Frankreich – Provence April 2018 Teil 2

Montag, 16.04.2018

Über Roussillon, an dem von uns gewünschten Parkplatz kommen wir nicht vorbei, deshalb geht es auf der einen Seite rein und auf der anderen Seite wieder raus, gelangen wir auf schmalen Straßen nach St.-Saturnia-les-Apt. Dies ist wieder ein typischer provencalischer Ort, an einen Hang geschmiegt, und auf der Kuppe befinden sich eine Walfahrtskirche und die Überreste einer alten Siedlung.

Bei unserer Parkplatzsuche versuchen wir uns gerade  unter einen Baum zu quetschen, als uns ein Einheimischer anspricht, und uns den Weg zu einem anderen Parkplatz weiter oben im Ort erklärt. Dort ist mehr Platz, extra für Wohnmobile, eine öffentliche Toilette und eine fantastische Aussicht. Es ist ein kostenloser Stellplatz der 48 Stunden genutzt werden kann.

Wir erkunden ein wenig den Ort. Es ist alles vorhanden: zwei Bäcker, Lebensmittelgeschäft, Bars und Makler. Zu Mittag landen wir im Hotel Restaurant „Le Saint Hubert“. Der Eingang ist von der Straße aus ebenerdig. Die Überraschung ist unser Tisch auf der beschatteten Terrasse mit einer wunderbaren Aussicht in die Ferne. (Es ist ein Jammer, dass wir keine Fotos mehr von Saturnin haben. Wir müssen deshalb dort unbedingt noch einmal hin.)

Nach einem ausgiebigen Mittagsschlaf machen wir uns an den Aufstieg zur Kirche, den Ruinen der ersten Siedlung und den Ölmühlen. Hier oben ist es wunderschön.

Auf alten, mit groben Steinen gepflasterten, Wegen geht es wieder hinunter. Unseren abendlichen Pastis nehmen wir im „Ortsmittelpunkt“. Hier werden wir von einem Deutschen angesprochen und man bietet uns eine Ferienwohnung an.

Tagesstrecke: 41 km

 

Dienstag, 17.04.2018

Auf meinem Gang zum Bäcker sehe ich schon, dass überall im Ort Marktstände aufgebaut werden. Deshalb machen wir nach dem Frühstück erst noch einmal einen Zug durch die Gemeinde und kaufen vor der Weiterfahrt noch ein paar Lebensmittel auf dem Markt ein.

Nach Apt überqueren wir das Luberongebirge (Pass 499 m) und fahren nach Lourmarin. Auf dem großen Parkplatz stehen bereits einige Wohnmobile. Wir spazieren durch den Ort, den wir aus einem früheren Besuch schon kennen, und bekochen uns im Wohnmobil selbst.

Der zur Übernachtung anvisierte Wohnmobil-Stellplatz in Le Puy-Ste.-Réparade, nahe der Durance, ist dermaßen „hinter dem Mond“ und ohne die versprochene V+E, daß wir weiter nach Carro ans Meer fahren. Um Aix-en-Provence und auf den Autobahnen westlich von Marseille haben wir sehr viel Verkehr.

Auf dem riesigen Stellplatz in Carro (Gebühr EUR 9,10 inkl. V+E) können wir uns gerade noch in der mittleren Reihe hinstellen. Es herrscht Hochbetrieb. In Frankreich sind Ferien. Bisher waren wir im ruhigen Hinterland unterwegs und haben davon nichts mitbekommen.

Das Meer ist total ruhig und wir haben super Wetter.

Die weißen Dächer glänzen im Abendlicht.

Tagesstrecke: 115 km

 

Mittwoch, 18.04.2018

Der Fischmarkt vor dem Stellplatz belebt sich. Ich gehe schnell zum Bäcker, damit wir frühstücken können. Danach zieht es uns sofort zu den fangfrischen Fischen. Nach einer genauen Betrachtung des Angebotes, entscheiden wir uns für ein Thunfischfilet, was vor unseren Augen aus dem noch vollständigen Fisch herausgeschnitten wird. Das Filet hat Premiumqualität und ist auch zum rohen Verzehr geeignet. Wir wollen uns aber daraus ein schönes dickes und kurz gebratenes Steak machen.

