.
Tagesstrecke: 0 km
Freitag, 17.07.2026
Die heutige Nacht war schlimm. Es hat fürchterlich gestürmt. Zum Glück hatte ich gestern Abend die Markise eingefahren. Das Wohnmobil hat dermaßen gewackelt. Und ich habe dadurch sehr unruhig geschlafen. Als Folge davon habe ich Rückenschmerzen.
Sonne und Bewölkung wechseln sich ab. Was bleibt, sind die stürmischen Böen.
Oben an der Straße hat sich seit gestern Abend einiges verändert. Die neu angekommenen Wohnmobile müssen in der Nacht und am frühen Morgen den Col erreicht haben. Mittlerweile sind aber auch wirklich die letzten Stellmöglichkeiten besetzt. Dabei kommt die Tour doch erst morgen hier vorbei.
Vor dem Chalet Hotel Grand Ballon steht diese moderne Sculptur. Ich weiß nicht mehr was sie darstellt und wer sie gestiftet hat. Aber dass man von dort oben eine wunderbare Aussicht hat, weiß ich.
Gestern Mittag habe ich bei einem Gast vom „La Vue“ ein leckeres „Choucroute garnie“ gesehen. Das habe ich mir heute Mittag dort bestellt – und es hat sich gelohnt. Vor allem bei einem Preis von EUR 16,80, trotz Ausflugslokal und Tour de France. Der Bierpreis wurde ab heute um EUR 0,20 erhöht.

Choucroute garnie (Sauerkraut und Salzkartoffeln garniert mit einem Schweinswürstchen, einer Würzwurst und zwei Scheiben gepögeltem Schinken)
Zurück am Wohnmobil lege ich mich noch ein wenig ins Bett. Draußen ist es kalt, und außerdem ist mein Stuhl durch den gestrigen Regenschutt nass geworden.
Gegen Abend wird von den Organisatoren auf der Straße noch einmal alles geordnet. Es darf niemand mit den Reifen auf der Straße stehen. Und die Lücken zwischen den Fahrzeugen dürfen nicht zu groß sein.
Für uns ist das alles natürlich ein großer Spaß.
Das Tour-Fahrzeug steht natürlich weiter raus.
Die Wohnmobile, die jetzt noch ankommen und keinen Platz mehr finden, müssen umkehren, da die Weiterfahrt in Richtung Le Markstein gesperrt ist.
Bei einem Rosé und ein wenig Musik lasse ich den Tag ganz in Ruhe ausklingen. Auf einen Sonnenuntergang muss ich leider verzichten.
Tagesstrecke: 0 km
Samstag, 18.07.2026
Heute ist der große Tag. Die Tour-Etappe über die Vogesen kommt direkt vor „unserer Haustür“ vorbei. Trotzdem ist es auch ein wenig traurig, denn so toll das Ereignis mit den Radfahrern ist, die Zeit davor ist etwas ganz Besonderes.
Die ersten Zuschauer sitzen schon am Morgen vor ihren Wohnmobilen und schauen dem Treiben zu. Es ist kühler geworden, und manche Fans haben sich dicke Sweatshirts angezogen.
Auf der Straße wimmelt es nur so von Radfahrern, die von beiden Seiten auf den Col gekommen sind. Sie wollen nicht nur dabei sein, sondern auch genau wie die Rennfahrer gelitten haben.
Das Merchandising ist ein lohnendes Geschäft.
Um 11.00 Uhr stürze auch ich mich mit einem Klappstuhl in den Trubel und suche mir einen Platz. Den finde ich sogar in der ersten Reihe neben meinen Nachbarn vom Stellplatz, die wiederum ihren Platz vor einem Wohnmobil einnehmen durften. Ich dann ebenfalls.
Jetzt kommen so langsam die Teamfahrzeuge vorbei, die an vorher festgelegten Stellen für die Verpflegung der Rennfahrer sorgen sollen.
Wie man hier sieht, geht es auch zu Fuß und mit Rucksack. Sportlich, sportlich!
Die Tour-Karawane kommt um 12.15 Uhr laut hupend vorbei. Fastnachtsgefühle kommen auf, wenn Werbegeschenke in Hülle und Fülle geworfen werden.
