Marokko Dezember 2017 – ein Land in Aufbruchstimmung

Text: Hans-Werner                                                                                                                                 Fotos: Hans-Werner und Lena

Wieder einmal nutzen wir die Kombination von Flugzeug und Bus, um ein Land kennen zu lernen. Dabei betreten wir mit Marokko zum zweiten Mal, nach Tunesien in den 80er Jahren, den afrikanischen Kontinent. Die 8-tägige Busrundreise mit „BigXtra“ vom 09. bis zum 16.12.2017 hat das Thema „Königsstädte“, und führt uns von Agadir über Marrakesch, Casablanca, Rabat, Meknes, Volubilis und Fes wieder zurück nach Marrakesch und Agadir.

Wir haben während der gesamten Tour einen deutsch-sprachigen Reiseführer, der uns immer wieder auf die positiven Veränderungen und Leistungen im Land hinweist. Besonders hervor gehoben wird der wirtschaftliche Aufschwung, die liberale Haltung des marokkanischen Islam und die unverschleierte Darstellung der gesamten königlichen Familie.

Das Ziel ist ganz offensichtlich, der Tourismus, als weiteres wichtiges Standbein, soll gefördert und voran getrieben werden. Marokko möchte noch mehr Marktanteile in diesem umkämpften Segment erwerben. Die meisten Museen oder historischen Stätten sind für einen Preis von 10 Din.= 1 EUR zu besichtigen.

Wir hatten auf jeden Fall eine schöne Zeit mit unheimlich vielen neuen Eindrücken.

 

Freitag, 08.12.2017

Für uns beginnt diese Rundreise schon einen Tag früher, da wir mit dem ICE ab Limburg um 20.15 Uhr erst einmal zum Flughafen nach Hannover anreisen müssen. Trotz zweimal Umsteigen, in Frankfurt Hbf und Hannover Hbf, ist es eine entspannte Bahnfahrt. Wir haben immer genügend Zeitpuffer beim Umsteigen.

Frankfurt Hbf.

Es geht nichts über ein frisches Matjes-Brötchen von Gosch.

 

Samstag, 09.12.2017

Es wird ein langer Tag. Wir erreichen den Hauptbahnhof in Hannover 00.02 Uhr und vertreiben uns dort noch ein wenig die Zeit, bis wir mit der S-Bahn zum Flughafen weiter fahren. Es ist kalt und hat auch etwas zu schneien angefangen.

Der Weihnachtsmarkt vor dem Hbf. in Hannover hat zu.

Da sollte eigentlich unsere S-Bahn stehen. Wir mussten noch mal den Bahnsteig wechseln.

Unser Flugzeug soll um 06.40 Uhr abheben und uns nach Agadir bringen. Nach dem Check-In, eingehender Pass- und Zollkontrolle, geht es endlich in den Flieger. Doch bevor wir abheben dürfen, wird das Flugzeug 45 Minuten lang mit einem Enteisungsspray behandelt. Mit einer Stunde Verspätung verlassen wir deutschen Boden.

Die Sonne geht auf und wir überfliegen Gibraltar bevor wir entlang der marrokanischen Küste fliegen, um das Taurusgebirge zu umgehen. Die Landschaft unter uns wechselt fortwährend.

Wir überfliegen La Linea und Gibraltar,  …

… Casablanca mit der Moschee Hassan II., …

… den Fluss O.Oum, …

… entlang des Taurus-Gebirges, …

… Treibhäuser zwischen Marrakesch und Agadir und …

… ein Dorf kurz vor Agadir.

Um 10.00 Uhr Ortszeit (also die Uhren eine Stunde zurück stellen) erreichen wir pünktlich Agadir. Sonne und Wärme empfängt uns. Die Kontrollen sind ein wenig chaotisch und zeitraubend. Vor allen Dingen möchte man von uns die Adresse eines Hotels haben. Das können wir aber nicht liefern, und wir sind noch dazu auf einer Rundreise. Unverständliche Blicke schauen uns an. Aber, die Konversation geht fast reibungslos auf deutsch (!!!). Als weitere Möglichkeit steht auch englisch zur Verfügung. Die französische Sprachkenntnis ist selbstverständlich, da Frankreich den südlichen Teil Marokkos von 1912 bis 1956 als Protektorat verwaltete.