Bei unserer Rückkehr vom Markt sprechen uns Wohnmobilisten aus der ersten Reihe an, ob wir auf ihren Platz wollen, da sie jetzt abreisen. Wir nehmen natürlich dankend an, und genießen ab sofort die herrliche Aussicht aufs Meer.

Am Spätnachmittag beenden wir unsere Faulenzerei und gehen am Meer entlang spazieren.

Tagesstrecke: 0 km

 

Donnerstag, 19.04.2018

ein Basilikum auf Reisen

Heute wollen wir mit öffentlichen Verkehrsmitteln nach Marseille. Wir haben uns gestern Abend schon bei einem Busfahrer nach den Verbindungen erkundigt. Seine Auskunft und auch die eines Rentners waren sehr unergiebig. Lena erkundigt sich bei einem Bekannten aus dem Wohnmobilforum und erhällt die richtigen Infos.

Gut ausgerüstet fahren wir mit dem Bus von Carro-Port nach La Couronne. Dort fragen wir nach dem Bahnhof, und blicken in erstaunte Gesichter. Wir finden den Bahnhof aber auch so. Es ist alles leer. Es kommt kein Zug und auch keine anderen Leute. Aus dem Internet zieht sich Lena die Info: Seit März wird an zwei Tagen in der Woche bei der SNCF gestreikt, Ende offen. Ja, und heute ist Streiktag! Nix Marseille!

Da wir nun schon mal in La Couronne sind, beehren wir zuerst einmal eine Bar, danach drehen wir eine Runde durch den Ort, kaufen ein Baguette und essen in einem Pizza-Imbiss zu Mittag. Satt und zufrieden fahren wir mit dem nächsten Bus wieder zurück nach Carro-Port. Morgen ist auch noch ein Tag.

Am Platz suchen wir Schatten, lesen und halten stille Betrachtungen des Meeres. Gegen Abend braten wir uns schöne Lammkoteletts, und dazu gibt es Nudeln und Pesto.

Tagesstrecke: 0 km

 

Freitag, 20.04.2018

Wir starten einen zweiten Versuch, um nach Marseille zu kommen. Vorher verlängern wir schnell noch das Stellplatz-Ticket um einen Tag. Entgegen der Höchstverweildauer von 72 Stunden funktioniert die darüber hinaus gehende Verlängerung.

Der Bus (Soloticket 2 x EUR 1,00) macht bei der Abfahrt ganz komische Geräusche. Die Busfahrerin ist nervös und telefoniert mit ihrer Leitstelle während der Fahrt. Trotzdem hält sie vorschriftsmäßig an jeder Haltestelle, nur nicht in La Couronne beim Bahnhof. Auch Zurufe nutzen nichts. So müssen wir wieder 500 m berghoch zurück laufen.

Am Bahnsteig warten bereits einige Leute auf den Zug, der auch pünktlich hereinfährt. Die Bahnfahrt ( Rückfahrtticket 2 x EUR 11,40) nach Marseille ist sehr schön. Wir durchfahren die Calanques und überqueren zahlreiche Meeresbuchten auf schmalen und hohen Brücken. In Marseille kommen wir bei dem Gare St. Charles an.

Als wir den Bahnhof verlassen, gelangen wir auf eine riesige Terrasse mit einer tollen Aussicht auf die Stadt. Wir nehmen den kürzesten Weg zum Vieux Port, durch das sogenannte arabische Viertel. Hier herrscht ein buntes Treiben, und überall riecht es so gut. Am Vieux Port ist die Umgebung viel pompöser. Große Hotels und Restaurants neben Restaurants bestimmen das Bild.

Unsere Besichtigungen beschränken sich, da es Mittagszeit ist, auf die zahlreichen Speisekarten. Wir sind in Marseille, und da gibt es eigentlich keine andere Wahl. Wir essen eine Bouillabaisse. Und vorher gibt es stilgerecht einen Kir bzw. einen Pastis.

