Mit dem Flieger nach Malta – Februar 2020

Text: Hans-Werner                                                                                                                     Fotos: Hans-Werner und Lena

 

Zwischendurch reizt es uns immer mal wieder, mit dem Flugzeug ein Ziel anzusteuern, was wir  mit unserem Wohnmobil nicht so einfach erreichen können. Diesmal nutzten wir ein Angebot unserer Tageszeitung mit dem durchführenden Reiseveranstalter „BigXtra“, den wir bereits kennen.

Für die 8-tägige Kulturreise vom 29.01. bis 05.02.2020 wurde uns die „Sonneninsel Malta“ versprochen, was im Großen und Ganzen auch zugetroffen hat.  Manchmal kam ein kalter Wind dazu. Bei 17 bis 19 Grad im Schatten ließ es sich aber aushalten. Auf unserem windgeschützten Hotelbalkon konnten wir auf jeden Fall nicht lange in der Sonne sitzen.

Unser Hotel, das „Labranda Riviera Hotel & Spa“ (4 Sterne), lag im Norden Maltas, auf der Halbinsel Marfa, mit Blick auf Comino und Gozo. Die Verpflegung mit Frühstücks- und Abendbuffet war abwechslungsreich und sehr gut.

Und Kultur gab es wirklich genug auf der 27 km langen und 14 km breiten Insel, denn Malta ist ein Schmelztiegel der Völker. Phönizier, Karthager, Griechen, Römer, Araber und auch die Normannen wollten auf Malta gewesen sein. 1530 kamen dann die Ritter des Johanniterordens auf ihrer Flucht vor den Osmanen, die hier einen souveränen Staat aufbauten, den die Engländer aber 1814 unter ihre „Fittiche“ nahmen und erst am 21. September 1964 in die Unabhängigkeit entließen. Nachweise der Besiedlung Maltas gibt es aber bereits seit ca. 3.600 v. Chr. in Form von Überresten alter Tempelbauten.

Ach ja! Die Republik Malta besteht aus den bewohnten Inseln Malta, Gozo und Comino auf denen sich ca. 430.000 Einwohner tummeln. Hinzu kommen noch ein paar kleine vorgelagerte unbewohnte Inseln.

Amtssprachen sind Maltesisch und Englisch. Wobei die maltesische Sprache sich ursprünglich aus dem Phönizisch-Arabischen entwickelte und später durch die italienische und englische Sprache beeinflußt wurde. Sie ist aber auch die einzige semitische Sprache, die im lateinischen Alphabet geschrieben wird.

Nun ist aber genug erkärt worden, kommen wir zu unserem Reisebericht.

 

Mittwoch, 29.01.2020

Mit dicken Jacken und je einem Rucksack und einem kleinen Koffer lassen wir uns zum Limburger ICE-Bahnhof bringen, denn der Zug-zum-Flug ist im Reisepreis enthalten. Um 15.51 Uhr ist Abfahrt und um 16.11 Uhr sind wir bereits am Flughafen. Eigentlich viel zu früh, aber stressfrei.

Wir haben noch Zeit für einen Cappuccinound ein leckeres Stück Apfelstreusel.

Unser Abflug um 20.10 Uhr mit „Air Malta“ verzögert sich um etwa 30 Minuten. Unterwegs haben wir einige kleinere Turbulenzen. Ansonsten ist aber alles ruhig.

Die anfängliche Verspätung konnte nicht aufgeholt werden, und die Ankunft bei unserem Hotel  erfolgt erst um 24.00 Uhr. Das abendliche Buffet ist abgeräumt und wir müssen hungrig einschlafen. Wir sind aber auch fertig. Unser Zimmer ist schön und wir fallen sofort ins Bett.

 

Donnerstag, 30.01.2020

Der Ausblick von unserem Balkon ins Hinterland. Bereits beim Sonnenaufgang schaut die Sonne zu uns herein.

