Frankreich Provence Ostern 2006 (in Arbeit)

Text: Lena                                                                                                                                                         Fotos: Hans-Werner und Lena

Endlich ist es wieder so weit. Wir haben Osterferien und es geht Richtung Südfrankreich. Unser grobes Ziel wird die Provence sein. Den Mont Ventoux wollen wir mit dem Wohnmobil erklimmen, in der Nähe des Pont du Gard wollen wir Freunde treffen und auf jeden Fall wollen wir nach Les-Stes.-Maries-de-la-Mer, denn dort lernten wir 1974 das freie Campen, damals mit dem Zelt, kennen, und die Wurzeln zu unserem heutigen Urlaubsverhalten mit dem Wohnmobil haben dort ihren Ursprung.

Insgesamt waren wir 17 Tage unterwegs und sind dabei 2.697 km gefahren. Wir haben unzählige schöne Orte gesehen und träumen nun wieder davon, endlich einmal gaaanz lange in Frankreich Urlaub machen zu können.

 

Freitag, 07.04.2006

Nachmittags geht es hier in Limburg los. Im Radio werden heute nur Staus ab vier Kilometern Länge gemeldet, aber bei uns geht es ganz gemütlich über Wiesbaden an Mainz und der Pfalz vorbei ins Elsass. Wir beehren den ersten Supermarkt hinter Lauterburg, um unter anderem unsere „Garage“ mit Coladosen, pfandfreiem Bier, ein paar Flaschen Wein und einer Flasche Ricard zu bestücken und natürlich zu tanken (1,05 Euro).

Als Ziel für diesen Tag haben wir Kaysersberg vorgesehen, das liegt etwas über 300 km von zu Hause entfernt, also ganz angenehm für den ersten Urlaubstag. Der Stellplatz kostet incl. V+E EUR 4,00 bis 9 Uhr morgens, danach EUR 2,00 für den Tag.

 

Samstag, 08.04.2006

Heute werde ich von einem eigenartigen Geräusch geweckt, und wie ich dann richtig vermute sind es Störche. Sie brüten auf der nahe gelegenen Kirche. Ein schöner sonniger Tag beginnt. Nachts zeigte das Thermometer nur wenige Grad über Null und vom nahen Bäcker holen wir das erste Baguette für den Urlaub.

Auf der Weiterfahrt zurück zur N 83 halten wir kurz in dem malerischen Ort Eguisheim an, um ihn zu besichtigen, …

… und fahren dann immer weiter auf der N 83 bis Baume les Dames. Hier steht die Besichtigung und Begutachtung des neuen Stellplatzes auf unserem Programm. Der ist toll! Wir kennen ihn aus früheren Jahren, da konnte man dort zwar gut übernachten, aber ansehnlich war er damals nicht. Wir wollen dort aber heute nicht bleiben, sondern fahren nach einer ausgiebigen Mittgsrast weiter bis Villars les Dombes.

Schon einige Kilometer vorher lesen wir auf Schildern, dass der Zutritt zu den Seen dieser Gegend verboten ist. Hier gab es ja im vorigen Jahr schon Fälle von Vogelgrippe, und wie befürchtet, ist auch der sehr attraktive Vogelpark auf unbestimmte Zeit geschlossen. Scheinbar hat man die sonst dort beheimateten Vögel weggebracht. Jedenfalls hören wir sie nicht. Nur ganz viele Störche nisten in den Birken. Aber auf dem Parkplatz stehen schon einige Wohnmobile, um hier zu übernachten. Das wird durch ein Schild ausdrücklich für 24 Stunden erlaubt. Normalerweise wird abends ein Tor vor dem Parkplatz zu gemacht, dann ist eine Zufahrt nicht mehr möglich. Aber das ist im Moment natürlich nicht der Fall, da ja der Park und das Besucherzentrum völlig verwaist sind. Eine kostenlose V+E ist auch vorhanden. Man schläft dort sehr ruhig.

