Mit einer Tour durch Dänemark möchten wir ein schon lange angedachtes Reiseziel endlich in diesem Jahr starten. Dänemark ist für uns nicht mehr ganz Neuland, da wir 1980 bei unserer Reise über Kopenhagen – Stockholm – Oslo – Skagen, damals noch mit Zelt, bereits ein wenig von dem Land gesehen haben. In 2020 haben wir dann, im Anschluß an einen Trip nach Sylt, die Halbinsel Römö und die Stadt Ribe besucht. Nun wollen wir mit einer ausgiebigen Tour noch viel mehr Eindrücke „aufsaugen“.
Wie man es von uns kennt, gestaltet sich der Beginn oder das Ende der Reise ein wenig ungewöhnlich. Denn diesmal beginnen wir im zweiten Teil unserer Sommer-Konzerte-Tour mit zwei Konzerten – Santana und Jethro Tull, bevor wir uns auf den Weg nach Dänemark machen. Wir waren vom 07.08. bis 09.09.2025 auf Tour und haben dabei auf Stellplätzen und geduldeten Möglichkeiten übernachtet. Auf der Reise haben wir insgesamt 3.146 km zurückgelegt.
Donnerstag, 07.08.2025
Direkt nach dem Kauf der Eintrittskarten für das Konzert mit Carlos Sanatana, habe ich für uns einen Stellplatz im Reisemobilhafen Köln gebucht (Gebühr EUR 18,00/24 Std.). Dadurch haben wir schon eine entspannte Anreise bei schönem Wetter.
Nach einem kurzen „Hallo“ beim Betreiber, spazieren wir am Rhein entlang in Richtung Altstadt. An der Uferpromenade werden die Getränkestände für das Bier-Festival am Wochenende aufgebaut. Da unsere Mägen bereits leise vor sich hin grummeln, interessiert uns mehr das kulinarische Angebot in der Kölner Altstadt.
Nach ausgiebiger Besichtigung landen wir am Heumarkt im Außenbereich des Restaurant „Keule“.
Auf dem Weg in Richtung Kölner Dom lockt uns ein kurzer Blick auf den „Ostermannbrunnen“ (Kölner Lieddichter und Sänger Willi Ostermann – Willi Klein 1938) ins Kastellsgäßchen und auf den Ostermannplatz. Etwas abseits vom Trubel befinden wir uns auf einem kleinen von Bäumen beschatteten Platz mit netten Restaurants.
Die Bewirtschaftung auf dem Alter Markt sieht da schon wieder ganz anders aus.
Der Kölner Dom ist nicht weit entfernt und zieht uns unweigerlich in seinen Bann. Diese Größe und doch mit so filigranen Objekten verziehrt bringt uns sofort in eine feierliche Stimmung, die sich von der Außen- auch in der Innenwirkung fortsetzt.
Vorgängerkirchen gibt es an diesem Platz bereits seit dem Jahre 313. Die Grundsteinlegung für den jetzigen Dom erfolgte in 1248. Seitdem ist der Dom eine fortwährende Baustelle.
Das Seitenfenster wurde von dem Künstler Gerhard Richter geschaffen.
Für heute sind wir genug gelaufen, und wählen deshalb für die Rückkehr zum Reisemobilhafen die U-Bahn bis zur Haltesstelle Boltensternplatz. Den Nachmittag verbringen wir ganz in Ruhe im Schatten der Bäume am Rheinufer. Und am Abend gesellen sich noch Bekannte, die auch zu dem morgigen Santana-Konzert wollen, zu uns.
Tagesstrecke: 128 km
Freitag, 08.08.2025
Ganz in Ruhe beginnen wir den Tag. Später halten wir noch ein Schwätzchen mit unseren Bekannten, die in einem anderen Bereich des Reisemobilhafens platziert sind.
Am späten Nachmittag fahren Lena und ich mit der U-Bahn zum Hauptbahnhof, und laufen von dort über die Hohenzollernbrücke immer weiter in Richtung Lanxess Arena. Dabei passieren wir so viele Restaurants und der Abend wird noch lang, sodaß wir kurz vorher, am Ende der Constantinstraße, in das „Sushi Haus“ einkehren.
Nach dem leckeren Essen schließen wir uns wieder den zur Lanxess-Arena strömenden Fans von Carlos Santana an. Ohne viel Aufhebens werden wir durch die Taschen- und Kartenkontrollen geschleust, und erreichen unsere Sitzplätze im Oberrang.
Die Halle füllt sich. Nachher sind 18.000 Besucher in erwartungsvoller Stimmung. Uns geht es auf jeden Fall so. Bei jedem Konzert was wir jetzt besuchen, denken wir: „Vielleicht ist es ja das letzte Mal.“, denn die Musiker und wir sind ja nicht mehr die Jüngsten.
Mit großem Jubel wird die Band und besonders Carlos Santana auf der Bühne empfangen. Es ist ein Traum, wie die Band auf der Bühne aufspielt. Carlos Santana hat immer noch seine Fingerfertigkeit an der Gitarre, und seine Ehefrau, Cindy Blackman Santana, wirbelt am Schlagzeug. Überhaupt, alle Instrumente und der Gesang sind sehr gut besetzt.
Im Verlauf des Konzertes lässt es Carlos ein wenig gemütlicher zugehen und nimmt desöfteren auf einem der Stühle Platz. Die 78 Jahre gehen nicht so einfach vorüber.
Dankbar für einen wundervollen Abend verlassen wir die Arena. Auf der Treppe treffen wir unsere Bekannten, mit denen wir noch mal in die Altstadt gehen. Beim Brauhaus Sion lassen wir den Abend im Außenbereich ausklingen. Um 23.30 Uhr müssen wir leider gehen. Rund um uns herum ist schon alles eingräumt worden. Wir sind die Letzten.
Gute Nacht, und Tschüss Dom, vielleicht bis zum nächsten Mal.
Tagesstrecke: 0 km
Samstag, 09.08.2025
Es ist wieder ein sonniger Tag. Auf der Wiese beschäftigt sich ein Wohnmobilist mit seiner Laute.
Wir verabschieden uns noch von unseren Bakannten, und fahren weiter. Vor dem Stellplatz entsorgen wir, wofür wir erst noch EUR 0,50 investieren müssen. Das ist notwendig, da sich die Ver- und Entsorgungsstation ausserhalb des Stellplatzes befindet.
Unser heutiges Zwischenziel ist zum großen Erstaunen unser Zuhause, da wir am 11.08.2025 nach Bad Nauheim wollen. Ein anderes Zwischenziel zu wählen fanden wir nicht so sinnvoll, und das Konzert mit Jethro Tull am 12.08.2025 haben wir nachträglich eingeschoben.
Tagesstrecke: 125 km
Montag, 11.08.2025
Heute packen wir noch in Ruhe unser restliches Gepäck für die Dänemarkreise. Gegen Abend fahren wir los. Unser Übernachtungsziel ist der Parkplatz an der Usa in Bad Nauheim (Parkgebühr EUR 3,00 / 24 Std.). Wir suchen uns dort einen ruhigen Platz am Seitenstreifen und machen uns einen gemütlichen Abend.
Tagesstrecke: 89 km
Dienstag, 12.08.2025
Direkt neben unserem Übernachtungsplatz befindet sich der ausgedehnte Kurpark Bad Nauheims. Mit den ausladenden Bäumen und der Wasserlandschaft ist dies genau das Richtige für einen ausgiebigen Spaziergang bei den heißen Temperaturen.
In den Schaufenstern der Geschäfte wird z. Zt. fast überall Elvis Presley gewürdigt, der während seines Militärdienstes bei der US-Army einige Wochen in Bad Nauheim gewohnt hat. Hier findet in Kürze das „23. European Elvis Festival“ statt.
Unser Augenmerk gilt aber dem ital. Kiosk „Pane e Vino“ in der Parkstraße. Hier trifft man sich mit Bekannten zu Wein und kleinen Speisen, oder man setzt sich zu anderen Leuten mit an den Tisch. Dieses zwanglose Miteinander ist einfach herrlich, und es entwickeln sich wunderbare Gespräche mit tollen Menschen.
Selbst hier sitzt Elvis mit am Tisch.
Nach der Platzwahl gehe ich an die Theke und lasse uns nach meinen Vorstellungen einen Teller mit kalten und warmen Leckereien zusammenstellen.
Für diesen Teller mit Brot, zwei Gläsern Wein und ein Wasser haben wir gerade mal etwas über EUR 20,00 gezahlt. Zwei Stühle im Schatten, herrliche Aussicht auf den Park und ein nettes Gespräch mit einer Bad Nauheimerin waren im Preis inbegriffen.