Heute Morgen haben wir eine kurze Begrüßungsveranstaltung, wo noch einige zusätzliche Ausflüge empfohlen und verkauft werden. Wir haben keine Lust, uns heute nur im Hotel aufzuhalten.

Blick von unserem Hotel auf die Insel Gozo

links: die Insel Gozo, rechts: vorgelagert: die Insel Comino

Anfahrt zur Fähre nach Gozo

Fähre nach Gozo

Wir haben Ende Januar!

Die Sonne lacht uns bei strahlend blauem Himmel an. So ziehen wir zur nahen Bushaltestelle und fahren mit dem Linienbus in die Hauptstadt Maltas, nach Valletta. In den Bussen zahlt man nicht für die Strecke, sondern für zwei Stunden EUR 1,50.

Auch wenn es von unserem Hotel bis zum Busbahnhof von Valletta nur knapp 20 km sind, dauert die Fahrt bei fast 60 Haltestellen ca. 1,5 Stunden. Dafür stehen wir aber auch direkt vor dem wuchtigen ehemaligen Stadttor von Valletta und dem Triton Brunnen.

 

Valletta wurde von dem Johanniter-Großmeister La Vallette 1566 als erste moderne Stadt Europas im Schachbrettmuster geplant. Die Außenbefestigungen machten die Stadt zu einem Bollwerk im Kampf gegen die Osmanen. So wie die Befestigungen das äußere Stadtbild prägen, sind es die hohen Kaufmanns- bzw. Herrschaftshäuser mit den geschlossenen und reichverzierten Balkonen. Wir lassen uns ganz einfach durch die engen Straßen treiben, und staunen.

Die Überreste des Royal Opera House. Heute ist es leider nur noch ein Open Air Theatre.

Es ist Mittagszeit und wir machen uns erstmal auf die Suche nach einem bezahlbaren Mittagstisch. In einer Seitengasse finden wir eine Pizzeria, die einen Mittagstisch inklusive eines nichtalkoholischen Getränks anbietet. So kommen wir zu Pizza und Kinnie. Dies ist die maltesische Alternative zu Cola und ist eine Kräuterlimonade, die vorwiegend aus Wermutkräutern hergestellt wird.

Gestärkt drehen wir weiter unsere Runden durch Valletta. Direkt neben dem im Zweiten Weltkrieg zerstörten und nicht mehr aufgebauten Royal Opera House, erhebt sich das dem Festungsstil angepasste Repräsentantenhaus. Ungeliebt bei der Bevölkerung, diese hätten lieber wieder ihre Oper bekommen.

Blick von den Upper Barrakka Garden …

… zurück auf die neue City

… hinüber nach Senglea, einer der 3 alten Städte rund um den Großen Hafen.

Auberge de Castille: Residenz der dazugehörigen Fraktion des Johanniterordens

Zwischen den alten Säulen Royal Opera House stehen die modernen Stahlgerüste des Open Air Theatre

In der Auberge d’Italie, dem nächsten alten Gebäude der Johanniter aus dem 16. Jhdt., befindet sich das wieder vollkommen restaurierte MUZA (Kunstmuseum).

In den engen Gassen ist schon eine feine Abstimmung zwischen Autos und Fußgängern notwendig. Schon zweigt nach links die St. John’s Street ab, und wir sehen den nach außen recht schlicht gehaltenen Komplex der St. John Cathedral, der ehemaligen Konventkirche des Johanniterordens (Baubeginn 1572). Da sich der Bischofssitz in Mdina befindet, und man aber auch nicht die Bedeutung dieser Kirche in Valletta schmälern wollte, erhob man sie in den Stand einer Co-Cathedral (Kathedrale ohne Bischofssitz).

In die Kathedrale gelangen wir durch einen Seiteneingang und passieren vorher die Gedenkstätte für die ermordete Journalistin am Great Siege Monument 1565 (Denkmal für die Gefallenen der großen Belagerung; die drei Figuren stehen für Glauben, Seelenstärke und Zivilisation). Von den maltesischen Bürgern sehr treffend ausgewählt für das Gedenken an die Journalistin.