 

Sonntag, 09.04.2006

Es ist morgens bewölkt. So beschließen wir, nachdem wir zunächst auf der Umgehungsautobahn Lyon hinter uns gelassen haben, noch ein paar Kilometer auf der Autobahn nach Süden zu bleiben. Wir fahren also bis Valence Süd und zahlen dafür EUR 11,20. Auf der Landstraße geht es dann weiter bis Vaison la Romaine. Hier gibt es einen neuen Stellplatz, der auf allen Straßen in Richtung Innenstadt ausgeschildert ist. Er ist kostenlos und hat noch keine V+E , …

… und liegt nur wenige Meter von dem Parkplatz entfernt, auf dem sonst Wohnmobile unbehelligt stehen konnten. Das ist nun nicht mehr erwünscht, ein Schild deutet darauf hin. Aber die dazu gehörende Schranke ist im Moment nicht geschlossen, vermutlich erst im Sommer.

Uns lockt der Mont Ventoux, obwohl wir nicht besonders viel von ihm sehen können, begeben wir uns erst mal auf die Fahrt nach Bedoin.

Die Fahrt dahin ist aus dieser Richtung schon ein wenig abenteuerlich. Und kurz hinter Bedoin verkündet ein Schild, dass der Col gesperrt ist und die Zufahrt nur bis zum Chalet Reynard in etwas mehr als 1400 Metern Höhe möglich ist. Aber da wir schon mal dort sind, probieren wir es trotzdem, um dann auf dem Parkplatz des Chalets völlig in den Wolken zu stehen.

Na gut, dann fahren wir eben wieder runter nach Vaison la Romaine, vorbei an unzähligen blühenden Mininarzissen und Rosmarinsträuchern. Wir machen noch einen Spaziergang durch die sehr sehenswerte Altstadt und haben dann eine ruhige Nacht auf dem Stellplatz.

die römischen Überreste in Vaison-la-Romaine

 

Montag, 10.04.2006

Nachts hat es angefangen zu regnen. Also macht es nicht besonders viel Spaß durch die Weinorte des Cote du Rhone zu fahren, …

… und auch Avignon lassen wir rechts liegen. Keiner hat Lust hier anzuhalten. Anders ist es dann in Arles. Dort waren wir schon ganz lange nicht mehr. Wir lieben diese Stadt, und der Regen hat aufgehört. Also parken wir am Gare de Routier und begeben uns auf einen Spaziergang durch die Altstadt von Arles. Wir besichtigen die Arena von außen, bummeln durch die Gassen und genehmigen uns ein vietnamesisches Menü.

In diesem Haus hatte Vincent van Gogh sein Zimmer.

Für Ostern wird an der Rhone eine riesige Feria vorbereitet. Viele Karussells und noch andere Fahrgeschäfte werden bereits aufgebaut. Uns zieht es aber weiter nach Stes. Maries.

Die Straßenführung ist noch genau so wie vor 32 Jahren, und an jeder Ecke winkt uns Altbekanntes zu. Zwar ist Stes. Maries inzwischen überaus touristisch geworden, aber für mich hat es trotzdem einen Teil des Charmes behalten, den es auf uns vor so vielen Jahren ausstrahlte, jedenfalls im Frühjahr.

Am Stellplatz im Ort, der scheinbar ziemlich voll ist, fahren wir vorbei. Es geht zielsicher in Richtung Plage Est. Hier liegt der zweite Stellplatz von Stes. Maries, ebenfalls für EUR 6,00 pro Tag incl. V+E. Er ist mit 200 Plätzen ausgewiesen. Ein Teil davon liegt auf einem sehr ordentlichen Parkstreifen an der Strandpromenade. Die anderen Stellmöglichkeiten verteilen sich kilometerweit am Strand entlang. Denn dort kann man nach wie vor übernachten.

Endlich sind wir am Meer.

Übernachtungsplätze hinten am Strand

Auch hier im Ort rüstet man für das Ostergeschäft. Wir finden noch einige Lokale und Geschäfte, die wir von früher kennen (Vor vier Jahren waren wir im Sommer das letzte Mal hier.). Es hat sich aber auch viel Neues entwickelt. Die Getränkepreise sind aber noch immer sehr niedrig.

Im Felibre, damals noch Café, saßen wir schon vor 32 Jahren.