Unsere Kleidung entspricht noch nicht ganz der Örtlichkeit.

Hurra, unsere Koffer sind auf dem Förderband im Flughafen. Und das, obwohl wir wieder mit SunExpress geflogen sind. Ich erinnere nur an die Unwägbarbeiten bei unserer Reise  Türkei im November 2014 – Mit dem Flieger in die Antike  .

Draußen vor dem Flughafen warten Vertreter vieler Reisegesellschaften und noch mehr Busse. Irgendwie wird aber jeder eingesammelt und zu seinem Bus gewiesen. Wir erfahren, dass es in ein Hotel nach Marrakesch geht. Was wir nicht wissen, ist die Tatsache, dass noch eine Busfahrt von 250 km vor uns liegt. Zu unserem Erstaunen befahren wir eine Autobahn mit Mautstationen nach französischem Vorbild. Wieder wechselt das Landschaftsbild ständig. An zentralen Punkten steht Polizei, auch andauernde Geschwindigkeitskontrollen gehören zum Bild. Hinweis: Vertreter der Polizei und des Militärs dürfen auf keinen Fall fotografiert werden!!!

Die marokkanische Flagge begrüßt uns.

Die ersten Eindrücke entlang der Straße werden aufgenommen:

Wüste und Oase im Nebeneinander

eine Ziegelei mit herkömmlicher Trocknung der Ziegel durch die Sonne

Jede neue Siedlung oder ein neuer Stadtteil hat zuerst ein Anrecht auf eine Moschee.

Außenbezirke von Marrakesch:

Wir biegen auf die 11 km lange Avenue Mohammed VI ein, …

Bildnis: „Der alte Mann und das Meer.“

Teatro Royal

… in der auch unser Hotel liegt.

Das erste marokkanische Bier präsentiert sich mit Erfolg.

Wir sind platt.

Einweisung durch unsere Reiseführer:

Dies ist ein kleiner Teil des Abendbuffets:

Uns zieht es heute nicht mehr hinaus. Nachdem wir 24 Stunden auf den Beinen waren, sagen wir nur noch „Gute Nacht“.

Sonntag, 10.12.2017

Nach der ruhigen Nacht und einem ausgiebigen Frühstück geht es uns schon besser. Schade, dass wir das Hotel schon wieder verlassen müssen. Um 09.00 Uhr müssen wir wieder im Bus sein.

Blick auf die vierspurige Avenue Mohammed VI

Vor uns liegt eine Stadtrundfahrt durch Marakesch mit einigen Besichtigungen. Zuerst fahren wir zu den „Jardins de la Ménara“, unweit des Flughafens an der Avenue de la Ménara, die im 12. und 13. Jhdt. als Palastgärten angelegt wurden. An der Südseite des almohadischen Wasserbeckens steht ein Lustpavillon, der 1860 restauriert worden ist. Die Almuhaden waren eine muslimische Berber-Dynastie, die im 12. und 13. Jhdt. die Gebiete Maghreb und al-Andalus (nördlicher Mittelmeerraum Afrikas und Südspanien)  beherrschten. Die heutige Ansicht der Gärten wurde gegen Ende des 19. Jhdt. angelegt. Auf den etwa 90 ha stehen mehr als 8.000 Olivenbäume. Die Militärschule hat dort Sportplätze, und überall besteht die Möglichkeit ein zünftiges Picknick im Schatten der Olivenbäume abzuhalten.

Lustpavillon des Palastgartens

Fütterung der Fische

In der Verlängerungsachse zur Stadt hin steht die Koutoubia Moschee

Und weiter geht es auf der „Japanese-Tour“ durch Marakesch. Wir verlassen an der Avenue Hommane Al Fatouaki den Bus und gehen durch den Parc Lalla Hasna zur Koutoubia Moschee.

Die drei gängigen Sprachen: Arabisch, Berber und Französich

die traditionellen Wasserverkäufer in ihren bunten Gewändern und den Glocken

Die Moschee aus dem 12. Jhdt. ist der berühmteste Sakralbau der Almohaden. Er hat 17 Langschiffe. Das 77 m hohe Minarett gilt als Vorbild der Giralda in Sevilla und dem Hassan-Turm in Rabat. Die Moschee kann nur von außen besichtigt werden.