Was uns hinter dem Einlass erwartet, hätten wir uns nie vorstellen können. Pracht in dem 52 m langen und 15 m breiten Fassgwölbe der Kirche. Pracht an den Wänden und in den Seitenkapellen der verschiedenen „Zungen“ des Johanniterordens. Pracht am Boden mit den kunstvoll gestalteten Marmorgrabplatten.

Im Oratorium hängt das Gemälde „Die Enthauptung Johannes des Täufers“ von Michelangelo Caravaggio.

 

Seitenkapellen der „Zungen“:

Blick in die Krypta mit den Sarkophagen der Großmeister des Ordens.

ein Restaurator bei der Arbeit

Und wieder streifen wir durch die Gassen.

 

Hase, eine Spezialität auf Malta

Palast des Großmeisters

Im Innenhof der Prince Alfred’s Court

Irgendwann tun uns einfach die Füße weh und wir setzen uns in die Außenbewirtschaftung unterhalb des Open Air Theatre an der Flaniermeile Triq Ir-Republica.

Aperol-Spritz und das maltesische Bier „Cisk“

Für die frierenden Malteser gibt es in der Abendsonne auch noch Glühwein.

Nach einer kurzen Suche auf dem riesigen Gelände des Busbahnhofes finden wir dann auch unseren Bus Nr. 42 für die Rückfahrt zum Hotel. Wir sind so richtig im Hochbetrieb unterwegs. Zum Glück haben wir einen Sitzplatz. Nach 1 3/4 Stunde sind wir „Zuhause“, und können uns noch einen kleinen Moment ausruhen, bevor wir uns zum Abendbuffet begeben. Am Eingang des Speisesaals wird anhand der Zimmernummer überprüft, wer jetzt zum Essen kommen kann. Die Auswahl ist wieder riesig und geschmacklich sehr gut.

 

Freitag, 31.01.2020

der „Red Tower“ noch am frühen Morgen

Heute steht der Ganztagesausflug „Land und Leute“ auf dem Plan, der uns bis ans andere Ende der Insel führt. Wir haben heute eine Reiseführerin, die in der Wärme auf Malta ihr Englisch verbessern wollte und der Liebe wegen hier hängen geblieben ist.

fruchtbare Täler

Blick auf Mdina, die ehemalige Hauptstadt

Die Botanischen San Anton Gärten waren ein Ort der Erholung und Ruhe der Johanniter. Der nebenan stehende und nur durch eine hohe Mauer getrennte ehemalige Palast der Johanniter dient heute als offizielle Residenz des Staatspräsidenten.

Bei uns gibt es den Weihnachtsstern nur als Topfpflanze.

Palast des Staatspräsidenten

In Wied Babu, einem kleinen Fischerdorf, kann man sich in eine Bar setzen um die Sonne und die Aussicht auf das Meer genießen, oder sich mit einem Fischerboot in zwanzig Minuten zur Blauen Grotte und wieder zurück fahren lassen. Wir haben uns für ersteres entschieden.

In der Einkerbung ist die Einfahrt zur Blauen Grotte.

Auf der vorgelagerten Insel Fiflia übten die Engländer noch bis in die 70er Jahre den Bombenabwurf.

Rückkehrer aus der Blauen Grotte

Marsaxlokk, im Südosten der Insel in einer natürlichen Bucht gelegen, ist für seine bunten Fischerboote, den Luzzu, und dem großen sonntäglichen Wochenmarkt bekannt. Da hier eine offizielle Mittagsrast geplant ist, suchen wir uns ein kleines Restaurant, wo auch einheimische sitzen.

Achtet auf die Igel

es ist Winter

Unsere letzte Station für heute sind Glasbläser und ein neu errichtetes „Handwerkerdorf“. Wir würden dazu „Outlet-Center“ sagen.

