Frankreich – Pfingsten 2026 in Wissembourg (Elsass)

Nach meiner letztendlich doch in temporärer Begleitung gemachten Tour über Dresden, Wroclaw und Österreich, will ich es jetzt alleine versuchen. Ich muss es verinnerlichen, dass sich Lena nunmal im vergangenen Januar alleine auf ihre letzte große Reise begeben hat.

Als Ziel bietet sich das Pfingstfest in Wissembourg (Elsass) an, zumal dieser schöne kleine Ort sowieso fast unsere zweite Heimat geworden ist. Er besteht aus einer Mischung von französischer und deutscher Kultur, es ist eben Elsass, geprägt durch den ständigen politischen Wechsel in der Vergangenheit. Außerdem punktet diese zauberhafte Kleinstadt mit ihrer Nähe.

Bei dem verlängerten Wochenende vom 21. bis zum 25.05.2026 bin ich insgesamt 412 km gefahren, und habe in Wissembourg auf dem kostenlosen Parkplatz mit V+E gestanden.

 

Donnerstag, 21.05.2026

Das Packen für das verlängerte Wochenende einer Person ist schnell erledigt. Zumal ich ja einen Teil der Einkäufe in Wissembourg machen möchte. Es ist wunderschönes Wetter und die Fahrt kann beginnen.

Das erste Hindernis der Reise erwartet mich schon nach wenigen Kilometern auf der B417 mit einer Vollsperrung bei Görsroth. Jetzt erinnere ich mich auch an den Zeitungsartikel über die Straßenarbeiten auf der B417. Die Umleitung führt mich auf die A3 und die A66 in Richtung Kreuz Mainz Süd. Juche, dort gibt es keine Baustelle mehr.

Die nächste Überraschung lässt aber nicht lange auf sich warten. Auf der A65 in Höhe Neustadt a.d.Weinstraße kündigt mir das Navi die baldige Abfahrt von der Autobahn in Richtung Bad Bergzabern an. Ich will aber erst bis Lauterbourg fahren und dann die Landstraße nach Wissembourg. Das Ergebnis ist, ich werde durch einen Unfall mit Vollsperrung ausgebremst und muss auf der Autobahn wieder bis Landau-Süd zurückfahren, um dann über Bad Bergzabern ans Ziel zu gelangen. Meine Lehre: Leg dich nicht mit einem Navi mit Echtzeitnavigation an, auch wenn du immer Recht haben willst.

Wissembourg begrüßt mich schon mit einem großen Plakat zum „Fêtes de Pentecôte“, dem Pfingstfest. Ich fahre als erstes zum LIDL. Dort starte ich den Einkauf ganz wichtiger Dinge: Dosenbier ohne Pfand, Rosé und Pastis!!! Danach schaue ich mich noch nach ein paar Kleingkeiten um, die ich auch noch zum Leben brauche.

Nun sind es nur ein paar hundert Meter bis zu dem Parkplatz an der Ver- und Entsorgung. Es ist Hochbetrieb. Die Wohnmobile stehen schon in zwei Reihen. Irgendwo passe ich noch rein, und ein kleines Bäumchen wirft etwas Schatten auf meinen Kühlschrank. Das ist bei der momentanen Sonnenstrahlung sehr von Vorteil.

Den Nachmittag genieße ich in Ruhe bei der Lektüre eines Buches. Gegen 18.30 Uhr nehme ich mir mein Fahrrad um gemütlich zur Zone d’activité zu fahren, denn dort befindet sich das „Royal Wok“. Dies ist ein außergewöhnliches chinesisches Büfett-Restaurant. Die vielen Speisen sind in vier Reihen à zwei Kühlbüfetts aufgebaut. Hier zeig ich nur eine kleine Auswahl der Auslagen und meiner Teller.

Sushi, Sashimi Lachs, Algensalat, Sojasoße und Ingwer

Meeresfrüchte auf glasiertem Gemüse

gebackenen Fisch, gebratenen Tintenfisch und Crevetten, karamelisiertes Hühnchen und gebratene Nudeln

Iles flottante (schwimmende Inseln oder Schnee-Eier) in Vanillesoße und Mousse au chocolat (braun und weiß)

Es hat wie immer sehr gut geschmeckt, doch ist es schon komisch, so ganz alleine am Tisch zu sitzen.

Wieder beim Wohnmobil kann ich den Abend bei etwas abkühlenden Temperaturen mit Muse genießen.

Tagesstrecke: 224 km

 

Freitag, 22.05.2026

Der neue Tag beginnt mit den gleichen Farben am Himmel, mit denen er am Vortag aufgehört hat.

Die nächstgelegene Bäckerei ist circa 200 m entfernt und bietet eine riesige Auswahl.

Mein Einkauf für das Frühstück umfaßt ein Baguette und ein Buttercroissant.

Mein Lenchen ist trotz allem immer noch dabei.

Am späteren Vormittag mache ich auf der bekannten Route entlang der Rue Nationale einen Spaziergang durch die Gemeinde.

Dabei fällt mir diesmal auf, dass die heimischen Künstler sich zur Ankündigung für die 1. Biennale d’Aquarelle etwas ganz besonderes haben einfallen lassen. In jedem Geschäft wird ein Bild eines Künstlers ausgestellt, mit dem er sich vorstellen kann.

Die Abbatiale Saint Pierre et Paul sieht mit den roten Rosen im Vordergrund noch viel wirkungsvoller aus. Da ja beide Heiligen als Märtyrer hingerichtet wurden.