Koutoubia Moschee

unsere Reisegruppe und in der Mitte Achmed

Der psersönliche Bedarf kann direkt vor der Moschee gedeckt werden.

Die Steinquader erinnern an die Säulen einer noch älteren Moschee.

Straßenhändler in Sachen Teppichen

Nicht weit entfernt befindet sich die Kashba, der ehemalige Festungsbereich der Stadt. Heute umschließt eine Mauer ein Gewimmel von Gassen und den Königspalast.

 

bewachter Seiteneingang des Königspalastes

Und wieder begeben wir uns auf dem Weg zu den Saadiergräbern in die Tiefen der Kashba.

der Verputz der Häuser in der typischen Farbe für Marrakesch

Wo wir nach wenigen Minuten den Platz vor der Moulay El Yazid Moschee erreichen, an deren Südseite sich der Komplex der Saadiergräber anschließt.

Ursprünglich wurde das Gelände als Garten der Kasbah-Moschee genutzt. Als dort einige Emire beigesetzt wurden, haben die Saadier dies fortgesetzt und für ihre Toten Grabmäler errichtet. Die Nekropole der Saadier, deren Dynastie herrschte von 1549 bis 1664 über das Gebiet des heutigen Marokko, wurde Ende des 16. Jhdt. angelegt. Zu Beginn des 18. Jhdt. hat Sultan Moulay Ismail diesen Komplex mit Mauern verschlossen, um jegliche Erinnerung an die Saadier auszulöschen. Erst 1917 wurden die 112 Gräber wiederentdeckt.

Menschenmassen quälen sich durch die Sehenswürdigkeiten. Es ist warm. Wir müssen uns immer wieder in Erinnerung rufen, dass wir Dezember haben.

Unser Achmed eilt uns immer voraus. Kreuz und quer geht es nun durch Bereiche der Medina. Die Farbenpracht und die neuen Eindrücke sind überwältigend.

 

 

 

 

 

Weihrauch

So erreichen wir das Palais de la Bahia. Es wurde im 19. Jhdt. errichtet und ist mit den Gärten acht ha groß. Wunderschön gefließte, getäfelte oder mit Stuck verzierte Räumlichkeiten gruppieren sich um einen „grünen“ Innenhof.

Wir haben Dezember!

Wieder führt uns Achmed durch viele Gassen zwischen Souks und Médina auf dem Weg zu unserem Restaurant.

Schmuck-Gasse

Hier kann jeder seine Tajine zum Garen auf Holzkohle hinbringen (3 – 4 Stunden Garzeit)

Ich kann die Frage beantworten: Es ging nicht. Der Versuch scheiterte.

öffentlicher Brunnen in der Altstadt

Endlich erreichen wir kurz nach 13.00 Uhr unser Restaurant. Im Erdgeschoß ist ein Teppichverkauf. Wir steigen die Treppe immer höher. Und in jedem Stockwerk schauen wir in einen wunderbar ausgestatteten Speiseraum. Unser Ziel ist die Dachterrasse mit herrlicher Aussicht auf die Altstadt von Marrakesch.

Für uns ist als Vorspeise ein Salat vorbereitet. Danach gibt es Tajine mit Zitronenhühnchen. Und als Dessert wird frisches Obst gereicht. Es wird tischweise alles in gemeinsamen Schüsseln gereicht, und jeder bedient sich.

Blick zur Koutoubia-Moschee

Nach dem Essen geht es wieder zurück zum Bus. Es steht uns noch eine Weiterfahrt nach Casablanca, unserem heutigen Übernachtungsziel bevor (243 km). Wir hängen ermattet in unseren Sitzen während die Landschaft vorbeirauscht. Die Sonne geht unter und wir nähern uns Casablanca.

Die Stadt ist ein Moloch und saugt immer mehr Menschen an. Bei der letzten Zählung in 2014 soll die Stadt 3,4 Mio. Einwohner gehabt haben. Mittlerweile geht man von weit über 4 Mio. Menschen aus.