Rapunzelturm

Und nochmal Mdina, die ummauerte Siedlung

 

Samstag, 01.02.2020

Seit wir hier sind, schlafen wir jede Nacht bei offener Balkontür. Das ist sehr angenehm, und das leise Rauschen der Wellen ist noch beruhigend dazu.

kurz vor Sonnenaufgang um 06.52 Uhr

Full English Breakfast

Vor der Tür steht ein i8 Roadster eDrive. Irre Beschleunigung mit dem Elektromotor, aber nur eine Reichweite von 53 km. Also ehrlich, bei den engen Straßen und dem fürchterlichen Verkehr, zudem noch Tempo 80 auf den 4-spurigen Straßen, ansonsten 50 km, würde ich nicht mit einem 155.000 EUR-Auto fahren.

Heute, nach dem Frühstück, machen wir bei wolkenverhangenem Himmel die nächste geführte Fahrt unter dem Thema „Faszination der alten 3 Städte“. Damit sind die Städte, Cospicua, Senglea und Vittoriosa (Birgu) gemeint, die rund um den alten Hafen gegenüber von Valletta liegen.

Wir sind aber nur bis zur Umgehungsstraße des nächsten Ortes gekommen. Denn unseren Bus, der zuerst so nach Diesel stank, durchzieht vom Heck des Fahrgastraumes so langsam eine Rauchwolke in Richtung des Busfahrers. Aufgrund unserer Rufe läßt die Reiseleiterin den Bus sofort stoppen und wir müssen aussteigen.

In der Bucht von Mellieha stehen über das Wochenende zahlreiche Wohnmobile und Wohnwagen auf dem Stellplatz.

Mellieha

Und wir warten nun auf den Ersatzbus, mit dem wir weiter fahren können.

Wignacourt Tower an der St. Paul’s Bay

Cospicua liegt „im Sack“ des Hafens, und wird nur mit dem Bus durchfahren. In Senglea steigen wir aus und gehen am Hafen entlang bis an die Landspitze unterhalb des Gardjola Garden.

Die St.-Michael-Bastion wacht über den inneren Hafen.

Blick auf Vittoriosa (Birgu)

Hier werden die Luzzijiet (Mehrzahl von Luzzu) als Gondeln benutzt.

Diese Yacht diente bereits als Filmkulisse.

Hafenbar …

… mit Fenstertheke

Cisk – das maltesische Bier schlechthin

Im Hintergrund ist Valletta und rechts das Fort St. Angelo, das dem Schutz dieses Hafenteiles diente.

Steile Treppen führen vom Hafen ins alte Senglea.

Unter dem Wachposten des Gardjhola Garden stehen wir an der Landspitze von Senglea und schauen hinüber zur „Valletta Waterfront“. In den ehemaligen Lagerhäusern der Johanniter-Ritter sind heute schicke Cafés und Restaurants.

Zum Meer hin sieht man zuerst das Fort St. Angelo von Vittoriosa, …

… links im Hintergrund das Fort Ricasoli …

… und auf der linken Hafenseite das „Second World War Siege Memorial“, daß noch zur Anlage der Lower Barrakka Gardens „gehört.

Nach dem Blick in die Ferne, machen wir uns wieder auf den Rückweg zum Bus.

ehemalige Werkstätten der Schiffsbauer für die Flotte der Malteserritter

Mit dem Bus umfahren wir den Hafen und gelangen so vor die mächtigen Wehmauern von Vittoriosa.

Blick zurück auf die alten Schiffsbauerwerkstätten.

Um in die Altstadt von Birgu (Dies ist der alte Name der Stadt, und nach den zwei überstandenen Belagerungen, hat man die Stadt in Vittoriosa=Siegreiche umbenannt.) zu gelangen, muss man erst mächtige Bastionsmauern und weitere innere Tore durchqueren. Dahinter wird man dann von einer Statue des Hl. Dominicus empfangen. In den Gassen fühlt man sich um 400 Jahre zurück versetzt.

Die Gassen sind prächtig geschmückt und ständig werden weitere Fahnen aufgehängt bzw. gestellt.

Die Malteser-Fahnen weißen auf die „Auberge de France“, den Palast von 1555 der „französischen Zunge“ hin.