Damit wir heute Abend nicht erst die Konzert-Location suchen müssen, machen wir nun einen kleinen Spaziergang in die Trinkkuranlagen.
Aufgrund der freien Platzwahl innerhalb der gekauften Platzkategorie, können wir uns schon mal orientieren, wo man am besten sitzt.
In dem an die Trinkhallen folgenden Parkbereich sind einige illustre Kurgäste mit Steinplatten verewigt.
Am Nachmittag ruhen wir uns noch etwas im Wohnmobil aus, bevor wir am Abend wieder zum Konzertgelände gehen. Jethro Tull fängt fast pünktlich um 20.00 Uhr an, und Ian Anderson legt sofort mächtig los. Das Spiel der Querflöte dominiert wie eh und je, und Ian’s Gesang ist mittlerweile in den schnellen wechselnden Tonfolgen bei den Höhen sehr angestrengt. Trotzdem ist es ein ganz toller Abend, und Anderson führt uns mit seinen Erklärungen zu den dargebotenen Liedern durch die gesamte Schaffenszeit von Jethro Tull.
Besondere Ohrwürmer des Repertoirs von Jethro Tull begleiten uns noch im Kopf auf unserem Weg zum Wohnmobil.
Tagesstrecke: 0 km
Mittwoch, 13.08.2025
Am Morgen machen wir uns auf den Weg in Richtung Norden, denn unser Hauptziel ist ja Dänemark. Auf der A5 kommen wir heute erstaunlich gut voran, sodaß wir mit Bad Gandersheim ein vernünftiges und ansprechenden Zielort einplanen.
Bad Gandersheim liegt an der Deutschen Fachwerkstraße zwischen Göttingen und Hannover, und der Namensbestandteil „Bad“ geht auf das ehemalige Soleheilbad zurück. Der Wohnmobil-Stellplatz mit V+E (Gebühr EUR 10,00/24 Std.) bietet auch Schattenplätze, was bei der augenblicklichen Hitze sehr von Vorteil ist.
Nach einer ausführlichen Siesta begeben wir uns an dem Flüßchen Gande entlang auf den Weg in die nahegelegene Altstadt.
Nach kurzer Zeit erreichen wir den inneren Bezirk und bekommen vermittelt, das die 66. Gandersheimer Domfestspiele in den „letzten Zügen“ liegen. Durch die Festspielaufbauten vor dem Westportal der romanischen Kirche St. Anastasius und St. Innocentius wird uns dere Kirchenbau vorenthalten. So spazieren wir ein wenig weiter durch die Straßen der Stadt.
Irgendwann gehen wir dann doch zurück zum Gasthaus „Zur Ecke“ mit Dom-Blick. Dies ist eine von Italienern geführte Pizzeria, an der wir vorher schon vorbeigekommen sind. Hier und in dem benachbarten Restaurant herrscht noch immer Hochbetrieb. Die Festival-Besucher wollen sich noch für den langen Abend stärken. Heute wird „Walk the Line – die große Johnny Cash-Show“ aufgeführt. Wir dürfen uns aber bei einem netten Ehepaar mit an den Tisch setzen.
Für mich gibt es zur Erfrischung Bier aus der Region …
… anschließend folgen für uns Beide:
Gut gestärkt drehen wir noch eine Runde um den Dom, der eigentlich gar kein Dom ist. Die Stiftskirche gehörte seit dem Jahre 881 als Lebensmittelpunkt zum Kanonissenstift. Aufgrund der drohenden Säkularisation in 1802 wurde das Stift aufgehoben und die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde übernahm den Komplex. Heute begleitet uns die Musik von Johnny Cash bei unserem Spaziergang.

Denkmal für die Äbtissin Elisabeth (Ernestine Antonie von Sachsen Meiningen) die langjährige Äbtissin der Kanonistinnen
Ich liebe leere abendliche Straßen und eine Beleuchtung, die die Bauten besonders hervorhebt.
Diese Stimmung bringt uns so richtig runter zur absoluten Ruhe auf dem Stellplatz. Wir beschließen den Abend noch mit einem Gläschen Wein vor dem Wohnmobil.
Tagesstrecke: 247 km
Donnerstag, 14.08.2025
Bevor wir wieder auf die Autobahn in Richtung Norden fahren, legen wir noch einen kurzen Tankstopp ein, und ab geht es.
Nachdem wir die A7 bei Soltau verlassen haben, um auf der Landstraße schnellstmöglich nach Jork zu gelangen, werden wir von unserem Navi etwas kreuz und quer geschickt. Vielleicht weiß die Technik ja etwas von Umleitungen. Aber uns sagt ja keiner was! Trotzdem erreichen wir kurz nach 14.00 Uhr an der Elbe den Wohnmobil-Stellplatz ohne V+E am Fähranleger Lühe/Grünendeich (Gebühr EUR 12,00/24 Std.). Der Platz ist nicht voll, und wir haben sogar noch die Auswahl.
Von den Bikern sind auch noch nicht so viele angekommen. Für den ersten Hunger besorge ich uns Matjesbrötchen. Später sehen wir weiter.
Faulenzen und Schiffe gucken ist schon was feines, und das kann man hier am Anleger Lühe sehr gut.
Gegen 19.00 Uhr gehen wir nach nebenan zu den Imbissbuden mit den verschiedensten Angeboten. Wir entscheiden uns für fischige Produkte.
Bei dem schönen Wetter sind die Stände sehr gut besucht und die Stimmung läßt auch nicht zu wünschen übrig.
Wir schauen am Ufer noch einige Zeit Schiffe-Fernsehen bevor wir uns zu unserem Wohnmobil zurückziehen.
Tagesstrecke: 238 km
Freitag, 15.08.2025
Wir sind die letzten Tage genug gefahren, deshalb verlängern wir hier unseren Aufenthalt noch um einen Tag. Das Wetter ist herrlich um richtig zu faulenzen, und Schiffe fahren auch genug vorbei. Es gibt immer was zu sehen. Außerdem können wir auf einen freigewordenen Platz direkt zum Wasser hin umziehen, wo wir auch noch mehr Schatten haben.
So ein Container-Schiff ist schon imposant.
Ein kleines Mittagessen mit gebackenem Fleischkäse und Bratkartoffeln mit Paprika.
Am Abend zieht es uns wieder nach nebenan. Heute gibt es eine Riesen-Curry-Wurst mit Pommes.
Tagesstrecke: 0 km
Samstag, 16.08.2025
Morgens fährt die Helgolandfähre wieder hinaus. Auch wir müssen heute weiterziehen, wenn wir irgendwann Dänemark erreichen wollen. Zuvor zaubert uns Lena aber noch eine chinessiche Gemüsepfanne mit Nudeln.
In Jork fahren wir zur kostenlosen V+E auf dem dortigen Stellplatz; dann noch weiter zum Supermarkt. Anschließend machen wir einen kleinesn Spaziergang durch den Ort. Da wir uns ja im Alten Land befinden, darf auch ein Besuch bei einem Apfelhof nicht fehlen.
Wir haben ja angenommen, dass wir samstags kurz nach 18.00 Uhr keinen Stau mehr an der Fähre Wischhafen/Glückstadt haben. Das war aber eine Täuschung. Es hält sich jedoch in Grenzen, denn nach etwa einer halben Stunde Wartezeit können wir auf die Fähre fahren (Fahrpreis mit 2 Personen EUR 28,90).
Auf der anderen Elbseite angekommen, fahren wir nach Brokdorf zu dem dortigen Stellplatz. Wir haben aber keine Chance. Es ist gerappelt voll. Unsere nächste Anlaufstelle ist das kleine Städtchen Wilster, Zentrum der Wilstermarsch und eines der größten Viehzuchtgebiete Deutschlands (Rotbundes Niederungsrind).
Auf dem Großparkplatz am Coloseum befindet sich auf einer Wiese ein kostenloser Wohnmobil-Stellplatz mit V+E. Einen Spaziergang durch den Ort verschieben wir auf Morgenfrüh.
Tagesstrecke: 79 km
Sonntag, 17.08.2025
Die Sonne weckt uns schon früh, und ich mache mich auf die Suche nach einem Bäcker. Am Markt, gegenüber der Bartholomäuskirche, werde ich fündig.
Nach dem Frühstück holen wir nun unseren Stadtspaziergang nach.
Vor der Weiterfahrt entsorgen wir noch in Wilster. Hierfür müssen wir EUR 1,00 zum Öffnen der Station bezahlen.