Auf dem Weg zu unserem Hotel fahren wir auf breiten 4-spurigen Straßen, die in einer Baustelle enden. Eigentlich sind überall Straßen-Baustellen. Staus gibt es ebenfalls an allen Ecken. Der Straßenbau kann mit dem Wachstum der Bevölkerungszahl nicht mithalten. Unser Busfahrer muss kreuz und quer fahren, bis wir endlich das Hotel erreichen. Leider ist das Foyer noch das Beste des Hotels. Das gestrige Hotel war in jeden Belangen erheblich besser.

Wir sind zu müde, um noch mal die Bar zu besuchen. Es ist Wahnsinn, wieviel Eindrücke heute auf uns nieder gegangen sind. Unser Input wird stark strapaziert.

 

Montag, 11.12.2017

Unser erstes Besuchsziel ist heute die Moschee Hassan II.. Der Himmel ist grau, und das Chaos erreicht uns schon bei der Ausfahrt des Hotels und läßt uns nicht mehr los. Wir brauchen mehr als eine Stunde bis wir in der Nähe der Moschee sind.

Auf der ampellosen Kreuzung kommen die Autos aus allen Richtungen.

Es ist zwar kein VW, aber sie laufen und laufen und ….

Flüchtlingslager mitten in der Stadt

Unser Besichtigungstermin für die Moschee ist verstrichen. Deshalb machen wir kurz vorher im Hafengebiet bei „Rick’s Café“ einen kurzen Halt.  Das „Rick’s“ ist eine Pianobar, die im Auftrag  einer US-Diplomatin dem gleichnamigen Café aus dem Hollywood-Klassiker „Casablanca“ nachempfunden wurde. Der Film wurde 1942  mit wenigen Szenen in Paris, und ansonsten nur in den Hollywood-Studios gedreht.

Vor der Moschee Hassan II. machen wir dann zur Außenbesichtigung unseren nächsten Stopp. Ich begnüge mich aber nicht mit der Außenbesichtigung, sondern gehe in die Unterwelt. Die Moschee wurde 1993 eröffnet, und ist mit einer Gebetshalle von 20.000 m² in der Lage, 25.000 Gläubige aufzunehmen. Das Minarett hat eine Höhe von 210 m. Bei großen Gebeten finden auf dem mit offenen Torbogen abgegrenzten Vorhof noch weitere 75.000 Menschen Platz. Der Grundriss der Gesamtanlage erinnert in der Draufsicht an den Petersplatz in Rom.

Im Untergeschoß der Moschee, welches einfach durch Außentreppen zu erreichen ist, befinden sich die Toiletten und Waschräume.

Treppenaufgang zur Gebetshalle

Unser Bus steht direkt vor dem Gelände der Moschee, und die Straße, die wir jetzt am Meer entlang weiterfahren um die Stadt in Richtung Rabbat (ca. 90 km) zu verlassen, können wir sehen. Doch durch eine Baustelle benötigen wir eine Stunde, bis wir den Punkt in Steinwurfentfernung erreichen. Im nächsten Augenblick erreicht uns ein Wolkenbruch mit voller Wucht.

In Rabat steuern wir ein Restaurant an, das speziell für Hochzeitsfeierlichkeiten angemietet wird. Und gibt es Salat und eine Tajine mit Fisch.

So gestärkt lassen wir uns gerne bei Regen zum Palais Royal fahren. Eine hohe Mauer mit verzierten maurischen Toren umschließt den erweiterten königlichen Bezirk. Als wir den Polizeiposten passiert haben, kommen wir an den Wohnungen der königlichen Bediensteten vorbei und können bis zur Freitagsmoschee Ahl Fas vorfahren. Vor uns liegt der 1200 m lange Paradeplatz und dahinter der königliche Palast. Aus sicherer Entfernung sehen wir die Wachposten aller Waffengattungen vor den großen Toren zum Palast stehen.

Rabat ist die Hauptstadt von Marokko und beherbergt den Hauptsitz des Königs und das Parlament.

Auch eine Regenschauer kann uns nicht erschüttern.