Straßenverkauf

Die Reisegruppe begibt sich nach dem Rundgang wieder zum Bus, um zurück zum Hotel zu fahren. Da wir aber noch einen halben Tag vor uns haben, trennen wir uns von der Gruppe und ziehen alleine los.

Gerade ist auch wieder Mittagszeit, und wir entscheiden uns für eine Lokalität am Victory Square, oder auch auf Maltesisch Misrah ir-Rebha, die von einer politischen Partei geführt wird. Links und rechts davon gibt es weitere Lokale, die ebenfalls von einer Partei bzw. einem Gesangsverein geführt werden. Eines steht auf jeden Fall fest. Die Pizza, wie auch die Rigatoni Marinara, waren jeweils das Beste, was wir bisher vergleichsweise gegessen haben.

rechts ist das Restaurant der Partit Laburista (Sozialdemokratische Partei Maltas)

 

Unabhängigkeitsdenkmal, unterhalb der Barockkirche zu Ehren des Hl. Laurentius

Uns zieht es wieder nach Valletta. Dazu nehmen wir uns für EUR 2,00/p.P. eines der bunten Luzzu als Wasser-Taxi.

Bei der Ankunft auf der anderen Seite des Hafens halten wir uns rechts, kommen an dem alten Fischerviertel vorbei, und erreichen das Victoria Gate.

Dort folgen wir weiter der Straße nach rechts und erreichen die Lower Barrakka Gardens. Hier trifft man sich und genießt die herrliche Aussicht.

Im hinteren Bereich sieht man die langgestreckte Anlage des Fort Ricasoli in Kalkara.

Lower Barrakka Gardens

Second World War Siege Monument

links im Hintergrund das Fort Elmo

Für heute haben wir die Besichtigungen eingestellt und traben nur noch ein wenig durch die Gassen. Ab und zu springt uns noch etwas ins Auge; …

… so wie dieses tolle Café. Wir setzen uns aber lieber in die Außenbewirtschaftung und trinken einen Cappucino.

Danach holen wir uns dort noch jeder eine große Portion After Eight-Eis und gehen zufrieden zur Busstation für die Heimfahrt.

 

Sonntag, 02.02.2020

Heute haben wir den Tag zur freien Verfügung. Das Frühstücksbüffet könnten wir eigentlich in Ruhe genießen, aber mein Magen streikt. Was ich gar nicht verstehen kann. Wir haben hier im Hotel super Essen, unterwegs haben wir ebenfalls nur sehr tolle Sachen gegessen. Vielleicht war aber auch nur die Lust auf die vielen Leckereien bei den Büffets zu groß. Mit Imodium wird aber alles wieder gut.

Am späten Vormittag gehen wir wieder zur Bushaltestelle. Irgendwie zieht es uns nach Birgu und Valletta. Gestern wurde in den Straßen von Birgu immer mehr Fahnenschmuck angebracht. Die Reiseführerin meinte, es könnte mit dem Hl. Laurentius zusammenhängen. In Erwartung eines möglichen Festes verlassen wir in Valletta unseren Bus und gehen in Richtung Upper Barrakka Gardens, da sich dort der gläserne Aufzug befindet, der uns in Sekundenschnelle in den Hafen bringt.

St. James Cavalier

Eingangstor zu den Upper Barrakka Gardens

Die Abwährtsfahrt ist mit dem Aufzug umsonst. Nach oben kostet es EUR 1,00 p.P..

Und schon sind wir unten.

Mit dem Luzzu geht es wieder hinüber nach Birgu.

Blick auf die Barockkirche des Hl. Lawrence

Der Bootsführer empfiehlt uns, sofort in die Kirche zu gehen, bevor sie wegen der Mittagspause schließt. So richtig gut informiert ist er aber nicht, auch wenn 98% der Malteser katholisch sind. Aufgrund seinr Empfehlung geraten wir in ein feierliches Hochamt. Rund um den Altar ist viel Betrieb. Wie wir im Laufe der Messe erfahren, ist „Besuch aus Rom“ da und der Bischof wird am Fest des Hl. Laurentius zum Erzbischof ernannt. Neben einigen politischen Gästen sind auch Würdenträger des Johanniterordens anwesend.

