Griechenland Herbst 2018 – Peloponnes und Italien Teil 2

Montag, 10. September 2018

Der Erholung war genug Zeit gegeben. Christian will sich noch auf die Suche von Nakos machen. Uns zieht es aber weiter nach Süden. Doch nach nur wenigen Kilometern halten wir bei dem alten Heilbad von Loutra Killinis. In dem Eukalyptus-Wäldchen gibt es 26° warme, schwefelhaltige Thermalquellen mit Heilschlamm. Die Schlammpackungen helfen gegen jegliche Haut- und Gelenkbeschwerden. Heute wie damals schmieren sich die Leute diesen Schlamm auf den Körper.

Überreste der alten Badeanlage

dem Verfall preisgegebenes „neueres“ Gebäude

Vorbei an Pyrgos, wo wir eine kleine Mittagsrast einlegen und beim LIDL einkaufen, und Kiparissia,

fahren wir bis kurz vor Pylos nach Gialova. Hier treffen wir wieder auf Christian.

Zur Übernachtung wollen wir auf den Campingplatz „Erodius“ (EUR 21,00 ohne Strom). Die Einrichtungen sind gut, die Stellplätze sehr groß und überdacht und es gibt einen direkten Zugang zum Strand. Das Restaurant testen wir heute Abend. Jetzt ist erst einmal eine ausgiebige Abkühlung angesagt.

Tagesstrecke: 163 km

 

Dienstag, 11. September 2018

Heute machen wir eine kleine Rundtour mit Christians PKW. Unser erstes Ziel ist der Kalamari Wasserfall bei Shinolakka. In Gialova zweigt der Weg dorthin noch gut ausgeschildert von der Hauptstraße ab. Der Weg und die Ausschilderung werden immer schlechter. Bei einer Gabelung verpassen wir den richtigen Weg und landen statt bei dem Wasserfall auf der Anhöhe in dem Dorf Shinolakka. Hier drehen wir trotz der Auskunft einer Einheimischen zwei Ehrenrunden.

Nachdem wir wieder ein paar Kilometer zurück gefahren sind, sehen wir bei der Abzweigung das versteckte Hinweisschild zu dem Wasserfall. Der Weg dorthin ist grottenschlecht. Mit dem Wohnmobil wäre er nicht befahrbar.

Ein Parkplatz befindet sich in einem kleinen ebenen Bereich unter Olivenbäumen. Von hier aus geht es zu Fuß ungefähr 20 Minuten zum Wasserfall.

Christian wollte für die Weiterfahrt undbedingt wieder ein sauberes Auto.

Als nächstes fahren wir nach Pylos, spazieren am Hafen und um den Marktplatz herum und essen dort zu Mittag.

Blick über ein Teil der Navarinobucht

Pylos

drei ganz junge …

… und die Mama

Zum Essen gab es, da wir weder Gegrilltes noch Ausgebackenes essen wollten, unter anderem:

Briam (Gemüsepfanne aus Auberginen, Zucchini, Katoffeln, Tomaten und Zwiebeln

Imam (gefüllte Auberginen)

schöne Plätze unter den mehr als 100 Jahre alten Platanen

Fotoshooting: Dame in rot

Wir waren schon sehr oft in Pylos, aber noch nie hinter den rundumlaufenden Mauern des 1572 errichteten Niokastro, der Zitadelle hoch über Pylos. Die historische Fläche ist riesig und besteht aus einem unteren Bereich mit einer griechisch-orthodoxen Kirche und Überresten von Wohn- und Verwaltungsgebäuden. Über allem thront die sechseckige Festung.

Christian hat noch nicht genug und will unbedingt noch einmal nach Methoni. Er hat sich eine harte 2-wöchige Tour rund um den Peloponnes vorgenommen. So geht es weiter in den Süden Messeniens. Wir parken direkt vor dem Kastro von Methoni. Zuerst wollen wir nur links herum am Strand entlang spazieren.

Dann reizt es uns aber doch, auch zum dritten oder vierten Mal durch die großzügige Anlage bis vorne zum venezianischen Wehrturm zu laufen. Methoni wurde bereits zu Zeiten der Römer als Festung ausgebaut. Später kam es unter die Verwaltung der Osmanen. Im 17. Jhdt. bauten die Venezianer die Festung landseitig noch weiter aus. Trotzdem wurde die Stadt wiederum von den Osmanen besetzt. Im Griechischen Unabhängigkeitskriegkrieg wurde Methoni 1825 dann total zerstört.

venezianische Säule

Befestigung des Südtores

venezianischer Wehrturm, außerhalb der Mauern

Fotoshooting eines Brautpaares à la „Titanic“

Badehaus

innere Mauer der landseitigen Festung

Die Besichtigungstour war insgesamt sehr anstrengend und wir kommen total müde im Dunkeln wieder zum Campingplatz zurück.

Tagesstrecke für uns: 0 km

 

Mittwoch, 12. September 2018

Es wird gepackt und ver- bzw. entsorgt. Unser erstes Ziel für heute ist die Voidokilia-Bucht. Ich versuche vom Campingplatz aus einfach weiter zu fahren. Unter Bäumen stehen zwar viele ausgebaute Lastwagen, doch ist die Zufahrt zur Bucht mit einem Balken versperrt.