Das nächste Ziel ist Husum. Wir wollen es dieses Mal endlich schaffen, in das Theodor-Storm-Haus zu kommen. Als Übernachtungsplatz haben wir uns für den Loof Wohnmobilhafen mit V+E (Gebühr EUR 12,00) entschieden. Um die Mittagszeit erreichen wir den Stellplatz, und er ist kaum belegt. Gut, der Platz ist in die Jahre gekommen ohne dass er modernisiert wurde. Er liegt aber so nahe zur Altstadt von Husum. Nun ja, uns soll es recht sein.
Wir gehen direkt zum Binnenhafen und schauen mal, welches Lokal mit seinem Angebot glänzen kann. Das Hafenbecken ist zwar leer, doch vor und in den Restaurants ist Hochbetrieb. Und wir landen in der Außenbewirtschaftung vom „Compass), nachdem wir uns an den Flohmarktständen vorbei geschlängelt haben.
Die Siesta wird verschoben, nicht dass wir bei Storm’s wieder vor verschlossenen Türen stehen. Also gehen wir direkt in die Wasserreihe.
Theodor Storm (1817 – 1888) war Jurist und Schriftsteller des poetischen Realismus. Zu seiner Amtsrichterzeit in Husum bewohnte er von 1866 bis 1880 das Haus in der Wasserreihe 31, das heute das Storm-Museum beherbergt. Der Besuch des Museums ist sehr lohnenswert.
In der Wasserreihe gibt es auch noch viele wunderschöne renovierte Häuser und überraschende Geschäftsmodelle.
Jetzt können wir uns zu einer kleinen Ruhepause ins Wohnmobil zurück ziehen. Auf dem Weg dorthin bezahlen wir auch unsere Stellplatzgebühren. Dies wird nicht mehr im Fischhaus Loof gemacht, sondern einige Häuser weiter links davon an der Reception des Hotels „Altes Zollamt“.
Ausgeruht können wir zu neuen Taten schreiten und einen Rundgang durch die Altstadt machen. Mittlerweile ist auch wieder Wasser im Hafen.
Die evang. St. MArienkirche besticht durch ihre schlichte Art der Innengestaltung.
Der ausgedehnte Schlosspark ist ein ausgesprochener Ruhepol inmitten der Stadt. Und wenn man das Gelände durch das Torhaus betritt, hat man sofort freien Blick auf das „Schloss vor Husum“ aus dem 16. Jhdt..
Es geht auch hier nichts ohne Theodor Storm, den berühmtesten Sohn dieser Stadt.
Am Abend haben wir mit dem brennenden Himmel noch ein wunderschönes Schauspiel.
Tagesstrecke: 93 km
Montag, 18.08.2025
Nach dem Literaten folgt der Maler. Nur einen Steinwurf von der dänischen Grenze entfernt, zu der Gemeinde Süderlügum gehörend, befindet sich das Gesamtkunstwerk Seebüll – das Wohnhaus und Atelier samt Künstlergarten des Ehepaares Ada und Emil Nolde. Versteckt und doch im flachen Land von weitem sichtbar, erreichen wir das heutige Nolde Museum Seebüll.
Das nach Noldes Vorstellungen erbaute Atelier- und Wohnhaus „thront“ auf einer Warft mit freiem Blick auf den von ihm konzipierten Garten.
Bei der momentanen Ausstellung geht es um den „Malermensch in Berlin“. Emil Nolde liebte das Hin und Her zwischen Land und Stadt. Den Sommer verbrachte er meistens auf dem Land, und die Winter in der Stadt. Hier die Ruhe – dort das Nachtleben.
Nach langer Suche haben Ada und Emil Nolde 1926 hier ihren letzten Wohn- und Schaffensort gefunden, ihr Zuhause auch für nach dem Tod, ihr Paradies.
Nach dem Blick in die Ferne, führt ein Weg hinunter zum Garten.
Jetzt waren wir schon einige Male hier, und trotzdem sind wir von den künstlerischen, wie auch den Eindrücken der natürlichen Vielfalt total beeindruckt. Auf dem Parkplatz stehen wir im Schatten und die Mittagszeit ist eigentlich schon überschritten, aber ein kleiner Imbiss geht immer.
Wir fahren noch nach Niebüll, um dort zum letzten Mal in Deutschland einzukaufen und zu tanken. Ohne viel Drumherum fahren wir nach Dänemark rein. Nur die Fahnen beider Länder flattern im Wind, und die Verkehrsschilder ändern sich.
Für den kommenden Übernachtungsplatz verlassen wir die westliche Hälfte von Dänemark ohne die Grenze weit aus den Augen zu verlieren, und wechseln in den östlichen Teil, in die Gesamtgemeinde Tinglev auf den Stellplads Green (Uge Mark) mit V+E.
Bei der Einfahrt erledigen wir selbst den Check-In, bezahlen unsere Gebühr für die Nacht ohne Strom DKK 100 (EUR 13,46), und erhalten dafür einen Stellplatz mit viel Platz und viel Gras, wunderbar angelegt und gepflegt, sowie einem Badesee. Außerdem haben wir die Möglichkeit Eier und Honig in dem Empfangshäuschen zu kaufen. Alles auf guten Glauben der ordnungsgemäßen Bezahlung.
Es ist ein Traum. Und dass sich niemand falsch hinstellt, ist in der Platzmappe alles ganz genau erklärt, in Wort und Bild.
Den lauen Abend genießen und aufs Wasser schauen. Mehr brauchen wir heute nicht.
Tagesstrecke: 128 km
Dienstag, 19.08.2025
Die Sonne ruft uns in den neuen Tag. Es ist so schön hier, dass wir beschließen, noch um einen Tag zu verlängern. Bei dem Verlängerungs-Procedere im Empfangshäuschen sehe ich die Mappe eines noch besseren Platzes am Wasser, und schon ziehen wir um. Verpflegung und Getränke haben wir genügend an Bord. Lasst uns faulenzen.
Im Laufe des Tages machen wir noch einen Spaziergang um den See herum, …
…, und schon ist es wieder Abend. Dazwischen haben wir uns an Leberknödelsuppe und Apfelpfannkuchen gütlich getan.
Tagesstrecke: 0 km
Mittwoch, 20.08.2025
Es ist an der Zeit, wieder einmal weiter zu ziehen. Wir wollen auf der Insel Römö einen Zwischenstopp einlegen, d.h. „bitte wenden“ und nach Westen fahren. Die Insel ist durch den Römödämningen mit dem Festland verbunden.
Bevor wir dann in Richtung Sönderstrand weiterfahren, besichtigen wir den ersten dänischen Supermarkt. Bei einem richtigen Einkauf kann es ganz schön teuer werden. Wir begnügen uns mit zwei Teilen Gebäck. Mit der Kartenzahlung ist auch alles ganz einfach. Aber die dänische Sprache auf den Produkten und die Preise in Dänischen Kronen bereiten doch einige Schwierigkeiten.
Es ist totale Ebbe. Der Sönderstrand ist riesig und es ist nicht so viel los, im Gegensatz zu dem voll touristisch ausgestatteten Lakolkstrand.
Wir genießen unser Gebäck und machen uns anschließend auf den Weg zum Wasser.
Wir gehen und gehen und kommen noch immer nicht an das fließende Gewässer. Auf dem Sand lässt es sich ja gut laufen, deshalb haben wir auch die Schuhe im Auto gelassen.
Nur kommen wir dann an ein langes Stück des Weges, wo wir barfuß über die spitzen Muschelablagerungen gehen müssen. Das ist nicht so schön.
Endlich ist die Nordsee erreicht, …
…, und dort drüben ist die Insel Sylt zu sehen.
Auf der weiteren Fahrt passieren wir auf Römö noch die Friv. Brandvärm …
… und die Sct. Clemens Kirke Römö.
Über den Damm geht es wieder aufs Festland und nach Ribe, unserem nächsten Übernachtungsort.
Als wir Ribe erreichen ist es schon fast 19.00 Uhr, und der kostenlose Stellplatz mit V+E am P3 ist natürlich schon voll. So gesellen wir uns zu anderen Wohnmobilen, die auf einem benachbarten staubigen Platz stehen. Hauptsache wir können gut schlafen.
Ribe ist eine der besterhaltensten und die älteste Stadt Dänemarks. Sie wurde im Jahre 760 n. Chr. gegründet. Zur Zeit stehen ungefähr 110 Häuser alleine unter Denkmalschutz. Hier hat es uns schon bei unserem ersten Besuch sehr gut gefallen, deshalb war es gar keine Frage, ob wir in diesem Jahr wieder hier landen.
Auch wenn die Sonne schon nicht mehr so hoch steht, begeben wir uns noch mal auf einen Spaziergang durch Ribe. Die Häuserzeilen sind wunderschön, nur das Kopfsteinpflaster ist sehr beschwerlich zu begehen.
Für uns ist klar, das wir noch eine weitere Nacht in Ribe haben werden.