Hl. Laurentius mit dem Grillrost, auf dem er als Märtyrer starb.

Die geladenen Gäste verschwinden hinter der Tür des Palais, wahrscheinlich zum Mittagessen. Von einem großen Fest ist im gesamten Ort aber nichts zu sehen.

Und wir gehen zu den Nachbarn der Labour Partei zum Mittagessen.

Gesellschaft der Musikgruppe Vittoriosana zum Hl. Laurentius

Heute gibt es eine maltesische Platte.

Nach dem Essen drehen wir nochmal eine Runde durch Vittoriosa, und besichtigen dabei den Inquisitorenpalast. Von 1574 bis 1798 residierte hier in diesem typisch römischen Palast der Inquisitor der katholischen Kirche. Das Gebäude war nicht nur Wohnhaus des Inquisitors, sondern diente auch als Gerichtsgebäude und Gefängnis.

In der Bildmitte sieht man die Vorderfront des Inquisitionspalastes.

Küche:

Innenhof:

Wohnräume:

Haus-Kapelle:

Gerichtssaal mit abgesenktem Türrahmen für die Delinquenten:

Folterkammer:

Zellen:

Ansichten:

Motoryacht im Porsche-Design

Heute geht es mit der großen Fähre zurück nach Valletta.

Und schon sind wir wieder in der Oberstadt.

Ende einer Busfahrt in Mellieha, nicht weit von unserem Hotel! Enge Straße, parkende Autos, ein Bus und ein PKW die gleichzeitig fahren wollen – ergibt einen Zusammenstoß! Wir müssen alle aussteigen und die Straße ist auf lange Zeit gesperrt, da auf die Polizei gewartet werden muß.

Wie gehen jetzt zu Fuß bis in die Bucht hinunter. Dort kommt die Umgehungsstraße nach dem Kreisel wieder zu uns. Wir stellen uns an die dortige Bushaltestelle und warten auf den nächsten Bus, der nun die Umgehung fahren muß. Es klappt auch alles, wie wir es uns gedacht haben, und der nächste Bus bringt uns gut zum Hotel.

 

Montag, 03.02.2020

Heute ist es bedeckt und es geht ein kalter Wand. Für unsere Tuk-Tuk-Tour auf der Insel Gozo ist das nicht so schön. Mit einem Minibus werden wir zum Fährhafen Ic-Cirkewwa gefahren. Dort erwartet uns ein Angestellter von „Yippee-Tours“, der uns auf die Fähre begleitet.

Die Überfahrt ist ruhig, und jetzt sehen wir auch den Durchbruch zwischen Gogzo und der vorgelagerten Insel Comino.

Santa Marija Tower auf Comino

Jetzt sieht man auch die Trennung zwischen Gozo und der vorgelagerten Insel Comino.

MGarr (Hafen)

Im Hafen werden wir freudig begrüßt. Die „Yippee-Leute“ sind ein angenehmes Taem.

die drei Grazien

Unser Fahrer zeigt uns freudestrahlend unser Mobil für den Tag.

Und schon geht es mit unserem Tuk-Tuk los.

Unser Reiseführer verläßt das Hafengebiet und verschafft uns erst einmal einen Überblick. Gozo ist viel ruhiger als Malta, was die Touristen immer mehr für längere Aufenthalte anzieht, und sehr landwirtschaftlich geprägt.

Auf dem Dorfplatz von Qala machen wir bei der Rotunda Kirche zum Hl. Josef unseren nächsten Stopp.

Durch kleine Ortschaften mit leeren Straßen fahren wir in Richtung Ramla Bay. Auf dem Weg dorthin sehen wir in der Ferne die Silhouetten der Städte Victoria (Rabat) und Xaghra.