Teil des Kreuzgang des Klosters

Vom Dahner Felsenland kommend fließt die Lauter durch Wissembourg.

Im Anschluß an die Anlagen des Quai Anselmann befindet sich der Place du Saumon mit dem Office de Tourisme und dem Restaurant „Le Saumon“.  Letzteres verlockt mich direkt zu einem Grand Café noir und einem Fläschen Sprudelwasser.

Mit solch einem Ausblick genieße ich in aller Ruhe den Café und die erfrischende Kühle des Wassers.

So vergeht und vergeht die Zeit, und ich merke, dass es schon Mittag ist und ich mir noch eine Tarte flambée traditionelle bestellen kann.

Auf dem Weg zurück zum Wohnmobil finde ich noch einen weiteren Postkarten-Ausblick auf die Lauter.

Beim Wohnmobil angekommen suche ich mir ein schattiges Plätzchen und halte Mittagsruhe.

So gegen 17 Uhr beende ich meinen Müßiggang, denn ich will ja noch auf meine täglich angestrebte Schrittzahl kommen. Diesmal wähle ich den kleinen Stadtpark und die Rue de la République um in die stadt zu gelangen. Dabei komme ich an der Patisserie Daniel Rebert mit den leckeren Auslagen vorbei.

Teilweise sind die Häuser zum Pfingstfest festlich geschmückt.

In der Bar „Le Munich“ ist in zweiter Reihe ein schattiger Platz frei, wo ich mir ein gutes Hefeweizen der Schwarzwälder Rothaus Brauerei einverleiben kann. Rothaus hat in fast allen hiesigen Gastbetrieben die Vertriebsrechte erworben.

Wie ich so gemütlich hier sitze, erreicht mich der tägliche Anruf meines jüngeren Sohnes, der sich immer erkundigt wie es mir geht. Auf meine Rückfrage an ihn, empfiehlt er mir mal nach links zu schauen. Grinsend kommt er anspaziert und meint, dass er mit seinem Wohnmobil hinter mir steht. So weit zum Thema: Ich fahr dann mal alleine auf Tour.

Nach ausgiebigen Erzählungen machen wir noch eine kleine Runde an der Lauter entlang durch die Faubourg de Bitche und an den Remparts vorbei.

altes Waschhaus

Tagesstrecke: 0 km

 

Samstag, 23.05.2026

Nach dem Frühstück fahre ich nochmal mit dem Fahrrad in die Zone d’activité zum „Centrakor“ und kaufe mir dort einen neuen, schönen, großen, gelben Sonnenschirm für Zuhause. Christian kann mir helfen, den Schirm zum Wohnmobil zu tragen.

Heute ist vor dem Rathaus Wochenmarkt. Der afrikanische Straßenverkäufer zieht durch die Stadt und überall werden Bühnen und Biertische samt Bänken aufgestellt. Die Vorbereitungen zum Pfingstfest laufen endlich an.

Wir essen im „La Passade“ zu Mittag und beobachten die vorbeiziehenden Leute.

Am Spätnachmittag ist es endlich so weit. Die Winzergenossenschaft Cleebourg hat ihren Weinstadt aufgebaut und sofort in Betrieb genommen. Der Betrieb ist noch überschaubar, denn es sind nur die da, die immer da sind, und es nicht erwarten konnten da zu sein – genau wie ich. Mit einem Crémant d’Alsace Rosé aus Cleebourg in der Hand ist es doppelt schön.

Tagesstrecke: 0 km

 

Pfingstsonntag, 24.05.2026

Heute hat die nahe gelegene Bäckerei geschlossen, also gehe ich durch die Rue des Écoles zur Nächsten. Dabei komme ich schon in den Trubel des Großen Festmarktes. Die Einen haben schon alles aufgebaut und die Waren ausgelegt, die Anderen sind noch voll am rotieren. Das Warenangebot ist sehr vielschichtigt.

Nach dem ausgiebigen Frühstück, heute auch mit verschiedenen Eclairs, machen wir uns auf einen Besichtigungsrundgang. Dabei kreuzen viele Trachtengruppen unseren Weg.

Nicht nur uns ist es zu heiß.

Welch ein Käse-Angebot.

Uns zieht es noch einmal in ruhigere Gegenden, … und in die Gasse der Faubourg de Bitche, …

in die Gasse der Faubourg de Bitche, …

und zur Mühle an der Lauter. Neben dieser liegt ein weiterer Stellplatz ohne V+E für Wohnmobile.

Es gibt auch schöne Gassen abseits der Touristenwege.

Zurück im Trubel gibt es für mich im „La Vignette“ zur Stärkung ein Steak nach Art des Hauses mit Pommes und Salat.

Nun ist aber wirklich Ruhe am Wohnmobil angesagt, bevor wir wieder am Abend in Richtung Rathaus ziehen. Dabei füllen wir bei der Hitze erst unseren Flüssigkeitspegel im „La Vignette“ auf. Anschließend besuchen wir den Weinstand der Cleeburger. Für mich gibt es Crémants, rosé und weiß, und leckeren Flammkuchen zu wirklich zivilen Preisen.

Tagesstrecke: 0 km

 

Montag, 25.05.2026

Christian ist nach dem Frühstück wieder Nachhause gefahren. Ich lasse es langsam angehen, und ziehe noch einmal an den vielen Marktständen vorbei. Dabei finde ich noch einen schönen echten Ledergürtel für mich.

Nach ausgiebiger Entsorgung mache auch ich mich auf den Weg nach Hause. Die Heimfahrt verläuft ganz ruhig.

Tagesstrecke: 188 km

 

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