Tagesstrecke: 112 km
Donnerstag, 21.08.2025
Das Wetter ist heute sehr unbeständig. Ständig ziehen dunkle Wolken übers Land. Manchmal lassen sie auch was fallen. Zwischendurch begeben wir uns wieder auf eine Tour durch die stadt.
Jetzt können wir wir auch den Bischofsdom besichtigen. Der älteste romanische Trakt wurde im 12. Jhdt. errichtet.
In der Zwischenzeit hat es etwas geregnet, und schon liegen die Regenschirme in den Auslagen mit dem Hinweis „Regen-Rabatt -50% für alle Regenschirme“
Wir geben aber lieber unser Geld für ein Mittagsbüfett im „Peking House“ aus.
Bei den neuerlich aufkommenden dunklen Wolken ziehen wir uns lieber ins Wohnmobil zurück.
Am Abend wagen wir uns wieder raus. Die Wolken ziehen ab.
Von dem wunderschönen Park werfen wir einen Blick auf das Kunstmuseum.
Kunstmarkt auf der Straße.
Als krönenden Abschluss hier in Ribe besuchen wir einen dänischen LIDL. Es ist aber wahrlich kein Vergleich zu den fanzös. LIDL.
Tagesstrecke: 0 km
Freitag, 22.08.2025
Bis nach Esbjerg ist heute nicht weit zu fahren. Die fünftgrößte Stadt Dänemarks mit dem größten Fischereihafen Dänemarks liegt im Schutze der vorgelagerten Insel Fanö, und ist dadurch selbst im tiefsten Winter eisfrei.
Wir fahren auf einen kostenlosen Parkplatz im Hafengebiet, um die nahe gelegene Innenstadt zu erkunden.
Der dänische Frederiksdal Kirschwein ist ein Erzeugnis mit Weltklasseniveau und wird als einziger weltweit wie Traubenweine hergestellt.
Bei Google-Maps habe ich das Restaurant „Sand’s“ etwas abseits der Fußgängerzone ausfindig gemacht, was für das Essen sehr gelobt wird. Hier bestellen wir auch sofort das Lieblingsgericht der Dänen – Stjerneskud. Bei unserem Eintreffen waren noch einige Tische frei, die sich im Laufe der Zeit ganz schnell gefüllt haben.
Der Stjerneskud hat gut geschmeckt. Es hat aber in Dänemark auch alles seinen Preis. Beim Stjerneskud sind es EUR 219 (ca. EUR 30,00).

Stjerneskud med stegt og dampet fiskefilet, garneret med dressing, rejer, asparges, röget laks og kaviar („Sternschnuppe“ mit gebratenem und gedämpftem Fischfilet, garniert mit Dressing, Garnelen, Spargel, geräucherten Lachs und Kaviar)
Nach dem Essen erkunden wir Esbjerg noch etwas mehr.

Torvet Plads z. Zt. mit einem Internationalen Spezialitätenmarkt und vielen internationalen Imbissbuden bestückt
Als wir den Wasserturm erreichen, ziehen bereits ganz dunkle Wolken auf. Deshalb werfen wir nur noch ganz schnelle Blicke auf den Turm und das Kunst- und Musikhuset.
Beim Weg in die Fußgängerzone müssen wir uns schon in einen Hauseingang verziehen, um trocken zu bleiben. Eine kleine Regenpause mit dann doch wieder einsetzendem Regen zwingt uns zur Einkehr in ein Café. Hier ist alles Selbstbedienung: Von der Bestellung auf einem Tablet, Bezahlung mit Karte an einem Kassenautomaten, bis zur Abholung der bestellten Sachen.
Auf dem Rückweg treffen wir viele junge Leute, die zwischen dem Musikfestival im Hafen und der Innenstadt hin und her pendeln.
Mit dem Wohnmobil fahren wir nun etwas außerhalb auf den Parkplatz vom Fischerei- und Seefahrtsmuseum, der in direkter Nachbarschaft zu dem Kunstobjekt „Mennesket ved havet“ (Die Menschen am Meer) liegt. Seit 1995 sitzen die vier 9 m hohen Statuen auf der Düne und blicken raus aufs Meer. Das ist ein guter Übernachtungsplatz, und direkt auf der anderen Straßenseite befinden sich die Skulpturen.
Das Wetter scheint nun unbeständiger zu werden.
Tagesstrecke: 38 km
Samstag, 23.08.2025
Nach einer ruhigen Nacht weckt uns wieder strahlender Sonnenschein. Deshalb machen wir nach dem Frühstück erst noch einen Strandspaziergang bevor wir weiterfahren.
Wir fahren ein Stück der Westküste entlang weiter nach Blavand. Dort ist alles im Zeichen von Urlaub total – zahlreiche Ferienhaus-Siedlungen, Outletcenter und Restaurants. NAchdem wir uns am Ortseingang einen Parkplatz ergattert haben, holen wir uns an einem Imbisswagen ein dänisches Matjesbrötchen. Es ist riesig und lecker, hmm. Danach drehen wir noch eine kleine Runde durch den Ort, …
Für uns gibt es aber nicht viel zu sehen. Wir drehen um und fahren lieber mit dem Wohnmobil an den Strand von Blavands Huk. Direkt am Leuchtturm befindet sich ein großer kostenloser Parkplatz mit Toilette.
Der Strand ist wunderschön. Es ist ein Traum hier herum zu laufen.
An der gesamten Westküste Dänemarks sieht min in der wundervollen Umgebung aber auch die schlimmen Bausünden aus dem Zweiten Weltkrieg. Mit den vielen Geschützbunker-Anlagen wollte man vermeiden, dass die Alliierten einen Zugang zur Ostsee erhalten.
Dann beobachte ich lieber die vielen Vögel am Strand.
Der Blavands Huk ist mit seinen 43 m der zweithöchste Leuchtturm Dänemarks, nach dem von Skagen, und steht an der westlichsten Spitze des Landes.
Gegen Abend erstürmen wir, mit einer Flasche Rosé und zwei Gläsern bewaffnet, einen Bunker oberhalb des Strandes und warten auf einen schönen Sonnenuntergang. Doch leider verabschiedet sich die Sonne schon früher hinter einem Wolkenband.
Und wir ziehen uns in unsere Gemächer zurück.
Gute Nacht!
Tagesstrecke: 38 km
Sonntag, 24.08.2025
Heute sind wir bei der Weiterfahrt von der Nordsee links von uns und dem Ringköbing Fjord auf der rechten Seite eingerahmt. Wir fahren mittendurch auf einer schmalen Landzunge, der Holmsland Klit, nach Norden bis zu dem Fischerort Hvide Sande. Die Landstraße führt uns durch Heidelandschaften und vorbei an Wanderdünen.
Draußen wird es immer düsterer und der Wind pfeift durch alle Ritzen. Zusammen mit dem Geklapper von den Segelmasten kann man sich so richtig ein Musikstück wie ein Lied des Sturms (Presto) vorstellen.
Wir machen in Hvide Sande einen kleinen Rundgang auf der Suche nach einem vernünftigen Restaurant, und finden das „Café Marina“. Hier ist sehr viel Betrieb, und wir erhalten noch einen der letzten Tische. Zum Essen bestellen wir uns Beide Moules Mariniéres und eine Tasse mit Pommes.
Die Muscheln waren frisch und gut.
Auf dem großen Parkplatz hätten wir auch übernachten und entsorgen können. Wir fahren aber weiter und schauen uns mal den Strand hinter dem großen Hafen an.
Der Parkplatz am Strand ist von Dünen eingerahmt. Draußen am Strand stürmt es aber ganz fürchterlich. Die Stimmung ist durch die dunklen Wolken richtig gespenstisch. Die Wellen rauschen laut heran. Ich denke sofort an die Ballade „John Maynard“ von Theodor Fontane – Eine Schwalbe flog über den Eriesee …… Lang, lang ist es her.
Zwischendurch gibt es tatsächlich auch mal ein Stück blauen Himmels, wenn man nach alles Seiten Ausschau hält.
Am Ende der Landzunge biegen wir nach rechts ab in die Kleinstadt Ringköbing, die dem Fjord den Namen gab. Hier fahren wir zu dem Wohnmobil-Stellplatz mit V+E (Gebühr DKK 175/EUR 23,45), und stehen direkt am Fjord und dem Yachthafen.
Die Straßen im Ortskern sind wie leer gefegt. Es ist kurz nach 18.00 Uhr und kein Mensch zu sehen. Bis uns in den Sinn kommt, dass heute Sonntag ist.
Tagesstrecke: 98 km
Montag, 25.08.2025
Heute sieht die Welt schon wieder viel freundlicher aus. Die Geschäfte sind geöffnet. Auslagen werden draußen aufgestellt. Menschen flanieren durch die Straßen.