 

Dienstag, 11.04.2006

Knallblauer Himmel, die Sonne strahlt schon am frühen Morgen in unser Bett und wir haben Mistral. Also bleiben wir auf dem befestigten Parkplatz, denn am Strand fliegt jetzt der Sand zu sehr. Wir lesen, sonnen uns windgeschützt, bummeln durch den Ort und gönnen uns abends drei Portionen Muscheln. Leider gibt es kaum die von uns so geliebten und hier typischen Tellines. Das sind sehr schmackhafte Minimuscheln, die hier im Sommer von Fischern mit speziellen Schleppnetzen zu Fuß aus dem Meer geholt werden.

 

Mittwoch, 12.04.2006

Heute bleiben wir noch faulenzend in Stes. Maries. Wir spazieren durch die Gegend und bestaunen die Flamingos.

 

Gründonnerstag, 13.04.2006

Nun will ich aber dann doch unbedingt weiter, und zwar in Richtung Port St. Louis. Unterwegs sehen wir, dass Spargel gestochen wird und erstehen schnell ein Kilo, dazu guten Roséwein und kleine, duftende Erdbeeren. Wie sich später heraus stellt, schmecken sie zuckersüß.

Unser Weg führt uns durch die Camargue, vorbei an Vögeln, Stieren, Pferden, in der Sonne glitzernden Reisfeldern, und dann mit einer Fähre an der Bac de Bacarin über die stürmische, sehr wasserreiche Rhone. Zum Glück sind das nur wenige Meter, denn das Schiff schaukelt extrem.

Dann fahren wir an Salin du Girod vorbei nach Port St. Louis. Der Stellplatz dort, mit V+E, sieht gut aus, ist aber total voll. Jedoch darf man wenige Meter weiter am Kanal hinter der Zugbrücke ebenfalls für 48 Stunden kostenlos stehen. Auch hier sind schon viele Wohnmobile. Dagegen ist der als als Übernachtungsmöglichkeit auch im Wohnmobilforum erwähnte Plage Napoleon fast völlig leer. Es finden dort zwar Kite-Meisterschaften statt, aber der Mistral ist hier ganz extrem zu spüren. Dazu knallt die Sonne, wenn man geschützt vor dem Wohnmobil sitz, vom Himmel.

Und hinter all dem qualmen in einem schrecklichen Szenario die Schlote der riesigen Raffinerien von Fos. Nee, hier bleiben wir nicht. Hier würde ich auch im Sommer nicht schwimmen gehen wollen. Also verlassen wir den Strand und fahren zurück nach Stes. Maries. Da wollte ich sowieso noch mal hin. Jeden Montag und Freitag findet dort ein großer Wochenmarkt statt.

 

Karfreitag, 14.04.2006

Der Markt „ruft“. Es ist ein sehr malerischer Markt mit erstklassigen Lebensmitteln, guten Weinen und vielem, was man als Tourist unbedingt erstehen sollte.

cinque litres Gris de gris s.v.p.

Santons

Nach dem Marktbesuch und einem letzten Café am Platz, geht es dann aber unwiderruflich weiter nach Westen.

Unser nächstes Ziel ist Le Grau du Roi. Der Stellplatz ist schnell gefunden. Wir orientieren uns an den Rutschbahnen des Schwimmbades, und einen Platz für uns gibt es auch. Jedem Wohnmobil steht eine relativ große Parkfläche zur Verfügung. Bei der Abreise wird aufgrund der geparkten Stunden am Automaten bezahlt. Der Stellplatz liegt direkt am Strand. Dort entlang kommt man auch in etwa 200 Metern an einen Kanal, der vom Meer in die Stadt führt. Hier kann man die einlaufenden Fischerboote mit ihrem Fang beobachten. Danach geht es über eine Drehbrücke in die sehr turbulente und touristische Stadt. Ich bin froh, dass wir erst Ostern haben.

Wenn hier so herumläuft, muß man sich vor Augen führen, dass man sich hier eigentlich auf vielen kleinen Inseln befindet, die auf Dämmen  durch die Seen oder Buchten anzufahren sind.

Blick auf La Grande-Motte

Nachts schlafen wir auch hier sehr gut, bis uns kurz nach 02.00 Uhr der scharfe Wasserstrahl eines Wassersprengers weckt, der mit voller Wucht gegen unsere Rückwand des Wohnmobils schlägt. Wir wunderten uns schon, wieso der angrenzende Rasen so schön grün ist. Wer dort mal hinfährt, sollte sich besser auf den dem Rasen gegenüberliegenden Parkstreifen stellen. Zum Glück war diese Nachtruhestörung nach einer halben Stunde wieder vorbei.