Jetzt haben wir auch Muse für weitere Besichtigungen. Zu Fuß gehen wir vom Vieux Port an dem Tribunal de Grande Instance vorbei hoch zur Basilique Notre Dame de la Garde. Nicht nur die letzten Treppen, auch der steile Weg vorab ist bei der Hitze schon einen vollkommenen Ablass wert. Es ist für uns wie eine Wallfahrt. Ein Parkplatz für die PKWs und die Haltestelle für die Bustouristen ist dagegen direkt vor der Haustür. Wir waren das letzte Mal 1974 hier, und wir können uns aufgrund der damaligen Mitfahrer nicht vorstellen, dass wir damals auch nur einen Schritt zuviel gelaufen sind.

Die Aussicht ist ganz einfach traumhaft, und die Basilika selbst hat trotz des Trubels nichts von ihren besonderen Eindrücken eingebüßt.

Der Weg runter ist jetzt einfacher, und wir schauen in die gequälten Gesichter der Leute, die sich in der Nachmittagshitze nach oben schleppen. Im Musée Cantini wollen wir uns die Ausstellung „Rêves“ anschauen. Aber irgendwie haben wir uns mit dem Datum auf dem Plakat vertan. Das Museum hat zur Zeit geschlossen. Also geht es weiter zum Vieux Port und am Quai du Port entlang zum Fort Saint-Jean und zum Mucem (Museum der Zivilisationen Europas und des Mittelmeers). Leider ist es für die Picasso-Ausstellung schon zu spät, so genießen wir die Aussicht in dem futuristischen Gebäude und nehmen einen guten Schluck.

Mit einem der grünen Busse fahren wir wieder zum Bahnhof, damit wir rechtzeitig mit dem Zug in La Couronne ankommen, denn um 19.18 Uhr fährt der letzte Bus nach Carro-Port. Der Tag war heiß, schön und anstrengend. Und da wir leider, leider, leider keine Fotos mehr davon haben, werden wir ihn auf jeden Fall nochmals wiederholen. Ob wir uns den Aufstieg zur Notre Dame de la Garde aber nochmals antun, werden wir sehen.

Tagesstrecke: 0 km

 

Samstag, 21.04.2018

Heute Morgen  verspüren wir Muskelkater und so etwas ist nicht gut im Urlaub, also verlängern wir in Carro nochmals um einen Tag. Faul sein kann so schön und schmackhaft sein. Denn auf dem Fischmarkt kaufen wir Sar (Fischsorte), Austern und Scampis, und auf dem Wochenmarkt: grünen Spargel, Zucchini, Tomaten und Eier.

Lena ist ja nie um einen guten Speiseplan verlegen ( Vor ganz vielen Jahren, nach unseren Ausbildungen, hatten wir mal an einer Kneipe mit Küche in der Limburger Altstadt Interesse, doch waren uns aber letztendlich die Arbeits- und Urlaubszeiten nicht recht. So kochen wir halt für uns, oder für gute Freunde.)

Unser Mittagsessen:

* grünen Spargel mit Vinaigrette

* Rigatoni mit Scampi, Zucchini und Tomaten

* gegrillten Sar (oder auch Geißbrasse, Salzwasserfisch)

 

Abendessen:

* frische Austern mit einer Echalotte-Vinaigrette, Baguette und gesalzene Butter

Erholung pur!!!

Tagesstrecke: 0 km

 

Sonntag, 22.04.2018

Irgendwie können wir uns nicht von Carro trennen. Was sollen wir auch am Sonntag einen Stellungswechsel vornehmen. Im Ort ist Hochbetrieb. Tourismus hoch drei. Nach geduldiger Auswahl entscheiden wir uns fürs Mittagessen bei dem Restaurant „Chez Francine“. Ha, ha, weit gefehlt. Es ist alles voll und reserviert. Da wir aber nicht woanders hinwollen, bin ich ein wenig hartnäckig und bekomme einen Tisch für 13.30 Uhr. Wir nehmen eine Double Friture (Kalamares und kleine Fischlis) als Vorspeise und für hinterher eine Pizza Provencale (Die Bedienung weißt uns ausdrücklich daraufhin, dass die Pizza für Zwei ist.) Vorher nutzen wir die Zeit zu einem gemütlichen Spaziergang am östlichen Strand entlang.

Tagesstrecke: 0 km

 

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