Die Ringköbing Kirke schaut hinter der Landbobank hervor. Das ist eine sehr interessante Kirche.
Auf dem Torvet (Marktplatz) sind heute Kunsthandwerker-Stände aufgebaut.
Und der Torvets Polsevogn (Wurststand) hat seinen festen Standplatz.
Wir bestellen unseren ersten Hotdog – einen Risted Hotdog.
Das war der beste Hotdog überhaupt.
Weiter geht es. Wir sind unterwegs auf dem Weg in Richtung Nyköbing, da sehe ich ein Hinweisschild „Hjerl Hede“. Bei der Reiseplanung habe ich etwas von einem Freilichtmuseum gelesen, und schon drehen wir und fahren nach Hjerl Hede.
Gegen 14.30 Uhr erreichen wir den großen Parkplatz des Freilichtmuseums. Und wir haben noch genug Zeit um gemütlich durch das Gelände zu spazieren. Es stehen kaum Autos auf dem Parkplatz. Außer uns hat noch ein Wohnmobil hier eingeparkt, was aber dann wieder weiterfährt.
Der Eintritt in das Freilichtmuseum beträgt DKK 75,00 pro Person als Senior.
Das Pfarrhaus von 1890 ist ein Vier-Seiten-Hof mit Wohnbereich und Versammlungsräumen. Es ist ein offenes Haus und der Pfarrer ist der Mittelpunkt und Wegbereiter der gemeinde.
Das Kaufmannshaus mit Wohnung und Laden.
Nach 1,5 Stunden und einem ausgiebigem Spaziergang haben wir unsere Runde beendet. In der Information wird schon mit den Feierabendarbeiten begonnen. Uns hat es sehr gut gefallen. Das Freilichtmuseum wurde 1930 gegründet und kann heute 30 Gebäude aus verschiedenen Landesteilen und historischen Zeiträumen uns näher bringen.
Wir ziehen uns in unser rollendes Heim zurück und werden auch hier übernachten, was auch in dem Bereich gestattet ist.
Tagesstrecke: 72 km
Dienstag, 26.08.2025
Nach einer sehr ruhigen Nacht, die wir alleine vor dem Freilichtmuseum verbracht haben, wollen wir zur nördlich von uns gelegenen Spöttrup Borg fahren.
Auf dem Weg dorthin kommen wir an der Sahl Kirke vorbei. Wir haben vorher schon einige Kirchen am Wegesrand oder etwas weiter entfernt gesehen, doch nur selten näher angeschaut. Dies wollen wir hier machen. Es hat sich einfach so ergeben. Vielleicht sollte es gerade hier sein. Denn die Kirche von Sahl ist eine der ältesten Kirchen des Landes, und wurde im 11. Jahrhundert erbaut. Im Mittelalter diente sie nicht nur ihrem eigentlichen Zweck, sondern war gleichzeitig Versammlungsort der Gemeinde und zumindest am 26. April 1492 auch ein Ort der Gerichtsbarkeit. Der Turm wurde in spätgotischer Zeit hinzugefügt
Der Altarraum beherbergt ein wahres Kleinod, was in keiner Kirche Dänemarks vergleichbares findet. Es ist der Goldene Alter, der wahrscheinlich um 1200 in einer Werkstatt in Ribe angefertigt wurde. Eigentlich stand er auf einem hölzernen Altar, der jetzt an der Seitenwand steht. Bei Umbaumaßnahmen hat man ihn über einem steinernen Altar befestigt.
An den romanischen Seitenfenstern hat man wieder die ursprünglichen Gemälde herausgearbeitet, hier: St. Laurentius und die Jungfrau Maria
Der Besuch in der Kirche war beeindruckend und wirkt noch einige Zeit nach.Es bleibt uns für mystische Erinnerungen aber gar nicht lange Zeit, denn schon erreichen wir die Spöttrup Borg. Der Eintrittspreis beträgt hier DKK 100.
Durch eine gepflegte Parkanlage und vorbei an einem Kräutergarten erreichen wir den Spöttrup See, an dem die Burg liegt.
Seit dem 15. Jhdt. steht hier eine Verteidigungsanlage mit doppeltem Burggraben. Die Bischöfe von Viborg hatten sich diese Burg als Rückzugsort in unsicheren Zeiten erbauen lassen.
Nach der ausgiebigen Besichtigung bekochen wir uns im Wohnmobil selbst: Spareribbs, Bratkartoffeln und Mais-Bohnen-Salat.
Zum Übernachten fahren wir in das im Salling Sund gelegene Glyngöre, und dort auf den im Hafen liegenden Wohnmobil-Stellplatz mit V+E (Gebühr DKK 160 = EUR 21,81). Vorher bedarf es aber etwas Handarbeit von Lena.
Der Hafen ist für Segel- und Motorboote, aber auch für die Fischereiboote ausgelegt. Aufgrund der ruhigen Lage auch bei Sturm, wird er unter den Einheimischen als „Klein Skagen“ bezeichnet.
Wir haben bei unserem Rundgang einen schönen und ruhigen Hafen gesehen. Dort gibt es noch ein großes Restaurant mit Blick auf die Salling Sund-Brücke, wo zur Zeit eine große Feier stattfindet. Ob es für den normalen Betrieb ebenfalls geöffnet wird, lässt sich nicht sagen. Bei den Fischereihallen ist auch keine Verkaufsstelle zu sehen. Bei einem kurzen Blick in Richtung der Kleinstadt mit ca. 1.400 Einwohnern sehen wir viele weiße Häuser, aber keine großen Aktivitäten.
Die Abend ist aber auf jeden Fall sehr ruhig mit einem tollen Panorama.
Tagesstrecke: 57 km
Mittwoch, 27.08.2025
Wir wollen heute wieder so richtig ans Meer. Unser Ziel wird Hanstholm am westlichen Ende des Skagerrak sein. Vorher überqueren wir den Salling Sund und den Vilsund, …
… um noch einen kleinen Abstecher in den Isbjerg Nationalpark Thy zu machen.
Der Isbjerg ist mit seinen 56 m der höchste Punkt im Hanstholm Wildlife Reservat. In der Steinzeit gehörte dieses Gebiet noch zum Meer und der Isbjerg war eine Erhebung auf einer kleinen Insel. Heute ist er ein kleiner Hügel in einer Heidelandschaft oberhalb der Steilklippen. Während des Zweiten Weltkrieges wurde des Gelände aufgrund seiner exponierten Lage mit vielen Geschützbunkern bestückt.
Wir nehmen das Angebot eines 1,5 km langen Rundwanderweges sehr gerne an, und Lena ist schon wie immer vorne weg. Die rechts von ihr zu sehenden Kunstinstallationen symbolisieren den Isbjerg auf unserem Wanderweg. Im Boden sind kleine Wegweiser für die Wanderer verlegt.
Was leicht beginnt, wird auf einmal schwerer. In lockerem Dünensand geht es steil nach oben.
Dafür wird die Aussicht auf den Nors Sö immer schöner.
Wir müssen immer noch weiter nach oben.
Es ist geschafft. Ich stehe auf dem Isbjerg und habe die Aussicht auf die Heidelandschaft und die tiefer liegende Nordsee.
Auf unserem Rückweg überschreiten wir die insgesamt 1,5 km gewaltig. Irgendwo sind wir falsch abgebogen. Die Landschaft ist aber herrlich.
Diese Pilse wollen wir nicht haben. Lieber machen wir uns bei dem Wohnmobil einen Brotzeitteller mit dänischer Lachspastete, französischer Haselnusssalami und dänischem Käse. Als Hauptgericht folgen Gnocchi in Tomaten-Basilikum-Soße.
Nach der Stärkung fahren wir aber wirklich ans Meer. Von Nordosten erreichen wir Hanstholm, wo ich direkt die Circle K Tankstelle anfahre, da es dort eine kostenlose V+E gibt. Natürlich tanke ich als Gegenleistung auch dort. Unser nächstes Ziel in Hanstholm ist der kostenlose Parkplatz am nördlichen Ende des Hafens.
Hier stehen schon zahlreiche Wohnmobile. Eine Weile können wir noch vor dem Wohnmobil die Sonne und die schöne Aussicht genießen. Doch gegen Abend zieht es sich total zu. Von Zeit zu Zeit sehen wir Fährschiffe nach Island und Norwegen ein- und ausfahren.
Tagesstrecke: 67 km
Donnerstag, 28.08.2025
Nach einer ruhigen Nacht sind die Welt heute Morgen wieder ganz anders aus.