Freitagsmoschee „Ahl Fas“

Königlicher Palast und Paradeplatz

ein Palastdiener geht heim

Und weiter geht es zum Mausoleum Mohammed V. (Großvater des heutigen Königs), das von dem vietnamesischen Architekten Vo Toan geplant und 1971 vollendet worden ist, …

Wachablösung

… und zum Hassan Turm. Das 44 m hohe vierkantige unvollendet gebliebene Minarett der unvollendeten Hassan Moschee aus dem 12. Jhdt. galt als eine der drei Säulen des Almohadenreiches, neben dem Minarett der Koutoubia Moschee in Marrakesch und der Giralda in Sevilla .

Den letzten Stopp in Rabat machen wir bei der Quasbah Oudaya. Diese frühere Festung erhebt sich über dem Ufer des Bou Regreg mit Blick auf Rabat, und die Schwesterstadt Salé am anderen Ufer. Die weißgetünchten Kubenhäuser sind zum Boden hin mit blauen Flächen abgesetzt.

ehemalige Brunnenanlage

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Blick vom Café Maure über den Bou Regreg

Minztee mit süßem Gebäck

Jardin Andalous

Unser Übernachtungs-Hotel ist in Meknes. Bis dahin sind es jetzt noch mal 150 km. Das Hotel strahlt so viel Gemütlichkeit aus, da es noch so richtig im alten Stil daher kommt. Und die Lage auf einem Hügel oberhalb von Meknes ist einfach traumhaft.

Die Gegend von Meknes ist bekannt für ihre guten Weine. Unsere Lieblingsweine während der Reise:

Mal abgesehen, dass es im Zimmer eiskalt ist, sind wir beide von dem Hotel ganz begeistert.

 

Dienstag, 12.12.2017

Unser Zimmer ist trotz Klimaanlage auch bis zum Morgen nicht warm geworden. Bei dem blauen Himmel ist der Regen in Casablanca und Rabat schon wieder vergessen.

Etwa 32 km von Meknes entfernt liegt die Ausgrabungsstätte Volubilis. Auf dem Weg dort hin sehen wir unzählige Störche. Einige haben ein Symbol der modernen Technik in Besitz genommen.

Volubilis war von 40 nach Chr. bis ins 3. Jhdt. hinein Verwaltungszentrum der römischen Provinz Mauretania Tingitana. Die einstige Stadt hatte in ihrer Blütezeit bis zu 12.000 Einwohner. Getreidefelder und Olivenhaine bestimmten das Bild der fruchtbaren Umgebung.

Haus des Orpheus, es ist das einzige große Oberklassenhaus in dem südlichen Kleinhaus-Quartier

Capitol

Caracalla Bogen

Wasserbassin vom Haus des Hercules

großflächiges Mosaik mit der Geschichte des Hercules

Fundstücke

Wieder geht es über Moulay Idriss, dem bedeutendsten Wallfahrtsort zu Ehren Idriss I., …

Überreste der Unwetter, wie wir dies in Casablanca erlebt haben.

… zurück nach Meknes. Gestern Abend sind wir ja nur ins Hotel gefahren worden. Heute machen wir die Stadtbesichtigung von Meknes und essen auch dort zu Mittag.

Bab el Khemis

Pfeilerreste des Heri-Es-Souani (Getreidespeicher am Bassin Souani)

Dar el-Ma (Wasserhaus vom Ende des 17. Jhdt.)

Prison de Kara: Gefängnisgwölbe oder Kornspeicher. Hier streiten sich die „Geister“

Bab el-Mansour, Eingangstor zum ehemaligen Königsviertel Moulay Ismails.

Heute finden im Innern des Tores Kunstausstellungen statt.

Gegenüber vom Bab e-Mansour liegt das Herz der Altstadt: der Marktplatz Place el-Hédim

Neben den Händlern sind auch die Gaukler ein wichtiger Bestandteil des Platzes.

Essen oder spielen, dass ist hier die Frage.

Es riecht gut, und schmeckt gut.

Essenszeit !!!