 

Samstag, 15.04.2006

Heute wollen wir nach Palavas les Flots. Die Straße führt uns auf einen schmalen Streifen, als wäre dies nur eine Sandaufspülung. Hier haben sie einen riesigen Stellplatz für 100 Wohnmobile sehr schön im Yachthafen angelegt. Der ist gegen Mittag schon fast voll. Wir haben aber Glück und finden noch einen schönen und großen Platz für uns. Die Übernachtung kostet EUR 8,44 incl. Kurtaxe, Duschen und Toiletten.

Wir machen einen Stadtbummel bis hin zum stürmischen Meer und testen dabei auch die Seilbahn über den Wasserlauf, der zum Meer hin führt.

Vor dem Stellplatz haben es sich schon etliche Wohnmobilisten gemütlich gemacht. Wenn man schon nicht rein kommt, bleibt man eben vor dem Tor.

 

Ostersonntag, 16.04.2006

Der Tag weckt uns mit eitel Sonnenschein.

Im Ort ist ein kleiner Markt, und Liebhaber getunter Autos treffen sich zum Bestaunen der Fahrzeuge und einer Stadtrundfahrt unter Polizeibegleitung.

Wir fahren mit dem Aufzug auf den Aussichtsturm, in dem sich auch das Fremdenverkehrsbüro befindet, genießen die Aussicht und freuen uns über das rege Treiben tief unter uns.

Wieder ganz unten angekommen, müssen wir fix ein Lokal für unser Ostermenü ansteuern, denn ab 12.00 Uhr sind hier ganz schnell alle Plätze besetzt. Nach einer feinen Mahlzeit und einer anschließenden Siesta verlassen wir um 16.00 Uhr den Platz, denn bis zu dieser Uhrzeit darf man dort stehen.

Jetzt verlassen wir das Mittelmeer und fahren langsam ins Landesinnere, zunächst nach Nimes. Dort beschließen wir, die Arena mit Hilfe eines Audioguide zu besichtigen. Gigantisch! Die Erzählungen auf dem Band sind sehr unterhaltsam und informativ. Ich sehe mich gerade in schwindelnder Höhe einem U2-Konzert lauschen.

Als wir Nimes wieder in Richtung Beaucaire verlassen wollen, bildet sich meine „bessere Hälfte“ ein, dasss man in einer fremden Stadt einfach mal so nach rechts abbiegen könne, um dann irgendwann wieder auf der in unserer Richtung vermuteten richtigen Straße zu landen. Er schafft es! Dazwischen liegt aber eine „wilde“ Fahrt. Zwischen uns und die am Straßenrand geparkten Autos passt links und rechts mehr oder weniger Nichts! Mal eine Preisfrage: Wie kommt man aus einem Wohnmobil heraus, das zwischen PKWs und Lieferwagen eingeklemmt ist und keine Türen mehr aufgehen? Zum Glück müssen wir es nicht ausprobieren. Beide Außenspiegel wurden auch schon eingeklappt, und es ist ein halber „Blindflug“.

Schon bald sind wir in Beaucaire, bzw. etwas außerhalb beim Mas de Tourelle, dem von uns für diese Nacht ausgesuchten Winzer von „France Passion“. Leider ist niemand dort, weder ein weiteres Wohnmobil noch irgendjemand, der uns das gallo-romanische Weingut zeigen könnte. Aber wir stehen idyllisch und ruhig. Und genug Wein für den Abend haben wir sowieso an Bord.

 

Ostermontag, 17.04.2006

Auch heute erscheint dort niemand. Also verlassen wir das Weingut unbesichtigt, und fahren in Richtung Pont du Gard. Die berühmte ehemalige Wasserleitung aus römischer Zeit ist auf jedem Fünfeuroschein zu bestaunen.