Nach einem kurzen Strandspaziergang suchen wir im Hafen nach den Fischversteigerungshallen. Leider ohne Erfolg – vielleicht sind wir viel zu spät für diese Unternehmung losgezogen. Stattdessen können wir uns schon um eine Mahlzeit mit frischem Fisch bemühen.
Die Lösung finden wir in direkter Nachbarschaft zu unserem Übernachtungsplatz in dem Fischgeschäft/Restaurant mit Selbstbedienung „Det Gamle Rögeri“.
Vor der Weiterfahrt besuchen wir noch einmal die Tankstelle und entsorgen. Wer weiß, wo wir noch landen.
Auf dem Parkplatz vom Bilbjerg, in direkter Nachbarschaft eines großen Geschützbunkers, dürfen wir nicht übernachten.
Der Spaziergang entlang des Strandes unter den Kreidefelsen endet für uns an einer steilen Sanddüne über die man den Strand erreicht. So sehen wir nur aus der sicheren Entfernung einen Teil des Strandes.
Wir entschließen uns, nach Slettestrand in die Jammerbucht weiter zu fahren. Dort stehen wir versteckt hinter den Dünen zwischen Büschen auf einem kostenlosen Parkplatz ohne V+E für Wohnmobile.
Slettestrand hat für seine Fischerboote keinen Hafen. Sie werden dort von Traktoren ins Wasser geschoben und an Seilwinden wieder an Land gezogen.
Der Strand ist von kleinen Kieselsteinen übersät. Trotzdem sehen wir abendliche Badende.
Tagesstrecke: 76 km
Freitag, 29.08.2025
Bei einem letzten Blick zum Strand sehen wir dort einen Traktor stehen. Entweder sind wir zu spät, oder noch zu früh. Auf jeden Fall bekommen wir dieses einmalige Schauspiel des Kuttertransportes nicht zu sehen.
Wenn man einen Dänemark-Urlaub plant, kommen sofort die Ratschläge zum Besuch des Ortes Blockhus. Deshalb statten auch auch wir Blockhus einen Besuch ab. Schon kurz nach der Ortseinfahrt merken wir, dass wir uns in einem Touristenort befinden. Die Einwohnzahl liegt bei ungefähr 480, denen aber 600 Ferienwohnungen mit steigender Entwicklung gegenüberstehen.
Blockhus hat aber auch einen befahrbaren, fast unendlichen Sandstrand. Doch sollte man schauen, wohin man sein Gefährt lenkt, denn ein Absacken im Treibsand kann schlecht ausgehen. In den Dünen sehen wir noch die Überreste der unvermeidlichen Geschützbunker. Und zahlreiche Wohnmobile prägen ebenso das Bild von Blockhus.
Trotz des schönen Strandes zieht es uns nach einem kleinen Hot Dog-Imbiss und einem tollen Eis als Nachtisch weiter. Wir streifen das wohl noch touristischere Lökken, denn unser Ziel für heute soll der Rubjerg Knude Fyr sein. Das ist ein Leuchtturm auf einer Wanderdüne.
Wir haben einen Hinweis auf einen kostenlosen Parkplatz für Wohnmobile in der Nähe des Rubjerg gelesen. Doch beim Näherkommen sehe ich schon große weiße Kalksteine als Absperrung. Ich bin noch am Trauern, da sehen wir einen Wegweiser zu einem neuen kostenlosen Parkplatz keine 150 m entfernt. Und dieser Platz ist wirklich etwas Außergewöhnliches für Dänemark. Es gibt ausreichend getrennte Parkplätze für Wohnmobile und PKWs und eine öffentliche Toilette.
Nach einer kleinen Siesta machen wir uns auf den Weg zum Rubjerg Knude Fyr. Wir haben die Wahl zwischen einem Traktor mit Anhänger oder zu Fuß. Wir entscheiden uns für Letzteres. Langsam kommen wir näher. Die kleinen Bäume haben sich bei ihrem Wachstumsverhalten dem steten Wind gebeugt.
Am Wegesrand gibt es schon mal Grünes mit Farbtupfen.
Und nach dem Erreichen der nächsten kleinen Erhebung sehen wir den Rubjerg Fyr vor uns. Eine riesige Wanderdüne, die ständig in Bewegung ist.
Mittlerweile lässt es sich im Sand schon schwieriger gehen. Ich habe deshalb meine Schuhe ausgezogen. Als der 23 m hohe Leuchturm im Jahre 1900 in Betrieb genommen wurde, stand er hinter einer zwei bis drei Meter hohen Düne. Etwa ab 1910 wuchs die Düne immer weiter, und obwhl ständig Sand abgetragen wurde, stieg die Düne auf ein Maß von über 50 m und der Leuchtturm verschwand. Durch sich neu bildende Abwinde wurden ab 2003 die Geäude wieder teilweise freigelegt, und die Düne verschob sich nach Nordost.
Von rechts kommt nun unser Wohnmobilnachbar ins Bild. Es ist ein sehr interessanter Alleinreisender, der mit uns im Anschluß an seine Wanderung ein langes Gespräch führte.
Der Leuchtturm hat schon einen Umzug hinter sich. Die Sanddüne wanderte im Laufe der Jahrhunderte immer weiter und passierte bereits den Leuchtturm. Durch die Verwehungen war das Leuchtfeuer schon nicht mehr zu sehen. Das bedeutete das Ende für den Leuchtturm. Da er letztendlich an dem alten Standplatz abzustürzen drohte, wurde er 2019 mit modernstem technischen Aufwand um 70 m landeinwärts verschoben.
Dort oben weht der Wind ganz schön. Wir machen uns deshalb auf den Weg zurück.
Hinter uns versinkt der Leuchturm im Sand, wie die Sonne im Meer.
Ein herrlicher Spaziergang geht zu Ende.
Mit dem Versinken der Sonne fahren die PKWs weg und auf dem Platz kehrt Ruhe ein.
Tagesstrecke: 77 km
Samstag, 30.08.2025
Im weiteren Verlauf des späten Vormittags fahren wir zum nicht weit entfernten „Keramikcafeen Möllehuset“. Wie der Name schon sagt, befindet sich das Cafe in einer Windmühle.Es sieht alles so gemütlich aus.
Es sind schon sehr viele Dänen bei einer ihrer Lieblingsbeschäftigungen: Cafe und Kuchen verzehren. Wir genehmigen uns auch zwei Cappucino und einen Rabarbermarengskage.
Heute wollen wir nach Hirtshals, dort gibt es einen kostenlosen Stellplatz ohne V+E direkt am Strand und nicht weit vom Hafen entfernt. Dies ist für Norwegenfahrer der letzte Stopp bevor es auf die Fähre geht. Wir kamen in den 80er Jahren mit unserer Fähre aus Kristianssand hier an.
Bevor wir auf den Stellplatz fahren, steuern wir schnell noch eine Tankstelle auf der Umgehung von Hirtshals an, da es dort eine V+E-Station gibt.
Um zu dem Stellplatz zu gelangen, durchqueren wir den kleinen Hafenort. Zuerst fahre ich auf den geteerten Platz und wechsele dann aber auf die andere Straßenseite auf einen kleinen geschotterten Strandplatz. Beim Rangieren des Wohnmobils beim Einparken merke ich, dass ich das Lenkrad nicht mehr fahrend nach links einschlagen kann. Von draußen kommt schon der Ruf – links vorne das Rad hat einen Platten.
Ich versuche erst selbst mein Glück. Dann fängt es aber auch noch an zu regnen. Die Entscheidung ist schnell getroffen. Ich gebe auf und rufe den ADAC an. Obwohl es Samstagnachmittag ist kommt nach zwei Stunden tatsächlich ein riesiger Abschleppwagen. Der Regen wird stärker und die Arbeitsbedingungen für den Mechaniker werden schlechter. Trotzdem wird unser Problem gut gelöst, und der neue Reifen ist montiert. Es ist jetzt müßig nachzudenken, wo der Platten passiert ist – kaputt ist kaputt.
Nach der Aufregung können wir endlich einen kleinen Spaziergang zum Strand machen.
Bei dem ungemütlichen Wetter halten wir uns hier nicht lange auf. Außerdem haben wir heute erst kaum etwas gegessen. Nach der Aufregung soll es auch was gutes sein.
Wir begeben uns also wieder mal auf die Suche nach einem Restaurant. Viel Auswahl ist aber nicht in Hirtshals. Es geht einige Straßen rein und wieder zurück, bis wir uns für den „Hirtshals Kro“ entscheiden. Er wirbt mit Muscheln.
Und es gibt ein Pint Murphy’s – lecker.
Für unseren Hunger gibt es Muscheln in Currysoße bzw. Marinière und Pommes. Es schmeckt wirklich gut.