Also geht es wieder zurück und wir fahren die Bucht, wie auch sonst, von der anderen Seite an. Bis Voidokilia ist die Straße gut zu befahren. Danach geht es über eine schmale Schotterpiste, die nicht viel Platz für den Gegenverkehr läßt. Die Lagune ist aber ganz einfach nur traumhaft. Ganz egal wie oft man schon hier war.

Und hinter den Dünen, zum Landesinneren hin, liegt das Naturschutzgebiet.

Flamingos

Nach einem ausgiebigen und erfrischenden Bad verabschieden wir uns von Christian und Leslie. Die Wege trennen sich. Wir fahren über Kalamata an die westliche Küste des Taigeto. Zum ersten Mal seit vielen Tagen zeigen sich dunkle Wolken am Himmel. Es verirren sich auch ein paar Regentropfen auf unsere Windschutzscheibe.

Unser Mittagessen in Kalamata besteht aus zwei Pita Gyros und ein Wasser für EUR 4,90. Der Imbiss ist sehr gut besucht.

Spanferkel stand auch noch zur Disposition.

Die Straße führt uns an der Küste hoch hinauf. Wir kommen durch kleine wirklich sehenswerte Ortschaften.

Danach geht es wieder steil hinunter nach Kardamyli und Stoupa, zwei Badeorten. Wir finden hier kein Plätzchen für uns, werden dann aber in Agios Nikolaos für unsere Suche vollauf entschädigt. Links hinter dem Hafen befindet sich ein Parkplatz, der für eine Übernachtung vollauf seinen Zweck erfüllt.

An der „Promenade“ entlang gibt es noch zahlreiche offene Bars und Restaurants, und ab 20.00 Uhr ist die Straße für den Verkehr gesperrt.

Tavla wird überall gespielt

Erdbebenschaden

Unser kleines Mahl in exponierter Lage.

unser Stellplatz im Abendlicht

Es geht auf den Abend zu. Die Stellfläche wird ausgeweitet.

abendlicher Trubel in Agios Nikolaos.

Tagesstrecke: 124 km

 

Donnerstag, 13. September 2018

Der Himmel zeigt sich wieder in einem strahlenden Blau. Auf der Suche nach einem frischen Brot, komme ich morgens an den Fischerbooten vorbei, wo gerade frische Ware zum Verkauf angeboten wird.

Säubern der Netze für den nächsten Fang

Bevor wir weiter fahren, nutzen wir das schöne Wetter nochmals zu einem kleinen Spaziergang durch Agios Nikolaos.

Die Männer sitzen schon morgens wieder im Kafenion.

Kirche von Agios Nikolaos

Heute besteht die Fahrt aus einem ständigen auf und ab. Als wir dabei den kleinen Ort Nomitsi durchfahren, fallen uns zwei Kirchen ganz besonders auf. Zuerst ist es in der Ortsmitte eine alte byzantinische Kirche, die schon etwas dem Verfall preisgegeben ist und tiefer als das Straßenniveau liegt. Sie stammt aus dem 13. Jhdt. und ist den Agios Anargyroi (den heiiligen Geldverächtern; hier: Kosmas und Damian) geweiht. …..

Blick zurück nach Agios Nikolaos

Mitte : Hl. Georg

Yukablüte

…. Am Ortsende steht die Church of the Metamorphosis, ein besonders schönes Beispiel byzantinischer Architektur, deren Anfänge im 11. Jhdt. liegen. In der Zwischenzeit haben einige Restaurierungen stattgefunden. Die Dachform des ansonsten quadratischen Baues zeigt bereits die räumliche Innengestaltung in Kreuzform.

 

In Nea Itilo schauen wir uns mal an, wie die Wohnmobile dort aufgereiht stehen. Dann weiter in Richtung Pirgos Dyrou zum Sauriereier-Strand. Die Abfahrt dorthin ist letztendlich doch nicht so steil, wie sie ausschaut, und einige Wiederkäuer stehen dumm rum. Wir kochen uns dort zu Mittag und ruhen uns noch ein wenig aus.

die etwas enge Durchfahrt von Elaioxori

Ithilo

Oliven-Einkauf

Bucht von Nea Ithilo

Limeni

Limeni (Ausschnitt)

Sauriereierbucht

Strandkunst mit Stein

gegenüber liegt ein Eingang zu den Dirou-Höhlen

Jetzt sind ja noch mehr Rindviecher auf der Straße.

Die letzte Etappe nach Githio zum Schiffswrack läßt sich vollkommen relaxt fahren. Zum Schwimmen ist es uns etwas zu spät geworden, so laufen wir am Strand entlang bis zum Schiffswrack und genießen den Abend.

Übernachtungsplatz beim Schiffswrack hinter den Dünen

Blick hinüber nach Gythio

Tagesstrecke: 97 km

 

Freitag, 14. September 2018

Vor uns liegt eine lange Strecke, trotzdem halten wir in Githio noch einmal an, da sich ein großer Wochenmarkt über mehrere Straßen erstreckt. Wir schauen uns viel an, ohne aber etwas zu kaufen.