Allerdings steht uns der Sinn weniger nach einer Besichtigung. Vielmehr wollen wir auf dem Campingplatz „Les Gorges du Gardon“ bei Vers-Pont-du-Gard Freunde treffen. Der Campingplatz liegt sehr schön unmittelbar am Gardon, dem Fluss der unterhalb der berühmten Brücke durchfließt. Er ist sehr schattig und in der Nebensaison relativ preiswert. Im Sommer ist er aber garantiert gerappelt voll. Man kann sich direkt im Fluss und in einem Schwimmbad erfrischen, in Booten paddeln oder aber mit dem Rad in der Umgebung Touren unternehmen.

Nachdem wir unser Wohnmobil abgestellt und alle Bekannten ausgiebig begrüßt haben, radeln wir erst mal zu einem in der Nähe stattfindenden Osterpicknick mit Musikuntermalung. Ein darauf hinweisendes Plakat haben wir an der Rezeption gesehen. Drei Tage kann man es sich hier auf einem riesigen Gelände eines Bauernhofes essen, trinken und es sich gut gehen lassen. Die zum Kauf stehenden Picknick-Körbe waren schon alle weg bzw. leer. Wir holen uns noch zwei Becher Rotwein für je EUR 0,50 (!) und lauschen gut versorgt den unterhaltsamen Gesängen eines gemischten Chores, der Trinklieder zum Besten gibt.

Im Anschluss daran lassen wir uns von einer Brassband zu einem musikalischen Spaziergang animieren. Spezielle Aktionen und Ruhephasen wechseln sich ab. Selbst Meditationen stehen auf dem Plan.

Von einem Aussichtspunkt aus sehen wir in der Ferne die Pont du Gard Auf eine weitere Besichtigung verzichten wir, denn wir waren schon mindestens dreimal dort.

Am Abend gibt es eine Geburtstagsparty zu der jeder Gast etwas zum Essen beisteuert. So kann man auch auf dem Campingplatz mit 30 Leuten feiern.

 

Dienstag, 18.04.2006

Bei strahlendem Sonnenschein ist für heute eine kleine Männer-Radtour angesagt, was ich nicht so gut finde, weil ich selbst gerne Rad fahre. So war es geplant, und die Tour wurde länger und länger. Die Männer kommen nach einer Tour kreuz und quer durch die nähere Umgebung bis hin zur Rhone erst am frühen Abend wieder zurück. Für die Untrainierten in der Gruppe  war es ganz schön anstrengend. Ich hatte in der Zwischenzeit gelesen und mich so richtig erholt.

 

Mittwoch, 19.04.2006

Für das heutige gemeinsame Essen will Hans-Werner einen Salat für knapp 20 Personen beisteuern. Aber worin macht man so ein Essen, da unser Wohnmobil ja nur für 3 – 4 Personen eingerichtet ist. Da wir sowieso noch einkaufen fahren müssen, denn die Salatzutaten fehlen uns ja auch noch.

Für unsere Einkäufe fahren wir in die sehr sehenswerte, malerische Stadt Uzès. Gleich zu Anfang des Ortes sehen wir einen sehr ruhigen Parkplatz, auf dem sich einige Wohnmobile, vermutlich auch für die Nacht, niedergelassen haben. Es gibt auch einen France Passion Winzer in Uzès. Diese Kleinstadt hat ihren Ursprung schon in der keltischen Zeit, und seit dem Mittelalter hat sie zudem immer ein paar Gebäude bis in die Neuzeit gerettet. Ein Spaziergang durch die Gassen bzw. Straßen lohnt sich.

Mittelpunkt allen Treibens ist der von Arkaden gesäumte Place aux Herbes, wo offensichtlich mehrmals wöchentlich Märkte stattfinden. Hierhin werden wir auf jeden Fall mal wieder kommen.

Zurück auf dem Campingplatz haben wir noch einen schönen und langen Abend im Freundeskreis.

 

Donnerstag, 20.04.2006

Es zieht uns wieder weiter. Schon seit Nimes sehen wir den Mont Ventoux völlig klar im Sonnenschein. Er wirkt so nah, nur wenige Kilometer von uns entfernt.