Victoria (Rabat)

Xaghra

Unser Fahrer kennt sogar den Ziegenhirten beim Namen.

Ramla Bay

Unter den Felsen befindet sich die Calypso Höhle, in der laut Homer Odysseus sieben Jahre lang von der Nymphe Calypso in deren Bann gehalten wurde.

Es geht weiter nach Marsalforn. Aus dieser Bucht soll der Apostel Paulus nach seinem Besuch von Malta und Goza seine Reise nach Italien fortgesetzt haben. Daran erinnert die Christ-Erlöser-Statue.

Marsalforn ist total touristisch geprägt. Wir haben dort unseren Mittagsstopp in einem Restaurant des Yippee-Chefs.

Etwa einen Kilometer weiter erreichen wir die Salzpfannen von Marsalforn. Hier wurde früher noch Meersalz gewonnen. Aufgrund der fehlenden Rentabilität wird dies jetzt nur noch in Kleinem für die Touristen betrieben.

Östlich von Gharb erreichen wir die bedeutendste Wallfahrtskirche des Landes, Ta´Pinu. Die hier stattfindende Verehrung geht auf ein Ereignis im 19. Jhdt. zurück, wo einer Malteserin dort, damals stand an dem Platz noch eine kleine Kapelle, die Muttergottes erschienen sein soll, gleichzeitig wurde ihre sehr kranke Mutter wieder gesund. Das Wunder wurde von der katholischen Kirche nach genauer Prüfung anerkannt.

Nach nur wenigen Minuten Fahrt nähern wir uns Victoria, oder auch ir-Rabat genannt, der Hauptstadt Gozos. Unser Tuc-Tuc bringt uns zur Pjazza i-Indipendenza, hier auf dem Platz und in den umliegenden Gassen zeigt sich noch der typische gemütliche und kleinstädtische Flair.

Die Stadt mit ihren etwas mehr als 6.000 Einwohnern wird von dem wuchtigen Bau der Zitadelle überragt, die auf einer natürlichen Erhebung liegt und schon in der Bronzezeit befestigt wurde. Davon zeugen alte Erdspeicher für Getreide. Später folgten Verteidigungsbauten der Phönizier. Ende des 16. Jhdts. wurde die Zitadelle in der heutigen wieder aufgebauten Form zum Schutz vor Korsaren und Muslimen erbaut.

schweißtreibende 50 m gehen steil nach oben

alte Getreidespeicher aus der Bronzezeit (1.500 Jahre v. Chr.)

Wir haben bis zur Weiterfahrt noch ein wenig Zeit, deshalb zieht es uns wieder in die Gassen der Altstadt. Es ist gar nicht so leicht, Fotos ohne lebendes Inventar zu machen und es klasppt nicht immer.

 

Auch ein Tuc-Tuc steckt masl im Stau fest.

Bei Xlendi, der Badewanne von den Einwohnern Victorias, fahren wir zum Belverde (Aussichtspunkt) und haben einen tollen Ausblick auf die Klippen.

Xlendi-Tower, der älteste Wachturm Gozos

Auf halbem Weg zwischen Victoria und dem Hafen Mgarr liegt das älteste Dorf auf Gozo, Ix-Xewkija. Es ist für seine Rotunde, die wundervolle Rundkirche bekannt. Es ist Gozos größte Kirche, und soll die drittgrößte freitragende Kuppel der Welt haben.

Die Rundtour mit unserem Tuc-Tuc ist zu Ende. Für die Rückfahrt zu unserem Hotel besteigen wir ein Schnellboot.

Auf der Fahrt zur Blauen Lagune bei der Insel Comino wird die See schon ein wenig rauher.

Bei der Umrundung von Comino und der Anfahrt zur Mole vor unserem Hotel hat das Boot schwer zu kämpfen, und wir versinken teilweise so tief in den Wellentälern, dass wir nichts mehr anderes sehen als nur Wasser.

Wir sind froh, dass wir wieder festen Boden unter den Füßen haben.

unser Hotel

Auf der Heimfahrt kann unser Bootsführer so richtig loslegen.