Und wieder kommen weitere PKWs der einzelnen Teams.
Jetzt beginnt das gespannte Warten. Wer wird als Erster kurz vor dem Pass bei uns vorbei kommen. Gibt es eine Spitzengruppe, oder kommt das geschlossene Feld vorbei. Denn der Tag wird für die Rennfahrer noch sehr schwer.
Die Eurosportexpertin und für die Interviews an der Strecke zuständige Hannah Walker kommt im Dauerlauf mit ihrem Kameramann bei uns vorbei. Die ersten Fahrer scheinen nicht mehr weit weg zu sein.
Zwei Fahrer haben sich etwas aus einer Spitzengruppe abgesetzt und sprinten um die Punkte für das Bergtrikot.
Valentin Paret-Peintre von Soudal Quick-Step hat sich durch gesetzt und wird als Erster vor einem Fahrer von EF Education-Easypost den Col de Grand Ballon passieren.
Die Spitzengruppe ist durch den Bergsprint etwas auseinandergefallen.
Rechts im Bild sieht man den Rücken des Deutschen Georg Steinhauser (46) von EF verschwinden. Links von ihm fährt der Träger des Weißen Trikots, für den besten Fahrer unter 25 Jahren, Kévin Vauquelin von Netcompany INEOS.
Die zwei Fahrer beschließen die Ausreisergruppe. Bei ihnen merkt man im Gesicht schon die Qualen.
Und schon kommt das Hauptfeld angejagt. Allen voran fährt die „deutsche nimmermüde Dampflok“ Nils Politt vom UAE Team Emirates XRG. Und hinter ihm kommt ein Zug mit Red Bull-Fahrern.
Tim van Dijke von Red Bull-Bora-Hansgrohe hält sich noch vor einigen Fahrern von LIDL-Trek.
Der „Dominator in Gelb“ erscheint nun, eingerahmt von seinen Teammitgliedern, vorneweg der Mexikaner Isaak del Toro. Dahinter fährt im Gepunkteten Trikot, stellvertretend für den eigentlichen Träger, Jonas Vingegaard.
Am Ende des Hauptfeldes fällt es einigen Fahrern schon schwer, das Tempo mitzuhalten. Von rechts: Nicolas Breuillard (Total Energies), Michael Valgren (EF Education Easypost)
Die jetzt noch kommenden Fahrer sind durch Reifenschäden zurückgefallen und versuchen mit allen Mitteln wieder Anschluss zu finden. Es wird aber schwer werden, bei dem an der Spitze gefahrenen Tempo noch in dem Zeitlimit das Ziel zu erreichen. Denn vor den Fahrern liegen noch 120 km und drei zu überfahrene Pässe. Und in ihrem Rücken fährt immer der sogenannte Besenwagen, der die abgehängten Fahrer ohne Teamfahrzeug nach ihrem Ausstieg einlädt.
Welche gefühlten Unterschiede in Metern und Geschwindigkeit, und doch ist alles innerhalb von nur drei Minuten vor unseren Augen geschehen.
Ein Großteil der Zuschauer vom Col de Grand Ballon zieht nun zum 1,5 km entfernten Col du Haag, um den „Kampf“ der Fahrer nach einer kleinen Runde durch die Vogesen an der besonders harten Steigung des Col du Haag und sechs Kilometer vor dem Ziel zu sehen. Dies war auch mein Plan. Es ist aber ein Gewitter aufgekommen, und der Starkregen zieht genau auf auf das Gebiet um den Col du Haag zu. Das tue ich mir nicht an. Ich gehe stattdessen ins Wohnmobil und schaue mir den Rest der Etappe im TV an.
Die Zuschauer sind alle durchnässt. Die Fahrer haben aber Glück, der Sturm und der Regen toben sich immer gerade in dem Teil aus, in dem sich die Fahrer nicht befinden. Das Fahrerfeld muss nur besonders in den nassen Kurven der Abfahrten aufpassen, damit keine Stürze passieren.