Auf der Kvittering stehen nachher stolze DKK 434.
Der Fischereihafen liegt noch im Schlaf, doch bei den Fähren herrscht Hochbetrieb.
Tagesstrecke: 24 km
Sonntag, 31.08.2025
So langsam steuern wir den nördlichsten Punkt Dänemarks an. Es ist ganz schön stürmig von Westen her, und ich merke beim Fahren den Druck auf die seitliche Wand des hohen Aufbaus.
Kurz vor Skagen sehen wir auf der rechten Seite den Hinweis zu einer „Tilsandende Kirke“ (versandete Kirche). Ich biege in den Weg ein und lande auf einem Parkplatz. Von dort führt ein Wanderweg zu der Kirche. Heutzutage steht dort nur noch der Kirchturm. In 1805 wurde das Kirchenschiff aufgrund zu starker Versandung abgerissen. Die ursprüngliche aus Backstein gebaute Kirche aus dem 13. Jhdt. war dem Hl. Laurentius gewidmet und stand damals noch inmitten von Feldern und Weideland.. Gegen Ende des 18 Jhdt. hat der stete Sandsturm die Kirche erreicht, und die Wanderdüne begrub die Kirche immer mehr.
Nun ist es nicht mehr weit bis Skagen. Wir fahren zu dem Stellplatz o. V+E vor dem Radhus (Übernachtungsgebühr DKK 205 = EUR 27,46). Für Wohnmobile ist ein Bereich auf einem Großparkplatz reserviert. Von hier aus ist es nur ein kurzer Fußweg zum Hafen. Es ist noch in unserer Erinnerung, dass wir dort bei den vielen Restaurants schon mal sehr gut gegessen haben.
Die Fischfangflotte Skagen’s ist mit sehr großen Schiffen ausgestattet. Ein Highlight des Hafens sind aber die Holzhäuser der Fischer in rot-weißer Bemalung. Mittlerweile sind viele davon in die Nutzung mit Restaurants übergegangen.
Nach eingehender Begutachtung des Angebotes haben wir uns für das Fischbuffet entschieden. Jetzt zur Mittagszeit haben sich u. a. noch einige Biker und auch Eigentümer der Segelboote hier eingefunden.
Das Buffet war sehr gut bestückt. Doch irgendwann geht nichts mehr in den Magen hinein. Wir haben ja unseren Stellplatz. Also spricht nichts gegen einen ausgedehnten Mittagsschlaf.
In der Zwischenzeit haben uns einige Wohnmobile verlassen, Es gibt ja noch einen Stellplatz oben in Grenen, an der Spitze Dänemarks. Ich habe aber nun schon fast EUR 28,00 für diesen Platz investiert. So bleiben wir halt hier.
Gegen Abend unternehmen wir einen Spaziergang in die Innenstadt von Skagen. Und wieder ist es ein Sonntagabend, und alls ist menschenleer.
Die Nacht senkt sich übers Land, und Ruhe umfängt uns.
Tagesstrecke: 50 km
Montag, 01.09.2025
In Skagen sind wir fast am nördlichsten Punkt Dänemarks. Um das Ziel der Reise zu vollenden, fahren wir heute zum Kap Grenen, wo sich sich die Strömungen von Nord- und Ostsee treffen. Während der Fahrt nimmt der Wind noch zu.
Bei der Einfahrt auf den Parkplatz erleben wir die erste Überraschung. Hier haben Wohnmobile übernachtet. Deshalb sind meine „Nachbarn“ gegen Abend weggefahren. Auf der Suche nach einem Parkometer erlebe ich die zweite Überraschung. Die Saison ist in Grenen vorbei, der Parkplatz ohne V+E kostet keine Gebühren mehr.
Na ja, macht nichts. Wir wollen zum nördlichsten Punkt Dänemarks. Wir haben die Wahl zwischen einem Traktor mit Anhängern, dem Sandormen, oder zu Fuß. Wir wählen für uns den Spaziergang.
Dabei sehen wir den Leuchtturm Det Gra Fyr (der graue Leuchtturm) über den Strandhafer hinweg schauen.
Es ist ganz schön stürmig, und der Wind kommt von schräg vorne. Aber langsam kommen wir dem Ziel immer näher.
Die Natur erschafft einige Kunstwerke:
eine Sanddüne im Kleinformat …
… oder Auswirkungen eines Schutzwalls.
Der Sandormen ist auch schon da, und somit ist ein reges Gewusel an der Landspitze.
Bei diesem Wellengang sieht man besonders ausgeprägte Wellen von links und von rechts, von Nordsee und Ostsee.
Etwas unterhalb der Landspitze erhebt sich der „graue Leuchtturm“, Det Gra Fyr.
Da der Hinweg ganz schön anstrengend war, nehmen wir den Sandormen für die Fahrt zum Parkplatz (DKK 25/ Fahrt).
Auf dem Parkplatz schauen wir uns kurz bei den Kiosken um, die alle noch offen haben. Ansonsten wollen wir nun schon auf der Ostseeseite Dänemarks so langsam wieder nach Süden fahren. Unser heutiges Übernachtungsziel kann im Raum Frederikshavn liegen.
Nach etwa 50 km und an den nördlichen Ausläufern von Frederikshavn gelegen, kommen wir zum Palmenstrand. Wir fahren auf den direkt nebenan liegenden Parkplatz. Es sind keine Verbotsschilder vorhanden. Der vielgelobte extra angelegte Palmenstrand ist aber nicht unbedingt der Hit. Und die Imbissbude in der Nähe hat kein Angebot, was uns im entferntesten gefallen würde.
So machen wir uns aus den eigenen Beständen einen wohlschmeckenden Mittagsimbiss.
Bei der Weiterfahrt kommen wir im Hafengebiet von Frederikshavn an einem kleinen Parkplatz vorbei, wo auch schon zwei Wohnmobile stehen. Dort ist es aber wahrscheinlich sehr laut aufgrund des regen Fährbetriebes nach Schweden, Norwegen und auf die vorgelagerte Insel Läsö.
Schließlich landen wir in der Kleinstadt Säby Dort orientieren wir uns nach dem Hafen. An dem Parkplatz befindet sich eine Ver- und Entsorgungsstation für Wohnmobile. Da die kostenpflichtigen Stellplatze noch weiter hinten raus liegen, bleiben wir hier auf dem kostenfreien Parkplatz nahe dem Ortszentrum. Ein Verbotsschild ist auch nicht vorhanden. Also nutzen wir die Gastfreundschaft zur Übernachtung ohne Campingverhalten.
Nach Siesta und gemütlichem Faulenzen machen wir einen Rundgang durch den Ort.
Wie überall in den Kleinstädten Dänemarks sind die Straßen sauber und gepflegt. Und die Hauswände sind in unterschiedlichen Ockertönen angestrichen. So gehört es sich auch für eine Stadt, die oftmals als „Perle der Ostküste“ bezeichnet wird.
Der Name Säby leitet sich wahrscheinlich von Söby ab, und bedeutet Seestadt. Eventuell wurde die Stadt auch von den Wikingern gegründet, da sie verkehrsgünstig an einer Flußmündung liegt.
Die Marienkirche können wir leider nicht besichtigen, da dort im Augblick ein Orgelbauer im Zuge der Wartungsarbeiten die Kirchenorgel stimmt.
Den Abschluß unseres Spaziergangs bildet der schön angelegte Park entlang der Säby A.
Der hier in Erinnerung gehaltene Jacob Sewerin war Kaufmann und Grönlandpionier. Mit dem immer intensiver werdenden Ansturm von holländischen Walfängern kam es 1738/39 zu einem bewaffneten Konflikt, bei dem Sewerin den Dänen den Besitz von Grönland rettete.
Den Dänen hat er Grönland gerettet und uns schickte er einen starke Regenschauer, dass wir uns im Hafen unter ein Vordach retten mussten. So schnell der Schauer kam, so schnell verschwand er auch, und hinterließ einen Regenbogen.
Die Nacht war ruhig und wir haben sehr gut geschlafen.
Tagesstrecke: 68 km
Dienstag, 02.09.2025
Die Nacht endet für uns im wahrsten Sinne des Wortes schlagartig um kurz vor halbsieben. Draußen steht der Hafenmeister oder ein Mitarbeiter von ihm, und möchte DKK 220 als Übernachtungsgebühren kassieren. Kartenzahlung ist auch möglich. Es ist müßig über Parken ohne Camping mit ihm zu diskutieren. Der Parkplatz zählt wie die weiter hinten liegenden Stellplatze zum gebührenpflichtigen Hafenbereich für Wohnmobile.