Salate mit gefülltem Blättetteig

und wieder Tajine mit Hühnchen; ich nehme es heute vegetarisch

Wir haben genug gegessen, sind weit genug gelaufen und lassen uns jetzt mit dem Bus nach Fès ins Hotel bringen (ca. 65 km).

zwei riesige Betten so weit voneinander getrennt

Trotzdem ist der Tag für uns noch nicht zu Ende. Heute Abend gibt es Fès bei Nacht, ein Spaziergang durch die Medina und eine Tee-Zeremonie in einem „Privathaus“. Wir fahren mit dem Bus zuerst auf einen Hügel nordwestlich von Fès.

Blick auf die Altstadt, Fès el Bali

Im Zentrum die Grabmoschee des zweiten Stadtgründers Zaouia Idriss II.

Zwischen der Altstadt, Fès el Bali, und der Ville Nouvelle aus der französischen Protektoratzeit, liegt die mittelalterliche Altstadt, Fès el-Jedid. In ihrem Zentrum liegt der Königspalast, Dar el-Makhzen, und das jüdische Viertel, die Mellah.

bewachter Haupteingang des als Sommerresidenz dienenden Königspalastes

Prunktore aus Bronze am Alaouitenplatz

Place des Alaouites

Zu Fuß bewegen wir uns nun durch das jüdische Viertel, die Mellah. Die abendliche Stimmung hat dabei ihren besonderen Reiz. Das bunte Treiben und die ständig neuen Gerüche sind unbeschreiblich.

typisch für das Viertel sind die eingebauten Balkone

Wir passieren das Stadttor Bab as Semmarin, das zum muslimischen Viertel führt, und bewegen uns weiter in der gemischten Grauzone beider Ethnien.

Durch das blaue Tor, Bab bou Jeloud, kommen wir in die Gassen der Medina. Hier erwartet uns bei einer Familie eine marrokanische Tee-Zeremonie. Dabei wird auf einer Basis von grünem Tee nach festen Regeln Pfefferminze hinzugesetzt, um den typischen Minztee herzustellen.

Die Tee-Zeremonie beginnt:

Aufguss für den grünen Tee

Minze wird hinzu gegeben

der Tee wird mehrmals umgegossen

hinterher kommen noch Süßigkeiten

 

ein wenig Folklore darf nicht fehlen

gesplissenes Zuckerrohr für Leckereien

Für uns gibt es dann endlich um 21.00 Uhr im Hotel Abendessen.

 

Mittwoch, 13.12.2017

Heute ist unser großer Besichtigungstag in Fès, der ältesten der vier marokkanischen Königsstädte. Sie wurde bereits 809 von Moulay Idriss II. gegründet, und beherbergt mit der Karaouine-Universität eine der ältesten Hochschulen der Welt. Wir werden in die Handwerkerviertel und Souks geführt. Dabei absolvieren wir so nebenbei unser Pflichtprogramm: Leder, Seide und Silber bzw. Messing und Kupfer.

Zuerst geht es noch einmal bei Tag auf einen Hügel außerhalb von Fès, um einen schönen Überblick zu haben.

rechts die grünen Dächer der Karaouine-Universität

Die weißen Gebäude mit den grünen Dächern sind Grabmäler von islamischen Heiligen, den Marabout. Sie können wie hier auf einem Friedhof stehen, aber auch alleine irgendwo in der Landschaft.

Auf dem gegenüber liegenden Hügel stehen die Grabmäler der Meriniden, und vor ihnen sind Felle zum Trocknen ausgelegt.

Jetzt geht es in die Souks.

Bei den Rufen „Balak, balak“ heißt es schnell zur Seite zu treten. Denn hierbei handelt es sich nicht um eine Huldig an unseren Fußball-Nationalspieler, sondern es bedeutet „Achtung, Achtung“. Die Eselstreiber und auch die Lastenträger rufen dies, um sich den Weg frei zu machen.

Hier begegnet uns die morgendliche Müllabfuhr. Alle Anwohner stellen jeden Morgen den Müll raus, der dann abgeholt wird..

Jetzt weiß ich auch, wofür man diese „Köpfe“ brauch. Es wird eine Teigmasse darüber gegeben, und man erhält einen ganz feinen Fladen, um leckere Füllungen einzurollen.

Ob der das lange überlebt?

Diese Behälter kommen heute Mittag bei der Tajine-Kundschaft zum Einsatz.