Am TV sehe ich dann, dass am Col du Haag sich die Tour-Fans um die Kreuzung herum wie in einem Stadion in mehreren Reihen gruppiert haben. Im Fernsehen sprechen sie allein von mehreren tausend Zuschauern auf diesere kleinen Fläche. Und auf dem Parkplatz wo ich eigentlich stehen wollte, ist ein riesiges Zelt mit Bewirtschaftung des Tour-Veranstalters ASO aufgebaut worden um VIPs zu verköstigen.
Natürlich gewinnt Tadej Pogacar die Etappe mit 38 Sekunden Vorsprung vor seinem Teamkameraden Isaac del Toro. Unsere deutsche Hoffnung Florian Lipowitz wird mit 50 Sekunden Rückstand Siebter.
Am Abend verkünden die Medien, das es noch nie so viele Zuschauer bei einer Tour de France-Etappe gegeben hätte. Es sollen heute nach Schätzungen weit über eine halbe Million Zuschauer gewesen sein.
Gegen Abend löst sich nach Aufhebung der Straßensperre so langsam das Wohnmobillager auf. Ich bleibe noch bis morgen da. Einmal bin ich am Blanche de Belles Filles nach der Etappe losgefahren und stand dann stundenlang im Stau.
Draußen ist es ungemütlich. Alle haben sich in ihre Wohnmobile verzogen. Das Gemeinschaftsgefühl ist scheinbar auch bereits abgereist.
Auf den heutigen Tag und die Tour zurückblickend bin ich aber doch froh. Die um uns herumstehenden Fans, und nur für die kann ich sprechen, haben bei den an uns vorbeifahrenden Rennfahrern, und zwar vom Ersten bis zum Letzten, alle begeistert geklatscht. Es gab keine „Verrückten“, die vor den ankommenden Rennfahrern die Fäuste ballen und rumbrüllen, als wäre dies eine Art der Anfeuerung. Es gab auch keine „Rücksichtslosen“, die nur in die Kamera schauen und sich produzieren wollen, ohne etwas von den Fahrern mitzubekommen, sie aber dabei gefährden.
Tagesstrecke: 0 km
Sonntag, 19.07.2026
Nachts hat es oft geregnet. Auch jetzt kommen noch Schauer runter. Mir kommen die komischen Bremsgeräuche meines Wohnmobils wieder in den Sinn. Ich warte noch etwas ab. Nachdem es aufgeklart hat, bereite ich meine Abfahrt vor. Ich werde aber nicht über Munster zurück fahren, sondern in Le Markstein schon rechts nach Guebwiller abbiegen. Auf dieser Straße stehen noch über einige Kilometer am Straßenrand die Wohnmobile, die sich oben bei Le Markstein nicht hinstellen durften.
Das Schrabben der Bremsen bei der Bergabfahrt ist blöd. Ansonsten komme ich aber gut voran und bin schon um 11.30 Uhr in Wissembourg. Ich esse im Royal Wok noch Büfett, und nehme für meinen jüngsten Sohn noch eine Portion „karamellisiertes Hühnchen“ mit.

karamellisiertes Hühnchen, gebratene Nudeln, ausgebackene Crevetten und Fisch mit süßsaurer Soße und gebackener Lachs
Entgegen der vorherigenPlanung fahre ich auch nach der Entsorgung in Wissembourg direkt weiter in Richtung Heimat.
In Edenkoben tanke ich noch und erschrecke bei einem Literpreis Diesel von EUR 2,159. Verrückt !!! Auf der Hinfahrt vor wenigen Tagen waren es noch EUR 1,919. Um 16.30 Uhr bin ich wieder Zuhause.
Tagesstrecke: 412 km
Nachtrag:
Die Bremsen an der Hinterachse sind aus einem unbekannten Grund unterschiedlich zugegangen. Ein Belegsatz und beide Scheiben mussten erneuert werden.
Kostenpunkt: EUR 595,57 (Es wird nichts mehr billiger!)























































































