Der Wettergott hat mitbekommen, dass wir für unsere Übernachtung bezahlt haben, und schickt uns dafür strahlenden Sonnenschein. Wir haben ja jetzt Zeit, sodaß ich mir mein Fahrrad schnappe und mich in der Stadt auf die Suche nach einem Bäcker mache. NAch langer Suche werde ich in einem Supermarkt fündig.
Heute möchten wir mit dem Wohnmobil eine längere Strecke zurücklegen. In der Nähe von Hobro sehen wir einen Hinweis zu dem Vikingermuseet Fyrkat. Das wollen wir uns ansehen.
Von der Hauptstraße biegen wir ab und fahren auf kleinen Straßen durch das Autal zur Ringburg Fyrkat. Im 10. Jhdt. geriet der Wikingerkönig Blauzahn unter starke Bedrängnis aus den südlichen Landesteilen. Unter dem Druck vom Deutschen Kaiserreich führte er das Christentum als Staatsreligion ein. Gleichzeitig ließ er zwischen 979 – 981 fünf Ringburgen erbauen, mit denen er sein Reich schützen wollte. Eine davon war die Ringburg Fyrkat.
Der Eingang erfolgt durch den Fyrkat Möllegaard, den ehemaligen Mühlenhof.
Danach zeigen uns die Hinweisschilder den Weg auf die Höhe des Geländes. Hier sehen wir die Rekonstruktion eines Wikinger-Langhauses.
Der Schutz der Ringburg bestand aus zwei Grabenreihen und einem hohen Erdwall. Die Einlässe waren durch Holztore befestigt.
Beim Betreten der Ringburg können wir erst die Weite des Innenraumes optisch erfassen. Im Boden sind Markierungen angebracht, die die Lage der Langhäuser symbolisieren.
Außerhalb der Ringburg hat man bei den Ausgrabungen auf dem Gelände ein Gräberfeld entdeckt. Die ungemähten Erhöhungen sind Erinnerungen an die gefundenen Grabstellen.
Etwa 900 m entfernt befindet sich der sogenannte Gutshof. Das sind neun rekonstruierte Langhäuser der Wikinger, die ein kleines Dorf aus Wohnhäusern und Werkstätten bilden. In dem Dorf finden viele Aktionen statt, und wechselnde Künstler können für eine gewisse Zeit ein Haus als Atelier benutzen.
Nach der ausgiebigen Besichtigung schaffen wir es noch bis nach Silkeborg. Dort steuern wir einen Parkplatz, unweit der Brücke die in die Stadt hineinführt, an.
Der Parkplatz scheint von Pendlern und Anwohnern genutzt zu werden. Wir bekommen aber noch einen Platz direkt am Fluß. Wir haben eine tolle Aussicht. Trotzdem haben wir auch den Fluß im Blick, dass er nicht von dem Regen der vergangenen Tage ansteigt.
In unserer direkten Nachbarschaft befindet sich ein Chinesisches Restaurant, das war gegen 18.00 Uhr aufsuchen. Wir haben schon gesehe, dass er gut besucht wird.
Es ist ein „Nobel-Chinese“. Die Auswahl an Speisen ist excellent, genauso wie die Qualität.
Nach den Sushi-Vorspeisen stellen wir uns auf einem Extrateller ein eigenes Gericht aus frischen Lebensmitteln zusammen und lassen sie uns am Mongolengrill zubereiten. Die Lieferung an den Tisch erfolgt durch einen kleinen Roboter.
Und weiter geht es am Buffet.
Es ist vollbracht. Das Essen war einfach ein „Traum“. Solch ein chinesisches Buffet hatten wir noch nicht. Inklusive Getränke machte es DKK 538, die sehr gut angelegt worden sind.
Der Mond schaut auf uns herunter.
Tagesstrecke: 169 km
Mittwoch, 03.09.2025
Am Morgen haben wir draußen einen blauen Himmel, und im Wohnmobil Rührei mit Krabben auf einem Brötchen. Lecker!
Heute fahren wir immer weiter nach Süden. Wenige Kilometer südlich von Silkeborg steuern wir die höchste Erhebung Dänemarks (147m) an. Es ist der Himmelbjerget, oder auch Himmelberg. Nach der nordischen Sage lebte hier der Götterwächter Heimdal, der die Grenze zwischen dem Götterreich Asgaard und dem Menschenreich Midgaard bewachte.
Ab 1839 fanden auf dem Berg Volkstreffen statt. Und seit 1875 erinnert der Turm an König Frederik VII., der die absolute Monarchie abschaffte und das Gesetz zur Volksherrschaft unterzeichnete, was in der Einsetzung des Grundgesetzes im Jahre 1849 mündete.
Für DKK 31,00 dürfen wir auf dem Parkplatz des geschichtsträchtigen Ortes für 2 Stunden stehen.
Etwas abseits steht ein Gedenkstein für drei starke Frauen, allesamt Königinnen von Dänemark:
Wikingerfürstin Thyra (9. Jhdt.), Dagmar von Böhmen (12. Jhdt.) und Margarethe von Dänemark (15. Jhdt.)
Viele Denkmäler und Kunstwerke säumen den Weg hinauf zum Turm.
Im 20. Jhdt. wurde die Umgebung des Himmelbjerget mit Eisenbahn und Schiffsverkehr erschlossen und der Wochenendausflugsverkehr ergoss sich über den Berg.
Zum Übernachten wollen wir noch irgendwohin an die Ostküste, wo man am offenen Meer steht. Wir entscheiden uns für den Stellplatz mit V+E im Hafen von Juelsminde. Es waren dann doch noch einige Kilometer bis dorthin.
Direkt nach der Ankunft stellen wir unsere Mägen zufrieden, indem wir uns im Wohnmobil Filet Mignon mit Reis und Parikagemüse machen.
Wie immer folgt nach einem solchen Aufwand erst mal – eine Siesta.
Danach erkunden wir die Umgebung des Hafens. Für die Kinder gibt es eine tolle Attraktion. Erst heißt es Taschenkrebse unter den Steinen fang und in den Eimer bugsieren. Dann werden die gefangenen Taschenkrebse auf verschiedene Rutschbahnen gesetzt, und es folgt ein spannendes Wettrennen ins Wasser.
Einen Verkaufsstand von Selbstvermarktern gibt es auch.
Die Erwachsenen vergnügen sich draußen mit ihren Segelbooten. Dabei können manche Wenden schon ganz schön heikel sein.
Es ist schon wieder Abend, und wir lassen den Tag bei Buch, TV und Romme ausklingen.
Tagesstrecke: 108 km
Donnerstag, 04.09.2025
Gestersn Abend haben wir schon festgestellt, dass sich neben dem Fischhandel auch eine Bäckerei befindet. Die besuche ich heute Morgen und hole mir leckere Brötchen.
Nach dem Frühstück trödeln wir noch bis zur Mittagszeit ein wenig herum und besuchen dann den Fischhandel. Das Angebot ist recht ansprechend, uns interessiert aber nur das Fischbrötchen. Die Portion ist riesig und lecker. Wir sind fürs erste satt.
Auf dem Weg weiter nach Süden zieht es uns erst nach Jelling, zum dortigen Weltkulturerbe. Ist Jelling nur ein Gräberdenkmal einflussreicher Persönlichkeiten. Auf jeden Fall hat Wikingerkönig Harald Blauzahn einen Grabhügel für seine Eltern Gorm und Thyra erbaut. Man vermutet hierbei den nördlichen Hügel. Der südliche Grabhügel ist der größte, der jemals in der Wikingerzeit gebaut wurde. Außer den Grabhügeln fand man noch Überreste von Schiffsbestattungen, die nur für mächtige Personen gestattet waren. Eingerahmt wurde das Gebiet von der Größe von 20 Fußballfeldern mit bis zu 5m hohen Palisaden.
Runenstein von König Harald um das Jahr 1000, er wird auch der Taufstein Dänemarks genannt. Er benennt darauf seine Eltern, sich als König von ganz Dänemark und Norwegen und die Christianisierung der Dänen.
Der ältere Runenstein ist aber der seines Vaters Gorm mit einer Liebeserklärung an seine Frau Thyra. Darauf taucht zum ersten Mal in der Weltgeschichte der Name Dänemark auf.
Die Jellinger Kirche stammt aus dem 11. Jhdt. und ist ein wichtiger Bestandteil der Monumentalanlage, denn sie ist eng verbunden mit dem Königsgeschlecht und von ihr ging die Christianisierung aus. Man vermutet auch, das der König Gorm umgebettet und unter ihr begraben ist.



























































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