 

Dienstag, 04.02.2020

Heute heißt es wieder früh und schnell frühstücken. Um 08.30 Uhr starten wir zu unserer ganztägigen und letzten Bustour „Highlights“. Unseren ersten Halt machen wir bei der „Rotunde“ von Mosta, die im zweiten Weltkrieg Berühmtheit erlangte. 1942 schlug eine deutsche Fliegerbombe ohne zu detonieren durch die Kuppel mitten in die vollbesetzte Kirche, ohne dass jemand verletzt wurde. Die Malteser betrachten dieses als ein Wunder.

die Fliegerbombe von 1942

Dies ist keine Uhr, sondern ein Kalender.

Weiter geht es mit dem Bus nach Valletta. Dort umfahren wir die Halbinsel …

alte versiegelte Getreidespeicher in Floriani

links: Sliema mit Fort Tigne; recht: Teile der Stadtbefestigung von Valletta

Sliema

Birkirkara

Das Sacra Invermeria in Valletta war das berühmteste Krankenhaus des Mittelmeerraumes. Es wurde 1574 gebaut und die Patienten wurden ohne Beachtung der Herkunft oder der Religion gleich behandelt.

Sacra Infermeria

Beim nächsten Stopp werden wir in die graue Vorzeit Maltas geführt. Und es kam alles nur ans Tageslicht, weil sich 1913 ein Bauer im Dorf Paola beschwerte, dass er beim Pflügen immer nur auf Steine stoßen würde. Hinter dem Empfangsgebäude betreten wir den Boden, der 3.600 bis 2.500 v. Chr. zu einer Kult- und Begräbnisstätte gehörte. In dieser Tempelanlage wurde einer Fruchtbarkeitsgöttin gehuldigt.

Eingang zum Central Temple

Unterteil der Statue der Fruchtbarkeitsgöttin

Opferaltar

Ablauf für Opferblut

An den Wänden sind noch Russstellen der Brandopfer zu sehen.

Rein in den Bus … ,

… raus aus dem Bus!

Nach dem Altertum gibt es bei den Dingli Cliffs Natur zu bestaunen.

Kräuter-Eldorado

Die letzte Station auf der heutigen Besichtigungstour ist Mdina, Maltas winzige ehemalige Hauptstadt. Man betritt Mdina durch das große barocke Stadttor, welches in der heutigen Zeit durch „Game of Thrones“ bekannt geworden ist. Überhaupt sind in den Gassen von Mdina schon viele Filme gedreht worden, denn die Bebauung reicht vom Mittelalter bis ins 18. Jhdt.. Fotomotive findet man zuhauf. Die Kathedrale von Mdina ist gleichzeitig auch die Bischofskirche Maltas.

Wappen des Großmeisters Antonio Manoel de Vilhena

Kathedrale von Mdina an der Piazza San Pawl

In der Bildmitte der Palazzo Santa Sofia

Türbeschläge:

Palazzo Falson, oder auch das normannische Haus

ein „stürmisches“ Model bei Modeaufnahmen

Palazzo Vilhena

Mittwoch, 05.02.2020

Heute Morgen ist es wieder stürmisch. Im Speisesaal hält sich ein schriller Pfeifton als Geräuschpegel. Draußen klatschen die Wellen an die Hafenmole. Nun heißt es packen und das Zimmer räumen. Kurz vor Mittag holt uns unser Bus ab und bringt uns zum Flughafen.

Sonnenbad im leeren Schwimmbecken

grimmiges Abschiedsfoto

Bald geht es in unseren Flieger.

Das Flugzeug startet.

die Air Malta im Steigflug

Blick auf Valletta

Frankfurt im Landeanflug

Die Welt steht Kopf.

Wohlbehalten kommen wir nach einem langen Tag wieder Zuhause an. Es war eine schöne Reise, bei der wir viel gesehen. Außerdem hatten wir riesiges Glück mit dem Wetter.

 

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