Messerschleifer

Am Place Seffarine wird überall gehämmert und auch große Kupferkessel bearbeitet.

und wieder ein Lastvehikel auf vier Beinen

Aufgehängtes Leder zum Trocknen und stinkendes fließendes Wasser kündigen die Gerber an. Nebendran arbeiten die Färber.

Jeder Arbeitstrupp hat einen Helfer, der für die Versorgung zuständig ist.

Der „Herr“ über die Arbeitsgruppen der Gerber und Färber beobachtet alles aus luftiger Höhe ?

teure Farben werden vorsichtig per Hand aufgetragen

Möglichkeiten des Fertigproduktes:

und wieder ein Last-Taxi

Bäckerei

Schreinerei

alte Karawanserei (Funduq) am Place Nejjarine

 

Grabmal des Moulay Idriss II.:

staundende Blicke zur Kleidung

 

Medersa Attarine, eine medridisch Koranschule aus dem 14. Jhdt..

Wir haben unser Restaurant für das Mittagessen erreicht. Wie immer sind es sehr schöne Räumlichkeiten, und heute gibt es zur Abwechslung Couscous.

Nach dem Mittagessen erreichen wir die zweite Station, wo wir etwas kaufen können, eine Weberei für Agaven-Seide. In Marokko wird nicht die Seide der Seidenraupen verarbeitet, sondern die feinen Fasern der Agavenblätter verwendet.

Lena schaut noch etwas skeptisch, doch der Kauf ist fast schon perfekt.

Denkmal zur Unabhängigkeitserklärung

Die dritte Station der Einkaufstour: Silber, Messing und Kupfer. Aber eines muß ich für heute sagen: Im Gegensatz zu Vergleichbarem in der Türkei liefen heute die Besuche an den Verkaufsstationen sehr wohltuend ab. Es kam nie der Eindruck auf, du mußt etwas kaufen.

Endlich ist Feierabend. Wir sind in unserem Hotel und relaxen.

 

Donnerstag, 14.12.2017

Heute haben wir eine lange Überführungsetappe von Fès nach Marrakesch (484 km) vor uns. Dabei nutzen wir die N 8 durch den mittleren Atlas. Schnell fahren wir aus der Ebene immer höher, Steinwüsten und Felder weichen nun den Waldgebieten. Auf 1.664 m machen wir einen Stopp in dem Wintersportort Isfrane. Der Baustil erinnert sehr an französische Skiorte. Es liegt tatsächlich Schnee und die Wege sind gefroren. Der König hat hier auch wieder einen Palast in seinem Besitz.

Entlang des Atlas-Gebirges geht es nun wieder runter in die Ebene. Unterwegs kommen wir an Orten vorbei, wo heute großer Markttag ist.

Hier wird noch mit Pferden und Handpflug geackert.

einfache Behausung

Nach unserer Ankunft in unserem Hotel in Marakesch, wir sind wieder in dem tollen Hotel vom Beginn der Rundreise, haben wir nicht viel Zeit zum Ausruhen. Denn heute machen wir eine Kutschfahrt durch das abendliche Marrakesch und gehen über den Gauklerplatz, wo sich am Abend die Gaukler, Märchenerzähler und Henna-Malerinnen einfinden. Verpflegungsstände jeglicher Art sind aufgebaut. All das findet dort nur am Abend statt.

Auf dem Gauklerplatz ist bereits ein dichtes Gedränge, die Musiker und Erzähler finden ihr Publikum.

Überall gibt es Essen.

Wir laufen noch etwas in die Medina hinein, um zu unserem Restaurant zu gelangen.

Gemüsesuppe

Während des Essens haben wir bereits musikalische Unterhaltung,und zum Nachtisch gibt es dann noch Bauchtanz.

So findet auch dieser Abend einen schönen Abschluss.