Also fahren wir heute über Avignon, wieder ohne Besichtigung, ganz schnell in Richtung des angestrebten Berges. Die Straße von Carpentras nach Bedoin ist gut zu befahren und obwohl auf dem Hinweisschild am Straßenrand immer noch auf die unmögliche Überquerung des Passes hingewiesen wird, kann man jetzt wenigstens bis zum „Sommet“, laut Wörterbuch der „Gipfel“, fahren. Es ist schon ein tolles Gefühl, mit dem Wohnmobil durch die vielen Kehren bis hier oben hin gelangt zu sein. Es ist aber gar nichts, gegen die Leistung der Radfahrer.

So ganz wohl fühle ich mich dort oben aber nicht, schließlich müssen wir die vor allem am Schluss supersteilen Kehren wieder runter. Zudem brauen sich gerade ein paar ganz schwarze Wolken zusammen und in nächster Nähe donnert und blitzt es. Also schnell noch ein paar Erinnerungsfotos machen und den Souvenishop beehren, hier muss das einfach sein, und schnell wieder runter vom Berg.

Bei einem kurzen Zwischenstopp machen wir aus ein paar hundert Metern Entfernung noch paar schöne Fotos vom Gipfel. Die schwarzen Wolken sind auch schon wieder weitergezogen.

Nach vielem Kurbeln gibt es dann in Bedoin einen Caféstopp. Es ist ein verschlafener provencalischer Ort. Wir sitzn unter kalen Platanen und träumen auch hier davon, noch einmal wieder zu kommen und länger zu bleiben. Weiter geht es zur Domaine Bouletin, einem Winzer von France Passion. Der Platz hinterm Haus ist sehr ruhig und die Begrüßung freundlich. Wir kaufen ein paar Liter Rotwein für meinen Geburtstag.

 

Freitag, 21.04.2006

Jetzt ist es unwiederbringlich die Rückfahrt. Auf der Nationalstraße fahren wir bis Vienne und wechseln dann auf den Autobahnring von Lyon. Wie kann man nur so etwas an einem Freitagnachmittag wollen – Stau, Stau, Stau. Irgendwann flüchten wir auf die kostenpflichtige Autobahn in Richtung Genf, zahlen ein paar Euro, und verlassen diese dann wieder um noch einen kurzen Abstecher nach Pérouges zu machen. Dieser mittelalterliche Ort ist noch vollkommen erhalten. Er ist ein touristischer Magnet und Drehort zahlreicher „Mantel und Degen“- Filme.

Von hier aus ist es nicht mehr weit bis zum Vogelpark in Vilars les Dombes. Wo wir dann wie auch mindestens 20 andere Wohnmobilbesatzungen bestens schlafen.

 

Samstag, 22.04.2006

Wir nehmen für die Rückfahrt die gleiche Strecke wie auf der Hinfahrt. Jetzt, nach 14 Tagen, ist alls viel grüner als noch auf der Hinfahrt. Die Weinstöcke haben die ersten Blätter angesetzt und alles blüht. Wir diskutieren, wo wir die letzte Nacht verbringen wollen, und entscheiden uns für Worms. Zunächst machen wir aber in Baume les Dames unsere Mittagsrast, und fahren dann ganz gemütlich am Doubs entlang. Dies ist auch so eine Gegend, wo wir unbedingt noch mal für länger hinmüssen.

Bei der Super U-Tankstelle kurz vor Lauterburg haben wir dann noch ein Erlebnis der besonderen Art, da die Kassiererin direkt bevor wir den Tankschlauch nehmen können ihre Tätigkeit einstellt und auf Automatenbetrieb umstellt, obwohl es noch nicht 18.00 Uhr ist. Mit uns ärgern sich noch viele weitere deutsche Autofahrer, die jetzt ohne die  entsprechende französische Bankkarte dastehen. Aber inzwischen ist hier der Diesel sowieso um einige Cent teurer geworden. In Südfrankreich war er noch erheblich billige. Und in Worms zahlen wir am nächsten Morgen den gleichen Preis wie im Elsass.

Trotz der Osterferien ist in Worms der Stellplatz am Rhein mal nicht überfüllt. Der Grund dafür liegt bestimmt in der Einführung einer Gebühr von EUR 4,00. Wir zahlen gerne eine Gebühr, wenn wir dadurch immer einen freien Platz finden.

 

Sonntag, 23.04.2006

Heute geht es zwar gemütlich aber auf schnellstem Wege wieder nsach Hause.

 

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