Ganzjahresdomizil für den Weihnnachtsmann?

 

In Sparta fahren wir extra von der Hauptstraße ab, um in einem kleinen Imbiss etwas zu essen. Alle Versuche sind erfolglos. Irgendwie sind wir nicht in die entsprechenden Straßen gekommen. Bis kurz vor Tripoli fahren wir auf einer super ausgebauten Straße. Dann führt mich mein Navi auf kleine und noch kleinere Straßen, zwecks Abkürzung, über Tegea und Stadio nach Steno, wieder auf die Hauptstrecke nach Mili und Nafplion (Wie sich später herausstellt, wird Christian von seinem Navi den gleichen Weg geschickt.). Wir sind hier auf 1000 m und wissen, dass wir auf einer relativ kurzen Strecke mit Serpentinen wieder auf Meereshöhe hinunter müssen. Kurz bevor die Bremsen heiß werden, erreichen wir Mili.

Am Meer entlang fahen wir zum Hafenparkplatz von Nafplion. Hier stehen viele Wohnmobile, doch uns gefällt die „Nachbarschaft“ nicht. Wir bummeln ein wenig durch die Gassen, treffen Christian und Leslie und essen verspätet zu Mittag. Natürlich führt kein Weg an unserem Lieblingslokal vorbei. Hier haben wir schon vor vielen, vielen Jahren noch in der Küche unser Essen ausgesucht. Da wurde das Lokal noch von den Eltern des heutigen Besitzers geführt, der mittlerweile auch schon so alt ist.

„unser“ Lokal

kleine aber feine Kirche

Aufgrund der besagten „Nachbarschaft“ wollen wir nicht im Hafen übernachten, sondern entschließen uns, schon heute nach Epidaurus auf den Bekas-Camping (ACSI-Platz EUR 17,00 mit Strom) zu fahren. Hier ist es auch schon die nächste Generation der Besitzer, die den Campingplatz führen. Und unser älterer Sohn fühlte sich als Kind hier wie im Paradies, da er sich an Ostern Orangen, Zitronen und Mandarinen direkt von den Bäumen pflücken konnte.

Camping Bekas, noch in zweiter Reihe

Tagesstrecke: 200 km

 

Samstag, 15. September 2018

Heute ist wieder eine PKW-Tour geplant. Schon früh fahren wir in den Südzipfel der Argolis nach Ermioni.

Ermioni

alte Taverne in Ermioni

alle warten auf die Fähre

Von dort geht es um 10.55 Uhr mit dem Boot, der „Flyingcat 3“ (Einzelfahrt EUR 8,00), auf die Insel Hydra.

Wir sitzen wie in einem Bus.

Hydra ist Tourismus pur. Ständig werden „neue Ladungen“ an Land gebracht. Von den weit auf der Insel verstreuten Hotels bzw. Ferienanlagen werden mit hoteleigenen Boten, den“Taxis“, Touristen in den Hauptort der Insel gebracht. Trotz allem ist es hier schön, so ursprünglich. Keine Autos oder Mopeds lärmen durch die Gassen. Man hört nur die Anfeuerungen für die Mulis.

Wir streifen durch die Gassen, wie viele andere Menschen auch, beehren eine Bar und in einer kleinen Seitengasse eine familiäre Taverne.

die Lastenträger durch die engen Gassen

ein wunderbarer öffentlicher Kräutergarten

Für dieses Licht und die malerischen Winkel kommen viele Maler nach Hydra.

Auf dem Weg um den Hafen herum und zu den Sonnenuntergangsterassen, kommen wir an Motorbooten vorbei, die schon etwas größer sind, und die man für EUR 135.000,00 die Woche samt Besatzung mieten kann.

„Rent a Boat and Crew“ für EUR 135.000/Woche

Hochzeitsvorbereitungen

Das ist jetzt für uns

Damit es für unsere weitere Heimfahrt nicht ganz so spät wird, fahren wir schon um 18.00 Uhr wieder nach Ermioni zurück. Diesmal nehmen wir die „Elena Star“ (EUR 7,50). Sie ist kleiner. Trotzdem setzen wir uns oben aufs Deck, wo höchstens 15 Personen hin passen.

In Ermioni und beim LIDL in Kranidi kaufen wir noch etwas ein, bevor es weiter zum Campingplatz nach Epidaurus geht.

Ankunft in Ermioni

Blick auf Epidaurus …

… und später Einkauf von Tomaten und Orangen

Tagesstrecke für uns: 0 km

 

Sonntag, 16. September 2018

Faulenzen und schwimmen bestimmen den Tagesablauf. Damit wir aber nicht vollständig einrosten, gehen wir am Abend zu Fuß in den Ort. „Unsere“ alte Pizzeria ist das Ziel. Es hat sehr gut geschmeckt, doch befanden sich zu viele Mücken unter dem Tisch.

Feigen

Trauben aus „Nachbars“ Garten

im Gänsemarsch zum Futtertrog

Das Nachtleben von Epidaurus in der Nebensaison!

Tagesstecke: 0 km

 

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