 

Freitag, 15.12.2017

Nach dem Frühstück geht es wieder in den Bus. Wir haben noch einige Programmpunkte in Marrakesch vor uns. Da ist zum Beispiel der Majorelle-Garten. Der französische Maler Jaques Majorelle (1886 – 1962) hat sich in die marokkanischen Landschaften regelrecht verliebt. Mit dem Geld seiner Erbschaft baute er sich 1926 außerhalb der Stadtmauern von Marrakesch sein Haus und ließ den dazugehörigen Garten nach seinen Vorstellungen anlegen. Nach seinem Tod stand die Villa lange Zeit leer, bis sie 1980 von Yves Saint-Laurent und seinem Lebensgefährten Pierre Bergé übernommen wurde. Ab dem Tode von Y. Saint-Laurent im Jahre 2008 ist der Garten für die Öffentlichkeit freigegeben und eine Stiftung kümmert sich um die Pflege.

Memorial Yves Saint-Laurent

Auf dem Weg zu einer Manufactur, die Naturheilmittel und -kosmetika herstellt und vertreibt, kommen wir noch einmal am Gauklerplatz vorbei. Am Tag ist er wie leer gefegt. Es ist nichts mehr von dem Trubel des Vorabends zu spüren.

Im Eingangsbereich sitzen Frauen und knacken die Kerne des Arganbaumes, aus denen später das so teure Arganöl durch Mahlen per Hand mit einer Steinwalze gewonnen wird. Die Bearbeitung beginnt aber schon lange vorher.

Der Arganbaum wechst vorwiegend im südlichen Landesteil von Marokko. Bei der Ernte „helfen“ Ziegen, die auf der Suche nach den Blättern des stacheligen Baumes, auf den Ästen herumsteigen und dabei die Früchte herunter werfen. Die Frauen sammeln alles ein, entfernen das Fruchtfleisch, trocknen die wie Mandeln aussehenden Kerne, bevor sie aufgeknackt und gepresst werden. Zur Nutzung in der Küche werden die Kerne etwas angeröstet. Zur Naturheilunde und Kosmetik werden nur ungeröstete Kerne genutzt. Sehr viel Arbeit für wenig Erfolg. Aus diesem Grund ist das Arganöl aber auch so teuer.

Das Verkaufsgenie …

… und sein Arbeitstisch mit allen möglichen Dosen.

Und noch ein paar Gassenfotos:

Hier wird mit Hand und Fuß gedrechselt.

Wir haben heute Nachmittag frei und dürfen uns das Mittagessen selbst auswählen. Wir steuern am Gauklerplatz das „Snack Toubkal“an und vertiefen uns in die Speisekarte. Die Preise sind wirklich niedrig. Unsere Essen waren viel höher bepreist. Tourismus eben!

Assiette d’Olive 5 Dh = 50 ct.

Menü Toubkal mit Cote d’Agneau und Salat  33 Dh = EUR 3,30

Was ist das so schön, ein richtiges gegrilltes Stück Fleisch zwischen den Zähnen zu spüren.

Mittlerweile sind Schlangenbeschwörer auf dem Gauklerplatz eingetroffen.

Nun heißt es zurück zum Hotel und ausruhen. Morgen in der Früh müssen wir sehr zeitig aufstehen, damit wir um 11.00 Uhr in Agadir wieder den Flieger erreichen.

 

Samstag, 16.12.2017

Um 04.00 Uhr holt uns der Wecker ins Leben zurück. Das Frühstück ist nicht so wie es vereinbart war. Leider. Um 05.30 Uhr sitzen wir wieder im Bus, und die Landschaftsbilder rauschen vorbei.

Sonnenaufgang über dem Atlasgebirge

Ziegen in den Arganbäumen

Nach der nervigen Abfertigung müssen wir uns erst einmal stärken bevor es ins Flugzeug geht. Mit etwas Verspätung heben wir ab.

Madrid mit Bernabeu-Stadion

Richtung Heimat ist Sonnenuntergang und dichte Wolkendecke angesagt.

Um 16.30 Uhr hat uns die Erde wieder. Wir fahren mit der S-Bahn zum Hauptbahnhof und stürzen uns in das Getümmel des Weihnachtsmarktes auf dem Bahnhofsvorplatz. Hier gibt es Glühwein, Currywurst vom Schwein und noch schweinischen Krustenbraten. Welch ein Schlaraffenland!

Um 19.41 Uhr verlassen wir mit dem ICE Hannover und sind um 22.42 Uhr in Limburg-Süd. Die Reise ist zu Ende.

Wir hatten sehr ereignisreiche Tage und es war sehr schön!!!

 

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